In der Gebäudereinigung wird professionell gereinigt, nicht geputzt. Das Handwerk will erlernt sein. Dennoch ist die Arbeit aufgrund ihrer Vielfältigkeit auch besonders geeignet, um Inklusion im Arbeitsalltag zu leben. „Gebäudereiniger und Gebäudereinigerin ist ein richtiger Ausbildungsberuf“, erklärt Bettina Krutwig, die Geschäftsführerin der Carisma Gebäudemanagement und Service GmbH in Bad Cannstatt. Gebäudereinigung, das heißt, für Sauberkeit im Innen wie auch Außenbereich verschiedenster Gebäude sorgen, und das setzt Wissen voraus: Wissen um die unterschiedlichsten Reinigungstechniken und Hygienestandards, den Einsatz und die Wirkung von Reinigungsmitteln, wie auch den Umgang mit verschiedensten Maschinen, von der Hebebühne bis zum Dampfstrahler.„Es ist ein krisensicherer Job, in dem man sich bis zum Meister, der Meisterin weiterbilden kann“, betont Krutwig.
Wer sich für eine Ausbildung bei dem Gebäudemanagement und Service GmbH Carisma entscheidet oder sich dort um eine Arbeitsstelle bewirbt, wird Teil eines ganz besonderen Teams. Teams. Unternehmerisches Denken und soziale Verantwortung gehen bei dem der Caritas zugehörigen Dienstleister eine Symbiose ein. Jeden Tag werden in dem anerkannten Inklusionsbetrieb Integration und Inklusion gelebt. „Unter unseren 185 Mitarbeitenden finden sich zu 75 Prozent Personen mit Migrationshintergrund aus 25 Nationen, und zu unserem großen Team zählen auch Menschen mit Handicap. Wir leben wirklich Tag für Tag Inklusion und haben uns speziell die Integration von Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt zur Aufgabe gemacht“, erklärt Bettina Krutwig. Seit 2003 bringt die "starke Truppe von Carisma Sauberkeit in die unterschiedlichsten Räumlichkeiten. Altenheime, Praxen, Büros werden gereinigt. Ganz nach dem Motto: „Denn nur sauber reicht uns nicht“, setzen die Mitarbeitenden aber auch höchste Qualitätsansprüche, wenn es um die Sauberkeit von Kindertagesstätten oder Küchen geht.
- Im ganzen Unternehmen wird – ohne Ausnahme auf Augenhöhe kommuniziert. Das Arbeitsumfeld ist von gegenseitigem Respekt geprägt. „Unsere Mitarbeitenden aus allen Nationen, mit und ohne Behinderung, sind ein tolles Team. Die Zusammenarbeit klappt, und für Probleme aller Art finden sich immer Ansprechpartner“, hebt auch Regina von Eif, die Leiterin Inklusion und Personal bei Carisma hervor. Gerade die Arbeit in der Gebäudereinigung eigne sich sehr gut dafür, Menschen mit Handicap zu beschäftigen, da sich diese Arbeit gut aufteilen lasse und viele Möglichkeiten biete. Wer beispielsweise Probleme mit der Orientierung hat, kann sich gezielt nur Fluren und Gänge annehmen, auch Bildmaterial als Wegweiser zu den Arbeitsstellen ist hilfreich. Wer sich mehr zutraut, kann aber durchaus auch die Hausmeistertätigkeit für ganze Objekte übernehmen. „Unsere Mitarbeitenden mit Handicap sind ein Vorbild in Sachen Pünktlichkeit, Einsatzbereitschaft und Engagement“, betont Bettina Krutwig.
Der Mensch im Mittelpunkt
„Bei den Menschen mit Handicap ist es wichtig, dass wir ihre Verantwortung fördern, ihnen etwas zutrauen und sie dazu bringen, sich einzubringen“, erklärt Regina von Eif. Udo etwa ist seit 15 Jahren mit dabei. Eigentlich gelernter Bäcker haben ihn die Lebensumstände und Gesundheitsprobleme über Umwege zu Carisma gebracht – eine Entwicklung, die er zu schätzen weiß. Die Arbeit macht er gerne, zur Arbeit geht er gerne. Zuerst viele Jahre als Springer eingesetzt, hat er später ein Objekt alleine gereinigt. Jetzt, da die Augenprobleme stärker werden, die Knochen sich öfter beschweren, ist er froh, in der Zentrale in Bad Cannstatt für die Räumlichkeiten zuständig zu sein. Wo Udo ist, hat Schmutz keine Chance, und er betont: „Ich habe keinen Stress bei meiner Arbeit, kann sie in dem Tempo machen, wie ich es kann, das mag ich“ - und so freut er sich auf jeden Arbeitstag und die Kolleginnen und Kollegen im Büro.
Ein Team, das heißt auch durchaus, dass viele der angebotenen Weiterbildungen und Seminare für alle konzipiert sind – man lernt zusammen auf einem Niveau, das für alle passt.