Anzeige

Stuttgart lokal

Württemberger Weinmeisterschaft: Genuss aus der schwäbischen Toskana

In der fünften Saison der Meisterschaft erleben Leserinnen und Leser erneut Blindproben, starke Betriebe, überraschende Finalisten und ein Leservotum, das die Breite württembergischer Weine zeigt.

Württemberger Weinmeisterschaft: Genuss aus der schwäbischen Toskana

Die Württemberger Weinmeisterschaft, inzwischen in der fünften Saison, ist längst zu einer festen Größe in der Branche avanciert. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Nicht nur die besten Gespräche entstehen in der Küche, sondern manchmal auch die besten Ideen. Jedenfalls erzählt Holger Gayer, Geschäftsführender Redakteur von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten, dass die Geschichte der Württemberger Weinmeisterschaft 2021 in seiner Küche begann. Es war die Zeit, als Online-Weinproben aufkamen. Auch für die Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten wurden virtuelle Verkostungen durchgeführt, mit den Leserinnen und Lesern daheim am Bildschirm.

Daraus entwickelt wurde ein Konzept, das bis heute einzigartig ist: „Könnte man privaten Genießern nicht auch die Möglichkeit geben, darüber abzustimmen, was ihnen am besten schmeckt“, fragte sich Holger Gayer damals. Gefragt, getan: Alle Weinbetriebe in Württemberg wurden angeschrieben, ihre besten Weine für einen ganz neuartigen Wettbewerb in vier ganz einfachen Kategorien einzureichen - von günstigen Weißen bis hin zu teuren Roten.

Unternehmen aus der Region

In der fünften Saison der Meisterschaft

Als Partner konnte die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg mit deren Direktor Dieter Blankenhorn gewonnen werden, wo alle Weine in einer Blindprobe von unseren Weinkolumnisten verkostet werden. Die sechs besten einer Kategorie werden dann vom Moderator Holger Gayer gemeinsam mit den Winzern für die Leser zur Abstimmung vorgestellt.

Unternehmen aus der Region

Inzwischen sind wir in der fünften Saison der Württemberger Weinmeisterschaft, die längst zu einer festen Größe geworden ist und 2022 vom Bundesverband der Zeitungsverleger als eines der drei innovativsten neuen Formate gewürdigt wurde. So schmücken sich die Betriebe zwischen ihren Auszeichnungen etwa beim Deutschen Rotweinpreis oder dem Vaihinger Löwen - ob im Verkaufsraum sichtbar mit Urkunde und dem großen „W“ oder auf ihren Homepages - gerne auch mit dem Titel Württemberger Weinmeister. Schließlich gibt es keinen anderen Preis, der einen so direkten Bezug zu den Verbrauchern hat, denn es wurde ja von ihnen dafür abgestimmt.

Kein Wunder also, dass Jahr für Jahr einige„Wiederholungstäter“ ins Rennen gehen, ob Familienbetrieb oder Genossenschaft: das Weingut Bernhard Ellwanger, die Weinmanufaktur Stuttgart, die Privatkellerei Eberbach-Schäfer, das Panoramaweingut Hohenhaslach, die WG Cleebronn-Güglingen, um nur einige zu nennen. Und auch die Besten scheuen sich nicht, sich vorab der Auslese einer Blindprobe und dann dem Leservotum zu stellen, allen voran Mitglieder des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter wie Herzog von Württemberg, Graf Neipperg, Dautel, Aldinger, Wachtstetter, Jürgen Ellwanger oder Markus Heid.

Unternehmen aus der Region

Aber das Schöne an der Blindprobe ist auch, dass es immer wieder Betriebe in eine Finalrunde schaffen, mit denen man nicht gerechnet hätte, das kleine Weingut Luckert zum Beispiel mit einem Besenwein oder die riesige Württembergische Weingärtner-Zentralgenossenschaft mit einem Riesling. Wie sagte Kurt Freudenthaler vom Weinkonvent Dürrenzimmern in einer der Finalrunden?„Genossenschaften haben immer noch den Ruf, dass sie keine großen Weine hervorbringen können.“ Ein Vorurteil, das die Württemberger Weinmeisterschaft widerlegt hat, haben doch Genossenschaften wie das Lembergerland, die Remstalkellerei oder das Collegium Wirtemberg schon Titel holen können.

