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Schildkrötenkolonie, Cannstatt: Mit leerem Magen in die Winterstarre

Griechische Landschildkröten und Breitrandschildkröten, kühles Winterquartier unter Anleitung von Joschka Redelius, Gesundheitschecks durch Auszubildende, topfit und mit sicher entleertem Magen-Darm-Trakt

Schildkrötenkolonie, Cannstatt: Mit leerem Magen in die Winterstarre

Die Auszubildenden bringen die Tiere ins Winterquartier. Davor werden sie noch untersucht. Foto: Wilhelma

Schildkröten können bei guter Pflege sehr alt werden. Die gepanzerten Amphibien leben oft zwischen 50 und 100 Jahren oder sogar länger. In der Wilhelma sind zwölf griechische Landschildkröten und acht Breitrandschildkröten, die größte der fünf Landschildkrötenarten innerhalb der Gattung Testudo, zu Hause. Aus ihrer gewohnten Freilandanlage, die sich auf der Rückseite des Aquariumgebäudes befindet, sind sie jedoch vor kurzem ausgezogen. Unter der fachkundigen Anleitung von Joschka Redelius, stellvertretendem Revierleiter in der Terraristik der Wilhelma, wurden sie in ihr kühles, aber frostfreies Winterquartier umgesiedelt.

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Sie müssen keinen Unterschlupf suchen

Auch in der Natur verbringen die wechselwarmen Tiere die kalte Jahreszeit in einer Winterstarre. Dafür suchen sie im Herbst geschützte Stellen auf, dazu zählen zum Beispiel Höhlen, die auch in der kalten Jahreszeit Schutz vor Minusgraden bieten, oder sie graben sich in den Erdboden ein. Ihren Stoff-wechsel fahren die Schildkröten für die Überwinterung auf ein Minimum zurück, solange bis sie im Frühjahr ihren Unterschlupf wieder verlassen. Anders als ihre Artgenossen in freier Wildbahn brauchen sich die Landschildkröten in der Wilhelma keinen Unterschlupf für den Winter zu suchen. Sie werden jeden Herbst in einen Überwinterungsraum gebracht, der kühl genug ist, dass die Winterstarre einsetzt, aber dennoch frostfrei bleibt. So ein tierischer Umzug bedeutet in der Wilhelma eine Menge an Vorbereitungen. Für eine sichere Überwinterung muss nämlich sichergestellt sein, dass der Magen-Darm-Trakt der Panzertiere vollständig entleert ist. Darum werden die Schildkröten schon mit ausreichendem zeitlichen Vorlauf auf Null-Diät gesetzt.

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Ins Freilandgehege dürfen die Schildkröten im Frühjahr wieder. Foto: Wilhelma
Ins Freilandgehege dürfen die Schildkröten im Frühjahr wieder. Foto: Wilhelma

Die Einwinterung ins Winterquartier und die Auswinterung ins Freigehege werden außerdem immer mit einer praktischen Schulungsaktion für die Auszubildenden der Wilhelma aus dem Bereich Zootierpflege verbunden. 

Angeführt von Joschka Redelius führten die Azubis auch diesmal Gesundheitschecks bei allen Schildkröten durch – mit durchweg positiven Ergebnissen. Kontrolliert wurden unter anderem, ob die Nasen trocken, die Augen klar und die Kloaken sauber sind. Außerdem wurde jedes Tier gewogen: Die kleinste Schildkröte brachte dieses Mal knapp 1,3 Kilogramm auf die Waage, das größte und bereits über 60 Jahre alte Exemplar stolze 6,4 Kilogramm. 

Nach Auswertung aller von den Auszubildenden fein säuberlich dokumentierter Daten steht zudem fest: Alle Wilhelma-Schildkröten sind topfit und bei bestem Gewicht in die Überwinterung gegangen, die je nach Art und Alter bis zu fünf Monate dauern kann. eha