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Friseur Heier in Weilimdor: Sich fühlen wie Kelly Osbourne

Starfriseur Bernd Heier schneidet Obdachlosen gratis die Haare, wurde für den „Goldenen Bulli“ nominiert und frisiert Promis. Sein Ziel: Wertschätzung, Würde und ein gutes Gefühl für alle.

Friseur Heier in Weilimdor: Sich fühlen wie Kelly Osbourne

Starfriseur Bernd Heier (rechts) mit seinem Mitarbeiter Veton Redjepi Foto: Christian Günther

Das Handwerk tut gut, nicht nur für die vielen Handwerkerinnen und Handwerker, die in der Branche arbeiten, sondern viele Betriebe tun auch Gutes für die Gesellschaft, in dem sie sich sozial engagieren. Ein Paradebeispiel dafür ist Friseurmeister Bernd Heier, der seinen exklusiven La Biosthétique-Friseursalon und Barbershop auf dem Löwenmarkt 8 mitten in Weilimdorf betreibt.

Haare geschnitten, dieses Engagement möchte er 2026 sogar noch ausweiten.

Geboren und aufgewachsen ist Bernd Heier in Esslingen. „Schon als Jugendlicher hab ich beim Hertie Obst und Gemüse verkauft“, war er schon immer umtriebig. Schließlich machte er bei Nanz eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann. „Meine Eltern meinten, lern was Gescheites, und das hab ich, gemacht und es hat sich tatsächlich gelohnt“, schmunzelt er. In den Ferien jobbte er damals schon bei einer Friseurin in Nellingen – wer konnte damals auch ahnen, dass das seine eigentliche Leidenschaft war? Bernd Heier ahnte es: „Ich glaube, das Drehbuch des Lebens ist für jeden vorher schon geschrieben – so auch für mich“.

Er fasste als 19-Jähriger den Mut, beim damaligen Starfriseur Bernd Gress vorzusprechen und um eine Ausbildungsstelle zu fragen. Eigentlich waren alle Ausbildungsstellen belegt, aber die Tatsache, dass Heier schon eine Ausbildung im Einzelhandel gemacht hatte und mit Kunden gut konnte, überzeugte den Starfriseur – Heier bekam die Ausbildungsstelle.

Nach der dreijährigen Lehre reiste Bernd Heier durch die halbe Welt und widmete sich dem Leben eines Künstlers. „Ich hab auch mal in Ibiza am Strand als Friseur gearbeitet“, erzählt der Friseur-Meister. Sein Showmanship und sein Talent zur Selbstdarstellung haben ihn durch verschiedene kreative und künstlerische Stationen geführt, bis er sich vor zehn Jahren mit seinem Barber- und Friseurladen in Weilimdorf erfolgreich niederließ.„Ich moderierte gemeinsam mit bekannten Persönlichkeiten wie Martin und Dustin Semmelrogge, Willi Herren, Jan Hartmann und Jürgen Milski und begleitete sie auf einer deutschlandweiten Autogrammstunden-Tour durch sämtliche C&A-Filialen. Dabei lernte ich zahlreiche Au- nd Prominente kennen – mit vielen von ihnen pflege ich bis heute einen persönlichen Kontakt“, so Heier.

Unternehmen aus der Region

TV und Presse geben sich bei ihm die Klinke in die Hand

Über die Jahre seiner künstlerischen Tätigkeit hat der Schwabe Kontakte aufgebaut, die ihm heute zu großer Popularität verhelfen. Er wurde im Playboy als einer der besten Barbershops in Deutschland genannt. Sein ehrenamtliches Engagement„Haarschnitte für Obdachlose“ hat ihm die Nominierung zum „Goldenen Bulli 2018“ eingebracht. Wo immer er sich in Stuttgart präsentieren kann, ist er Vorort. Das zahlt sich aus, denn TV und Presse geben sich bei ihm die Klinke in die Hand, um die Kunde seiner Leidenschaft weiter in die Öffentlichkeit zu tragen. Sein jüngster Coup? 2024 klingelte bei ihm das Telefon und er durfte Kelly Osbourne frisieren.

Unternehmen aus der Region

„Ich liebe meinen Beruf als Friseur, ich liebe meinen Laden und sauge ihn in mich auf, ich bin demütig und dankbar, dass ich das hier machen kann“, sagt er. „Ich habe im Leben nichts verpasst, für mich gibt es keine Grenzen“. Für ihn ist das Haareschneiden wie ein gutes Essen, mit viel Leidenschaft und Liebe zum Detail. Am Ende soll es nicht nur gut aussehen, sondern sich auch rundum gut anfühlen-wie ein perfekt abgeschmecktes Gericht“, sagt er mit einem Lächeln.

„Ich liebe meinen Beruf, es ist der schönste Beruf der Welt! Jemanden schön machen, berühren, die Kopfhaut massieren, zu spüren, dass es den Menschen guttut, das ist wahre Wertschätzung!“

Als Friseur ist er oft auch Seelsorger und Gesprächspartner. „Oh, tut das gut“, hört er oft, wenn er seinen Kunden die Haare wäscht und massiert.„Das sind die Momente, die ich nie vergesse. Deshalb liebe ich meinen Beruf. Im Gegensatz zu Berufen in anderen Branchen sehe ich sofort ein Ergebnis und bekomme direkt eine positive Reaktion vom Kunden – das ist das Besondere an meinem Handwerk“, so Heier.

Und gleichzeitig ist es für ihn die Motivation für sein Engagement für Obdachlose. „Die sind total aufgeregt, wenn sie zu mir kommen und freuen sich so, die Haare geschnitten zu bekommen. Oft bezahlen sie mit einem Schokolädle, weil sie kein Geld für den Haarschnitt haben“. Jeden ersten Montag im Monat bietet er Obdachlosen seine Dienste in seinem Salon in Weilimdorf an – ohne Voranmeldung. Sein Ziel: „Die Leute sollen sich fühlen wie Kelly Osbourne – oder wie die Manager und Führungskräfte der großen Automobilindustrie.“

Damit das auch in Zukunft so bleibt, wünscht sich Bernd Heier engagierte und talentierte Mitarbeiter. Ab Juni 2026 werden neue Stellen ausgeschrieben – Bewerbungen sind herzlich willkommen. Kapazität für viel mehr Kunden wäre vorhanden. Momentan steht ihm Veton Redjepi als einziger Mitarbeiter zur Seite. Und wie sieht sein perfekter Mitarbeiter aus? „Nur die besten, hervorragend ausgebildeten Friseure, die höchsten Ansprüchen gerecht werden“.