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Friseurmeisterin Adele Babaiwy in Stuttgart: Das Ziel im Auge behalten

Manchmal kann der Weg zum Traumberuf unerwartete Wendungen haben.

Friseurmeisterin Adele Babaiwy in Stuttgart: Das Ziel im Auge behalten

Adele Babaiwy hat ihren Traumjob. Foto: privat

Nicht immer lässt sich ein Wunsch auf direktem Weg erreichen - allzu oft kommt da einfach das Leben dazwischen. Das war auch bei Adele Babaiwy so. Aber sie hat ihren Traum nie aus den Augen verloren, und hat ihn nun schlussendlich doch Realität werden lassen. Die erste Etappe, der Erwerb des Meisterbriefs, ist geschafft.

Dass in manchen Fällen sogar Rückschläge die Chance für einen wundervollen Neuanfang bieten können, beweist die bewegende Geschichte der 48-jährigen Friseurjungmeisterin, die aus dem Irak stammt: „Schon als ich klein war hatte ich den Traum, Friseurin zu werden“, erzählt sie von ihrer Kindheit dort. Doch da es in ihrer Heimat die Ausbildung zur Friseurin nicht gab, wählte sie damals die Lehre zur Augenoptikerin.

Die politische Situation im Irak spitzte sich immer weiter zu, sodass sie Ende 2012 schließlich ihre Heimat verließ: „Ich habe mich einfach nicht mehr sicher gefühlt.“ In Deutschland stand sie dann vor einer schweren Entscheidung: Aufgrund der großen Unterschiede der Ausbildungssysteme sei nur die teilweise Anerkennung ihrer Lehre möglich gewesen. „Ich habe mich dann für meinen Kindheitstraum und die Ausbildung zur Friseurin entschieden“, erklärt die heutige Friseurmeisterin.

Mit 41 Jahren begann sie die Lehre, die aufgrund des Altersunterschieds zu den anderen Azubis und auch wegen der Sprache nicht immer einfach war. Danach folgte direkt die Meisterausbildung, die sie ebenfalls erfolgreich beendete. „Der Meister hat mir Spaß gemacht, es gab aber auch viele Herausforderungen: vor allem die vielen Fachbegriffe und die Theorie waren für mich schwierig.“ Begleitet wurde sie dabei über mehrere Jahre hinweg von den Experten der Handwerkskammer, die den gesamten Prozess unterstützten.

„Der Meistertitel bedeutet mir sehr viel und öffnet neue Türen und Chancen. Mein Traum ist ein eigener Friseurbetrieb, in dem ich Friseur- und Kosmetikdienstleistungen anbiete“, erzählt die Stuttgarter Jungmeisterin. Das Ziel scheint in greifbarer Nähe zu sein: Aktuell arbeitet Babaiwy als Betriebsleiterin in einem Friseurbetrieb in Zuffenhausen und absolviert parallel dazu eine Weiterbildung zur Fachkosmetikerin. „Ich möchte alle Menschen, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen, dazu motivieren, ihre Ziele im Auge zu behalten und einfach weiterzumachen.“

Von unserer Redaktion