Ein wichtiges Statement dazu lieferte Jürgen Off, Kellermeister der Weinmanufaktur Stuttgart, der auch „roter Riese“ genannt wird, weil er schon sieben Mal den Deutschen Rotweinpreis gewonnen hat: „Ganz oben strengt man sich überall an, aber auch die Basis muss stimmen.“ Richard Baumgärtner vom Panoramaweingut Hohenhaslach sagte sogar: „Die Breite ist wichtiger als die Spitze.“ Denn ja, natürlich: Das tägliche Brot für viele Betriebe sind nicht die Topgewächse, sondern die Alltagsweine, die von den Kunden am meisten gefragt werden.

Unternehmen aus der Region

Auch ein Stück Heimatkunde

Aber die Württemberger Weinmeisterschaft zeigt eben auch, was für großartige Große Gewächse im Land entstehen - aktuell könnte man auch Festtagsweine dazu sagen - wie zum Beispiel der Pinot Noir Herzogenberg, mit dem das Weingut Wöhrwag im Vorjahr den Sieg in der Kategorie Rotweine ab zwölf Euro geholt hat, zusätzlich zum Gewinn bei Weißweinen bis zwölf Euro mit dem Gutswein Riesling. Was ist das Erfolgsgeheimnis in Untertürkheim, wo man ja auch einmal die seit 2022 laufende Rosé-Edition gewonnen hat? „Ich mache nur noch Weine, die mir selbst schmecken, und frage nicht nach dem Markt“, sagte Hans-Peter Wöhrwag bei der Siegerehrung.

Unternehmen aus der Region

Nicht nur nebenbei ist die Württemberger Weinmeisterschaft immer auch ein Stück Heimatkunde, in der die einzigartige Schönheit unserer Kulturlandschaft mehr ins Bewusstsein gerückt wird. Obwohl einzigartig? Die Winzer treten nicht nur mit ihren Weinen, sondern zum Beispiel auch damit in den fröhlichen Wettstreit miteinander, wo denn nun genau die „schwäbische Toskana“ liegt. Im Angebot wären das Remstal, das Zabergäu, die Bodenseeregion und die Löwensteiner Berge. Wir empfehlen, einfach überall mal hinzufahren, nachzuschauen - und die Weine und die Landschaft zu genießen.

Das Finale der Württemberger Weinmeisterschaft mit Preisverleihung findet am 5. Dezember statt. Die Pakete mit den Weinen der Saison 2025 und viele mehr sind unter https://www.shop711.de/collections/wein erhältlich.

Alle bisherigen Sieger der Württemberger Weinmeisterschaft

2021
-Weingut Kuhnle, 2020 Riesling Alte Reben
-Weingut Herzog von Württemberg, 2020 Riesling-Sauvignon Blanc
-Weingut Dautel, 2018 Cuvée Jakob D.
-Weingut Heid, 2018 Melchisedec Syrah
2022
-Weingut Escher, 2021 Rosé Erste Begegnung
-Lembergerland, 2021 Grauburgunder Meisterwerk
-Collegium Wirtemberg, 2020 Riesling Katharina
-Weingut Bernhard Ellwanger, 2020 Lemberger Gutswein
-Rainer Wachtstetter, 2018 Lemberger Spitzenberg GG
2023
-Weingut Wöhrwag, 2021 Spätburgunder Rosé
-Weingut Bernhard Ellwanger, 2022 Grauburgunder
-Remstalkellerei, 2022 Sauvignon Blanc
-Weingut Raimund Laicher, 2018 Lemberger ***
-Weingut Dobler, 2018 Cabernet Sauvignon
2024
-Weingut Escher, 2023 Rosé Heimatliebe
-Weingut Wöhrwag, 2023 Gutswein Riesling
-Weingut Dobler, 2023 Sauvignon Blanc ***
-Lembergerland, 2022 Lemberger Meisterwerk
-Weingut Wöhrwag, 2019 Pinot Noir Herzogenberg GG
2025
- Weingut Gold, 2024 Muskat Rosé