Moritz Bachmann aus Göppingen ist 23 Jahre jung. Er erhält bei der Meisterfeier seinen Meistertitel im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk. Stefan Rockenstein aus Stuttgart hat seinen Meistertitel im Jahr 1992 erhalten. Sein Unternehmen D + S Rockenstein GmbH hat er bereits an die nächste Generation übergeben, ist aber immer noch im Betrieb aktiv.

Herr Bachmann, welche Ziele haben Sie sich mit dem Meistertitel in der Tasche vorgenommen?
Ich möchte nicht nur das Wissen anwenden, das mir mit auf den Weg gegeben wurde, sondern auch andere jüngere Leute inspirieren. Ich möchte zeigen, dass es selbst in jungen Jahren möglich ist, das zu erreichen, wenn man sich anstrengt und sich für etwas interessiert. Ich möchte künftig nicht nur den Meistertitel tragen, sondern auch aktiv ein Meister werden und das Handwerk voranbringen.

Foto: privat
Herr Rockenstein, wie war das damals bei Ihnen?
Mein Ziel war es, mit meinem Bruder nach erfolgreich abgelegter Meisterprüfung ein Nebengewerbe zu gründen. Wir starteten 1993: Zwei Garagen dienten als Lager, mit einem alten Transporter fuhren wir nach Feierabend und samstags auf unsere Baustellen. Als der Betrieb, in dem wir beide arbeiteten, 1996 Konkurs anmeldete, wagten wir den Schritt in die Selbstständigkeit. Zuerst hatten wir nur einen weiteren Mitarbeiter, 1998 den ersten Azubi. In der Schöttlestraße in Stuttgart-Degerloch konnten wir Räumlichkeiten für Lager und ein kleines Büro mieten. Der Betrieb wuchs stetig. 2019 zogen wir mit der Firma in die Gomaringer Straße, dort sind wir heute mit insgesamt 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und acht Azubis.
Welche Chancen und Herausforderungen sehen Sie beide für Ihr Handwerk in der Zukunft?
Bachmann: Ich sehe viel Zukunftspotenzial, und ich bin der festen Überzeugung, dass wir mit dem, was wir tun, zur Entwicklung und zur Energiewende in Deutschland beitragen können. Ich sehe in diesem Handwerk die Chance, sich selbst zu verwirklichen und gleichzeitig etwas für unsere Umwelt zu tun. Allerdings sehe ich die Herausforderung, dass es immer weniger Menschen gibt, die unser Handwerk lernen wollen, wodurch wir einen sehr mageren Arbeitsmarkt haben und zu viel Arbeit für zu wenige Menschen. Diese werden dadurch überfordert und verlieren die Lust. Dennoch glaube ich, dass wir durch intensive Bewerbung und Initiative dieses Handwerk großartig machen können.
Rockenstein: Den Beruf des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik schätze ich als sehr zukunftssicher ein. Durch die Vielseitigkeit wird es in diesem Beruf auch in Zukunft immer etwas zu tun geben. Eine Chance bietet auch für unser Gewerk die Digitalisierung, da sie viele Arbeitsschritte erleichtert. Zwei große Herausforderungen für uns sind die zunehmende Bürokratie und der Fachkräftemangel. Es gibt zwar viele Azubis in unserem Beruf, aber die wenigsten wollen längerfristig in diesem Beruf arbeiten. Wir reagieren darauf mit Flexibilität für die Mitarbeiter, zum Beispiel eine geringere wöchentliche Arbeitszeit als die branchenübliche 40-Stundenwoche. Grundsätzlich ist es uns wichtig, immer mit den Mitarbeitern im Dialog zu sein und Lösungen zu finden, wie alle gut zusammen arbeiten können.
Von unserer Redaktion