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Handwerk Herrenberg & Schlierbach: Glücklich durch Gleitzeit

Backhaus Baier setzt auf Nachhaltigkeit, Vielfalt und flexible Arbeitszeiten, während Hans Klein Heizung Sanitär mit Teamgeist, Familienatmosphäre und Zukunftsberufen überzeugt.

Handwerk Herrenberg & Schlierbach: Glücklich durch Gleitzeit

Zum Reinbeißen: Jochen Baier mit seinen Brezeln. Foto: z

Gibt es eine Arbeit, die glücklich macht? Eine Umfrage der IKK Classic zeigt – ja, das gibt es. Überraschenderweise ist es das Handwerk! Der Arbeitsalltag punktet dort mit dem Zusammehalt im Team, der Wertschätzung, der oftmals familiären Arbeitsatmosphäre sowie dem Stolz auf die eigene Tätigkeit und das Wissen, etwas Sinnstiftendes zu tun.

Altes Handwerk – alte Arbeitsbedingungen? Bei Nacht im von Mehlstaub geschwängerten Raum arbeiten, die Hitze des Ofens im Rücken, der vom Schleppen schwerer Mehlsäcke schmerzt? Jochen Baier hat dieser Vorstellung modernste Realität entgegenzusetzen. Sein Backhaus in Herrenberg ist ein Musterbeispiel für Nachhaltigkeit, moderne Produktion und beste Arbeitsbedingungen. Die Vision des Meister-Bäckers: Mit besten Rohstoffen, der besten Backstube und den besten Bäckern das beste Brot backen. Regionalität wird bei allen Backzutaten großgeschrieben, das Mehl liefern bevorzugt alte Getreidesorten und über allem steht das handwerkliche Können.

Handarbeit und das Bäckerhandwerk gehören untrennbar zusammen, ist Jochen Baier überzeugt. Wo diese Kombination gewinnt, weiß er jedoch KI und modernste Maschinen, die für eine Arbeitserleichterung sogen, zu schätzen. „Gleitzeit im Bäckerhandwerk? Für meinen Vater wäre das unvorstellbar gewesen. Bei uns geht das“, schmunzelt Baier, der in der sechsten Generation dem Familienunternehmen vorsteht. Dank Computer und Co kann er eine sogenannte Elternschicht in der Backstube anbieten, und für die 150 Mitarbeitenden flexible Arbeitszeitmodelle, vom Minijob bis hin zur Vollanstellung. Vom fortschrittlichen Denken des Chefs profitieren die Mitarbeitenden und das Unternehmen. Azubis wie auch Mitarbeitende zu finden - für die Bäckerei Baier ist das kein Problem. Zwölf Azubis starten gerade in der Backstube, im Verkauf und Büro in ihr Arbeitsleben.

Unternehmen aus der Region

Helle, hohe Räume zeichnen das hypermoderne Backhaus aus. In Klimaräumen reifen Brot und Brötchen Computer überwacht. Maschinen sind gern gesehene Helfer, wenn sie monotone Arbeiten übernehmen, wie etwa das Portionieren und Abwiegen der Teiglinge oder das Schlingen der Brezelärmchen. Für diese Arbeit gibt es tatsächlich eine beeindruckende maschinelle Hilfe. „Unsere Bäckerei Baier Kultur wird von Menschen aus 34 Nationen getragen, die zu einer bereichernden Vielfalt beitragen“, erzählt Jochen Baier und betont: „Können soll sich bei uns auszahlen, beste Aufstiegsmöglichkeiten sind gegeben und wir haben flache Hierarchien.“ Damit sich handwerkliches Geschick und der Arbeitseinsatz auch bei einer nicht vorhandenen Ausbildung lohnen, wurde in der Bäckerei Baier gar ein hausinternes Entlohnungssystem auf den Weg gebracht. Afterwork-Treffen unterstützen das Zusammenwachsen als großes Team, wie auch die Jahreskarte fürs Fitnessstudio, die Gesundheit und Gemeinschaft stärkt. Ja, und wie war das nun mit der Nachtarbeit? „Die startet um 22 Uhr und ist überaus beliebt“, weiß Jochen Baier, gibt es doch einen lukrativen, steuerfreien Nachtzuschlag.

Cooles Team - Spaß bei der Arbeit

Alles fest in Familienhand (von links): Ferdinand, Christoph, Daniel und Martin Klein Foto: z
Alles fest in Familienhand (von links): Ferdinand, Christoph, Daniel und Martin Klein Foto: z

„Es kann schon anstrengend sein“, räumt Christoph Klein für den Beruf des Anlagenmechanikers Sanitär, Heizung, Klimatechnik ein. Zusammen mit seiner Familie - Petra, Daniel und Martin Klein - führt er in der dritten Generation das 1968 in Schlierbach gegründete Familienunternehmen. Das Portfolio der Hans Klein Heizung Sanitär GmbH ist groß, beinhaltet auch die Metall- und Blechbearbeitung sowie den Poolbau. Auszubildende und neue Mitarbeitende finden den Weg oft über den Rat von Freunden und Bekannten. „Von unseren 100 Mitarbeitenden nehmen am Sommer- oder Weihnachtsfest im Schnitt 98 teil, das werte ich als gutes Zeichen für die Arbeitszufriedenheit“, sagt Christoph Klein. Eine gute, angemessene Bezahlung ist das eine. Betriebsinterne Umfragen haben jedoch gezeigt, dass der Spaß beider Arbeit und die Kolleginnen und Kollegen, mit denen man sich versteht, Platz eins einnehmen. Wichtig auch, der gute Kontakt auf und zwischen allen Ebenen. Auch die Chefs kann man bei Problemen stets ansprechen.

„Die Stimmung im Team ist entscheidend, und unsere Obermonteure haben ein gutes Händchen, um Azubis und junge Leute zu motivieren“, freut sich Christoph Klein und merkt an: „Das Zwischenmenschliche im ganzen Unternehmen passt, zusammen sind wir ein cooles Team.“ Handwerk, das ist schon etwas anderes als die Arbeit im Büro, etwas erschaffen, am Ende des Tages das Ergebnis sehen zu können. Ganz abgesehen davon: Heizung, Klima, Lüftung - Anlagenmechaniker beziehungsweise Anlagenmechanikerin ist angesichts der Klimawende und der erneuerbaren Energien ein Zukunftsberuf. „Auch in 50 oder 100 Jahren wird noch keine KI so einen Job machen oder ein Roboter mal vorbeikommen, um die Störung einer Heizung zu beheben“, ist sich der Chefsicher.

Rund 100 Nachwuchskräfte haben bei dem Top-Ausbilder 2024 seit den letzten 50 Jahren ihre Ausbildung abgeschlossen. Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen sind stets gegeben. Aktuell etwa wurde für einen Mitarbeitenden ein Traineeprogramm entwickelt, das es ihm ermöglicht, vor und nach der Ausbildung zum Meister die entscheidende Praxiserfahrung zu sammeln. Flexible Arbeitszeitmodelle kommen bei den Mitarbeitenden gut an. „Wir übernehmen die Kinderbetreuungskosten“, erzählt Christoph Klein, und dann gibt es da noch Schwimmkurse für die Kids der Mitarbeitenden. Im vierten Jahr finden diese im Ausstellungspool statt – unentgeltlich, versteht sich, und auch die Mitarbeitenden können darin in der Mittagspause oder nach der Arbeit ihre Runden darin drehen, stolze 25 Meter für Entspannung und Gesundheit nutzen.