Sanfte Reinigung, hautfreundliche Trocknung, intuitive Steuerung – und die perfekte Temperatur per Knopfdruck: Um was könnten sich diese vollmundigen Versprechungen wohl drehen? Überraschung, es sind Klos, die ihre Hersteller so oder so ähnlich anpreisen. Für ein „Alltagserlebnis zum Wohlfühlen“ sollen die Funktionen eines Dusch-WCs von Villeroy & Boch laut Hersteller-Webseite sorgen. Die Badkeramik-Firma Duravit bewirbt Dusch-WC-Modelle auf ihrer Homepage als „wahre Designerstücke“ – mit Gesäßdusche, Sitzheizung, beleuchtetem Innenbecken und anpassbarer Wassertemperatur. Und beim Hersteller Hansgrohe „vereint“ ein Dusch-WC aus dem Sortiment laut Webseite „maximalen Komfort, Design und intuitive Bedienung“. Es bietet etwa UV-Desinfektion des Duschstabs und eine in den Sitz integrierte Geruchsabsaugung. Smarte Toiletten also. „In Japan und den USA sind sie längst Standard, in Deutschland gibt es sie inzwischen seit einigen Jahren“, sagt Trendforscher Frank A. Reinhardt. Hier führten sie aber bisher ein Schattendasein mit einem bescheidenen Marktanteil. Dem Kurator der Trendausstellung „Pop up my Bathroom“ auf der Messe ISH in Frankfurt zufolge sind sie nun auch hierzulande langsam im Kommen.
Doch was bringt so ein smartes Dusch-WC eigentlich? Der große Unterschied zum normalen WC ist etwa, dass der Popo statt mit Toilettenpapier mit einem Duschstrahl sanft gereinigt wird. Er bewegt sich hin und her, sodass das Wasser an den richtigen Stellen ankommt. Wassertemperatur und Stärke des Strahls lassen sich individuell einstellen. Anschließend wird geföhnt. Klingt komfortabel, ist aber nur etwas für Leute, die gern auf dem Klo sitzen. „Nutzer sollten bedenken, dass dieses Prozedere seine Zeit braucht“, sagt Gordon Fischer, Inhaber einer Sanitär- und Heizungsfirma in Rüdersdorf, der solche WCs bei seinen Kunden installiert. „Sechs bis sieben Minuten dauert ein Toilettengang mindestens.“ Schön, wenn man dann eine gute Klolektüre parat hat.
Doch nicht nur WC-Leser sind gut aufgehoben auf den modernen Schüsseln. Auch ältere Menschen sollen von den Klos mit smarten Funktionen profitieren. „Viele haben wegen körperlicher Einschränkungen Schwierigkeiten, mit dem Toilettenpapier an ihr Hinterteil zu kommen“, sagt Jens J. Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS). „Für sie ist die sanfte gründliche Reinigung mit einem warmen Duschstrahl besonders angenehm und erhält ihre Selbstständigkeit beim Toilettengang.“ Und: Es muss auch nicht alles auf einmal sein. Dusch-WCs gibt es oft in einer Klassiker-Variante und mit Komfortausstattung. Die Basis-Variante wartet dann etwa mit klassischer Duschfunktion und Föhn auf. In der Komfortvariante kommen Extras wie Sitzheizung und beleuchtete Innenbecken dazu. Letzteres bewerben Hersteller etwa mit dem erleichterten Auffinden der Toilette bei Nacht. Und neben der Gesäßdusche bietet die mit einem separaten Arm ausgestattete Frontdusche bei WCs eine vor allem für Frauen gut nutzbare zusätzliche Hygienefunktion.
Selbstverständlich lässt sich so ein voll ausgestattetes Dusch-WC auch per App steuern. Technikaffine und gesundheitsbewusste Menschen könnten ihre Freude daran haben, dass die smarten Toiletten sogar Gesundheitsdaten erheben können. „In Japan werden diese Features gern genutzt, in Deutschland ist das allerdings noch nicht so sehr verbreitet“, sagt Wischmann. Welche Funktionen am Ende für wen infrage kommen, ist eine individuelle Entscheidung. „Wichtig ist das Ausprobieren dieser Toiletten“, sagt der VDS-Geschäftsführer. So findet man am besten heraus, ob man spezielle Ausstattungsvarianten wirklich braucht. Zur Probe aufs Klo gehen? In einigen Sanitärausstellungen sei es möglich, die intelligenten Toiletten zu testen.
