Unter dem Motto „Level up! Mission Meister:in“ erhalten bei der diesjährigen Meisterfeier in Stuttgart 624 Meisterinnen und Meister aus 29 Gewerken ihre Meisterbriefe. Das Internationale Congresscenter Stuttgart (ICS) bietet am Freitag, den 18. Oktober, den passenden Rahmen für die„meisterliche Veranstaltung“.
Den Meisterinnen und Meistern, die an den Meisterschulen ihre Kompetenzen erworben haben, stehen nun die Welt und eine große Zukunft offen. Von Führungspositionen im Betrieb bis hin zum eigenen Unternehmen alles ist möglich. Rainer Reichhold, Präsident der Handwerkskammer Region Stuttgart, betont: „Wir sind sehr stolz auf die vielen jungen Macherinnen und Macher, die mit dem Meistertitel das nächste Level ihrer Karriere erreicht haben.“ Neben fachlichem Know-how zeichne die Jungmeisterinnen und Jungmeister aus, dass sie sich in der Personal- und Betriebsführung weitergebildet haben und somit über die wichtige Basis verfügen, um selber auszubilden oder einen eigenen Betrieb zu führen.
Meister-Nachwuchs wird dringend gebraucht. „Es sind unsere Handwerkerinnen und Handwerker, die Photovoltaikanlagen und Ladesäulen installieren, Häuser bauen und innovative Ideen auf den Markt bringen“, führt Reichhold aus. Deshalb sei es auch so wichtig, dass engagierte junge Leute nachkommen, um das Handwerk zu stärken. Zudem steht auch im Handwerk ein Generationenwechsel an. In Tausenden von Betrieben der Region wird in den nächsten Jahren nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin gesucht. Wer in die Selbstständigkeit starten möchte, hat beste Aussichten. Der große Vorteil einer Betriebsübernahme: Man muss nicht bei null anfangen, kann das bestehende Unternehmen in die Zukunft führen. Trotz des schwierigen politischen und wirtschaftlichen Umfelds lohne sich die Selbstständigkeit, ermutigt Rainer Reichhold die nachrückende Meistergeneration: „Wer einen Betrieb gründet und übernimmt, schafft Arbeits- und Ausbildungsplätze und jeden Tag an etwas, das bleibt.“
Die Ideengeber von morgen, das sind in der Region Stuttgart in diesem Jahr 508 Männer und 116 Frauen. Sechs Frauen und acht Männer können sich nicht nur über den Meistertitel freuen, sondern auch über die Auszeichnung als Bestmeisterin oder Bestmeister. Die meisten neuen Handwerksmeister kommen aus der Kraftfahrzeugtechnik, auf Platz zwei liegen die Installateure und Heizungsbauer, und Platz drei nehmen die Maler und Lackierer ein. Interessant auch: Das Alter der Meisterinnen und Meister erstreckt sich von 19 bis 53 Jahre. „Die diesjährigen Prüfungen wurden durch 29 Meisterprüfungsausschüsse mit circa 500 Mitgliedern-ehrenamtlich-durchgeführt“, erklärt Rainer Reichhold und betont, dass ohne das Ehrenamt berufliche Bildung im Handwerk nicht möglich sei.
Wichtig für die Meisterinnen und Meister: Für eine Betriebsgründung oder -übernahme können sie in den ersten 24 Monaten nach ihrer Meisterprüfung eine Meistergründungsprämie beantragen, als Tilgungszuschuss in Höhe von bis zu 10 000 Euro. Damit den Jungmeisterinnen und Jungmeistern mehr Zeit für den Schritt in die Selbstständigkeit bleibt, würde sich Reichhold allerdings eine Fristverlängerung für die Gründungsprämie wünschen: „Das würde der Fachkräftesicherung im Handwerk zugutekommen.“ Neben dieser Gründungsprämie steht den Absolventinnen und Absolventen zudem die 1500 Euro betragende Meisterprämie des Landes Baden-Württemberg zu. „Die finanzielle Unterstützung der Jungmeisterinnen und Jungmeister ist ungemein wichtig“, hebt Reichhold hervor. Seit Einführung der Meisterprämie 2020 haben über 3000 Absolventinnen und Absolventen diese Unterstützung bei der Handwerkskammer Region Stuttgart beantragt. Insgesamt wurden in den vier Jahren seit Bestehen rund 4,6 Millionen Euro ausgeschüttet. Im Rahmen der Meisterfeier wird am Freitag auch der diesjährige Rotary Preis in Höhe von 3000 Euro für eine herausragende fachliche Leistung und einen durchdachten Zukunftsplan vergeben.
Von Julia Alber
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Den Live-Bericht zur Meisterfeier kann man auf dem Instagram-Account der Handwerkskammer mitverfolgen. Er startet ab 18.30 Uhr.
IDEENGEBER VON MORGEN
Am 18. Oktober wird es feierlich im Internationalen Congresscenter auf der Landesmesse Stuttgart - dort werden 624 neue Meisterinnen und Meister von der Handwerkskammer Region Stuttgart in den Meisterstand erhoben und die besten von ihnen zusätzlich geehrt.
Förderung für Gründer
Mittelstand und Handwerk sind tragende Säulen der wirtschaftlichen Entwicklung in Baden-Württemberg. Deshalb sind sie Hauptadressaten der L-Bank, der Förderbank des Landes. Einen herausragenden Stellenwert nimmt die Gründungsförderung ein. Die Existenzgründungsprogramme Startfinanzierung 80 und Gründungs- und Wachstumsfinanzierung BW sind sogar mit Abstand die stärksten Förderprogramme im Handwerksbereich. Investitionen in den Erwerb eines Unternehmens oder in die Erweiterung, Modernisierung und Umstrukturierung bestehender Unternehmen, in die Standortverlagerung und in Betriebsmittel und Weiterbildung sind förderfähig.
Das Programm Startfinanzierung 80 enthält zudem zwei interessante Besonderheiten. Zum einen wird das Darlehen zu 80 Prozent über die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg abgesichert. Zum anderen gibt es im Programm die sogenannte Meistergründungsprämie. Jungmeisterinnen und Jungmeister profitieren bei der Existenzgründung von einem Tilgungszuschuss in Höhe von 10 Prozent des Bruttodarlehensbetrags. Ausführliche Informationen dazu finden Interessierte es auf der Homepage der L-Bank unter: www.l-bank.de