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Das erste Cannstatter Weihnachtsbüchle: Von Schneebäumen und Papageien

Ein Büchlein mit 20 Weihnachtsgeschichten: eingeschneite Tannenbäume, Papagei am Christbaum, Erinnerungen aus Pflegeheimen, Begegnungen mit Nikolaus, Christkind und Weihnachtsmann.

Das erste Cannstatter Weihnachtsbüchle: Von Schneebäumen und Papageien

Die Autorinnen und der Autor des ersten Cannstatter Weihnachtsbüchleins „Der rollende Baum“ (von links): Carmen Jud, Peter Lechleitner, Claudia Degler, Uschi Lechleitner. Foto: eha

Das erste Cannstatter Weihnachtsbüchle „Der rollende Baum“ ist in diesem Jahr im Ludwigsburger NiKROSVerlag erschienen. Viele Menschen haben mit ihren Geschichten dazu beigetragen, etwa Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler, der evangelische Dekan Eckart Schultz-Berg oder der katholische Pfarrer Andreas Krause von Liebfrauen. Von Ute Mey, der ersten Preisträgerin des Wettbewerbs „Deutschland Deine Schwaben update 2014“, den der Verein ’s Dudelsäckle zum 100. Geburtstag von Thaddäus Troll ausgeschrieben hatte, stammt die wahre schwäbische Geschichte von einem eingeschneiten Christbaum. Bei Uschi und Peter Lechleitner, die Stammgäste in der Begegnungsstätte „Brücke“ des Evangelischen Vereins sind, dreht sich alles um einen Papagei am Weihnachtsbaum. Claudia Degler, die Geschäftsführerin des Evangelischen Vereins, erzählt von den Weihnachtsfeiern im Pflegeheim und den vier Häusern mit Betreutem Wohnen, und Carmen Jud, die Leiterin der "Brücke“, vom Nikolaus, Christkind und Weihnachtsmann.

Unternehmen aus der Region

Das Cannstatter Weihnachtsbüchlein, herausgegeben von Klaus Wagner und Petra Marion Niethammer, enthält 20 Geschichten ums Fest, aus der Vergangenheit und der Gegenwart. „Oh Tannenbaum“ heißt die Geschichte von Ute Mey, die sie selbst erlebt hat. „Der eingeschneite und gefrorene Tannenbaum stand auf unserem Balkon, und da bei uns traditionell der Baum erst an Heiligabend aufgebaut und geschmückt wird, hatten wir ein Problem“, sagt die Lesepatin, die Mitglied im Kulturverein Dudelsäckle ist und das Erzählen in ihrer Muttersprache liebt. Ein Auftauen in der Wohnung sei wegen der Überschwemmungsgefahr nicht möglich gewesen. „Wir standen ohne Christbaum da, und ich war geknickt.“

80 Seiten umfasst das erste Cannstatter Weihnachtsbüchle

Doch die Geschichte nahm ein glückliches Ende dank des Krippenspiels, das ums Christbaumschmücken ging: „Am allerbeschda hod de Kenderkirchmidarbeiderinna (ond des sag i jedzd net wegem Gendern, sondern weils wirklich bloß Fraua warad) die Stell gfalla, als dr Vadder saga muss: „I schneid des Lametta grad.“ Soll des hoissa, dass er die Lamettastroifa mid dr Scher grad schneided, damit se net schief send oder schneided er se grad - em Augablick? No heid, nach viele Johr, muss i, wenn i „Lametta“ hör, an den Satz denka ond schmunzla“, schreibt sie.

Als das Krippenspiel zu Ende ist, kommt die Frage auf, was mit dem kleinen geschmückten Baum passieren soll. Ihre zwei Kinder hätten vom eingeschneiten Baum auf dem Balkon erzählt. „Nadierlich hän sen mitnehma dürfa ond se sen froh mit dem Baum hoimglaufa ond hän laut gsonga: Oh Tannabaum.“

Auch die Weihnachtsgeschichte der Lechleitners ist wahr, und ein Papagei spielt die Hauptrolle. 33 Jahre hatte Peter Lechleitner eine Blaustirnamazone namens Joschi. Vor einigen Jahren, um die Weihnachtszeit, wollte der Vogel nichts mehr essen, und am 6. Januar musste Joschi eingeschläfert werden. Im nächsten Urlaub habe der Vogelfreund in einem Laden jede Menge Weihnachtsdeko gesehen, heißt es in der Geschichte. Beim Christbaumschmuck entdeckte er einen Papagei, der aussah wie sein verstorbener gefiederter Gefährte. „Da hab’ ich gedacht, der muss her. Jetzt freue ich mich jedes Weihnachten, wenn er am Christbaum hängt, und denke an Joschi“, sagt Peter Lechleitner, und Hansi, sein treuer Wellensittich, pfeift dazu aus seinem Käfig heraus.

Unternehmen aus der Region

Das 80 Seiten umfassende erste Cannstatter Weihnachtsbüchle gibt es zum Preis von 9,80 Euro bei Osiander in der Marktstraße und am Stand vom ’s Dudelsäckle an diesem Samstag auf dem Weihnachtsmarkt in Neugereut.

Von jedem verkauften Exemplar gehen 50 Cent an die Aktion Weihnachtsfreude, die seit 16 Jahren in Bad Cannstatt den Wunschbaum aufstellt, an den Bedürftige gelbe Wunschkarten hängen, die von Bürgerinnen und Bürgern erfüllt werden.

Von Eva Herschmann