Im Jahr 2023 wurde Metallbau Heimsch mit dem Ausbildungspreis der Handwerkskammer Region Stuttgart ausgezeichnet. Das zeugt von viel Engagement für den Nachwuchs im Metallbauerhandwerk. „Bei uns sind die Azubis von Anfang an ein Teil der Mannschaft“, betont Juniorchef Moritz Stöhr und ergänzt: „Jeder unserer zehn Mitarbeitenden, alle Kenner ihres Fachs - nimmt sich den Auszubildenden an und gibt sein Wissen an sie weiter.“ So ist es möglich, dass die angehenden Metallbauer schon während ihres ersten Lehrjahres selbstständig eigene kleine Projekte umsetzen dürfen. „Ein Fenstergitter war meine erste Arbeit“, erinnert sich Nikita. Der 16-Jährige ist jetzt im zweiten Lehrjahr zum Metallbauer Fachrichtung Konstruktionstechnik und fertigt gerade die Unterkonstruktion eines Fluchtweges. Die Arbeit mit Metall, die sehr viel Präzision erfordert, mag er. „Etwas mit Metall wollte ich schon immer machen“, sagt der Heimsch-Azubi.
Auf seinen Ausbildungsbetrieb ist er im Rahmen eines Schulbesuchs aufmerksam geworden. „Seit zwei Jahren sind wir Bildungspate der Körschtalschule in Plieningen“, erklärt Moritz Stöhr. Mehrmals jährlich werden Abschlussklassen der neunten und zehnten Stufe in die Werkstatt eingeladen. Bei der Betriebsbesichtigung wird den Schülerinnen und Schülern der Beruf des Metallbauers vorgestellt. Dass es schon im ersten Jahr des Engagements mit einer Nachwuchsgewinnung funktionierte, freut den Juniorchef sehr. Das respektvolle Miteinander gehört bei Metallbau Heimsch zur Tagesordnung und das gesamte Team ist per Du. Da nimmt sich auch Juniorchef Stöhr nicht raus, was Azubi Nikita echt cool findet. Zum Frühstück wie auch zum Mittagessen kommen alle zusammen, Letzteres bekommen die Azubis im ersten Lehriahr sogar umsonst.
Die regelmäßigen Ausflüge sind immer wieder ein besonderer Spaß und schweißen das Team sprichwörtlich zusammen. Da geht es in den Klettergarten, auf die Kartbahn, beispielsweise auch weg über ein langes Wochenende, wie in vergangenen Jahren nach Hamburg oder München, und natürlich wird auch gemeinsam gegrillt. Vor über einem Jahr wurde bei Metallbau Heimsch erfolgreich die Vier-Tage-Woche eingeführt und so umgesetzt, dass sie weder zu Abstrichen am Gehalt noch an der Arbeitszeit führt. Von Montag bis Donnerstag wird nun jeweils neun Stunden gearbeitet, das geht mit echten Vorteilen für die Montage einher. Und damit die Arbeitszeit nicht reduziert werden musste, wird einmal im Monat an einem festgelegten Freitag gearbeitet. „Das neue Arbeitszeitmodell hat sich inzwischen fest etabliert und funktioniert prima, wir alle profitieren von dem langen Wochenende“, erklärt Stöhr.„Im Metallbau arbeiten, das ist jeden Tag eine Herausforderung, denn alles muss millimetergenau sein,“ schwärmt Moritz Stöhr von dem Beruf des Metallbauers, den er einst selber erlernt hat: „Und in den meisten Fällen sieht man unsere Arbeit auch. Ob an öffentlichen Gebäuden oder bei privaten Kunden, das fertige Bauteil montiert zu sehen und anderen zeigen zu können, macht viele unserer Mitarbeitenden stolz.“ Wer den Gesellenbrief in der Tasche hat, dem stehen die Weiterbildungsmöglichkeiten zum Meister oder Techniker offen. Oder etwa auch die Weiterbildung zum Betriebswirt des Handwerks - ein Weg, den Stöhr nach Ausbildung und Studium eingeschlagen hat.
Gute Metallhandwerker sind gesucht. Sehr freuen würde sich Moritz Stöhr, wenn sich mehr Frauen für den Beruf interessieren würden. „Viele Frauen sind handwerklich sehr geschickt und feinfühlig, das hat uns schon so manche Praktikantin im Betrieb gezeigt. Es ist eine Mähr, dass das Metallbauerhandwerk nichts für Frauen ist“, sagt der Juniorchef.
Klar sei die Arbeit überwiegend körperlich anstrengend, aber es gibt viele Maschinen zur Unterstützung und man arbeite immer gemeinsam im Team.