Dann muss natürlich auch die Optik stimmen. Während frühere Modelle noch ziemlich groß und klobig waren und das Badezimmer dominierten, sind die Dusch-WCs heute so groß wie herkömmliche Toiletten. Neue Modelle passen in jedes Bad, auch in kleinere Räume. Sie sind in der Regel kompatibel mit vorhandenen Anschlüssen. Man muss lediglich daran denken, einen zusätzlichen Stromanschluss dafür einzuplanen. „Die Technik ist zurückhaltend, alles kann per Fernbedienung eingestellt werden“, sagt Wischmann. Brauchen Sie alles nicht? Die Entwicklung des Dusch-WCs hat auch die normalen Toiletten verändert. „Im Zuge dieser Innovationen wurden die spülrandlose Innengeometrie und die Flush-Spülung entwickelt, bei der der gesamte Innenraum bespült wird, ohne zu spritzen“, sagt Trendexperte Reinhardt. „Davon profitiert auch das Standard-WC.“ Der Spülrand war immer die Problemzone der Toilette. Darunter konnten sich Schmutz und Kalk sammeln und festsetzen. Aber er wurde gebraucht, um zu verhindern, dass das Wasser beim Spülen über den Rand spritzt. „Bei der spülrandlosen Variante sind der Innenraum des Beckens und die Strömungswege des Wassers nun so optimiert, dass das Wasser im Becken bleibt und es rundum spült“, erklärt Wischmann. Durch den Wegfall des Hohlraums am Innenrand gibt es keine schwer zugänglichen Bereiche mehr, die aufwendig geputzt werden müssen. Spülrandlose WCs verbrauchen zudem weniger Wasser als andere. Das ist bei täglich sieben bis zehn Toilettengängen pro Person nicht unerheblich. Standard ist mittlerweile auch in privaten Haushalten die Zwei-Mengen-Spülung, wie man sie aus öffentlichen Toiletten kennt. Hier hat der Klogänger ebenfalls die Wahl: zwischen einer kleinen und einer großen Menge Wasser.
Von Katja Fischer
Diese Pflanzen passen ins Badezimmer
Hohe Luftfeuchtigkeit und nicht selten eher wenig Tageslicht: Wer sein Badezimmer begrünen will, braucht Pflanzen, die das mitmachen. Grüne Empfehlungen für die Nasszelle.
S ie haben ein eher dunkles Bad, das durch Pflanzen wohnlicher werden soll? Dann ist womöglich das Einblatt (Spathiphyllum wallisii) keine schlechte Wahl. Die Pflanze mag, so beschreibt es die Plants & Flowers Foundation Holland, eine hohe Luftfeuchtigkeit und gedeiht auch gut in Räumen ohne viel Licht. Das Substrat muss immer leicht feucht ein und einmal im Jahr sollten man das Einblatt dann umtopfen, so rät es das Magazin „Mein schöner Garten“. Aber Vorsicht: Das Einblatt ist giftig. Es muss also unbedingt außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren platziert werden.
Ein Klassiker mit opulenten Blättern, der sich ebenfalls für eher dunkle Bäder eignet: die Monstera. Die Pflanze mag laut Plants & Flowers Foundation eine hohe Luftfeuchtigkeit und warme Umgebung – und sie kann sowohl an einen Ort mit viel als auch mit wenig Tageslicht gestellt werden. Nur viel Durchzug sollte es dort nicht geben. Ebenfalls für eher dunkle Badezimmer geeignet: Calathea (Korbmaranten), die es mit Flammenmuster auf den Blättern oder etwa mit Streifen gibt. Sie alle mögen eine hohe Luftfeuchtigkeit und wenig Licht. Allerdings sind Calathea laut Plants & Flowers Foundation nicht sehr widerstandsfähig gegen Zugluft und Kälte. Direkt vorm Fenster sollten man sie also besser nicht stellen. Gegossen werden die Pflanzen am besten mit lauwarmem Wasser, das möglichst kalkarm ist, so „Mein schöner Garten“.
Für Badezimmer mit kleinem Fenster eignen sich übrigens auch Philodendronpflanzen. Sie bevorzugen einen Platz im (Halb-)Schatten. Und sie mögen es feucht und warm. Laut „Mein schöner Garten“ sollte man sie ein- bis dreimal die Woche mäßig gießen. Wohl fühlen sich die Pflanzen in kalkfreiem Substrat, ein übliches Zimmerpflanzensubstrat funktioniert demnach also bestens.
Sie haben Glück und ein helles Badezimmer? Wie wäre es dann mit dem Elefantenohr (Alocasia Zebrina)? Die Pflanze hat auffällig gemusterte Stängel, braucht zum Gedeihen viel indirektes Licht und – praktisch fürs Badezimmer – einen feuchten Platz. Eine Alternative für kleine Bäder: eine Kletterpflanze wie die Efeutute (Scindapsus). Sie mag feuchte Räume – egal ob hell oder eher dunkel – und kann etwa in einem Hängetopf an der Decke angebracht werden.
Egal, welche Pflanzen es nun werden: Achten Sie wegen der hohen Luftfeuchtigkeit im Bad besonders darauf, dass deren Blumenerde nicht zu feucht wird und schimmelt. Weil das Badezimmer feuchter ist als andere Räume im Haus, brauchen Badezimmerpflanzen in der Regel etwas weniger Wasser als Pflanzen in anderen Zimmern. Schimmelt doch einmal die Erde, empfiehlt die Plants & Flowers Foundatio, die oberste Schicht Erde im Topf abzunehmen und die darunter liegende Schicht mit einer Gabel aufzulockern. Die restliche Blumenerde sollte dann erst mal trocknen.
dpa