Diese beiden Werke faszinieren die Menschen von jeher durch ihre ungeheure rhythmische Kraft: der "Boléro" von Maurice Ravel und die "Carmina Burana" von Carl Orff. Beide sind am 4. Januar 2026 um 16 Uhr in der Liederhalle zu erleben, musiziert von Prague Royal Philharmonic, dem Münchner Motettenchor und dem Kinderchor Cantus Juvenum Karlsruhe. Solistisch sind die Sopranistin Bryndís Guðjónsdóttir, der Tenor Gustavo Martín Sánchez und der Bariton Paul Gukhoe Song dabei. Heiko Mathias Förster hat die Gesamtleitung. Auf dem Programm stehen auch die "Polowetzer Tänze" aus "Fürst Igor“ von Alexander Borodin.
Mit diesen beginnt die musikalische Reise durch Spanien und in das mittelalterliche Benediktbeuern. Ravels einsätziger Tanz speist sich aus zwei musikalischen Ideen, die immer und immer wiederholt werden. In einem Crescendo, das sich über das gesamte Stück spannt, beginnt er mystisch-meditativ und endet in einer wuchtigen Ekstase. Meditation und Ekstase bestimmen auch Carl Orffs Welterfolg. Tickets für das Konzert gibt es telefonisch unter 07 11/52 43 00 oder online unter stuttgartkonzert.de .
red
Vier Opern in einem Spektakel
Richard Wagners großes Musiktheater und den feinen Humor Loriots bringen die Staatskapelle Weimar und Heiko Mathias Förster zusammen mit Jan Josef Liefers am 11. Februar 2026 in die Liederhalle.
Wer auf den grünen Hügel nach Bayreuth pilgert, rechnet mit tapferen Helden, großer Dramatik, 15 Stunden Musiktheater - und ist überglücklich, wenn es noch Tickets gibt. Was eher unwahrscheinlich ist: dass Schmunzelmomente einen willkommenen Kontrapunkt zur erhebenden Musik Richard Wagners setzen. Aus gleich mehreren Gründen ist es daher eine sehr gute Sache, dass es am 11. Februar 2026 in der Liederhalle Richard Wagners "Ring an 1 Abend“ gibt - und dafür noch Tickets zu haben sind!
"Der Ring an 1 Abend“? Es war Loriots Idee, die gesamte Tetralogie von Wagners „Ring“ für die Aufführung an einem einzigen Abend zu bearbeiten. Seine Uraufführung erlebte„Der Ring an 1 Abend“ am 28. Oktober 1992 mit dem Ensemble des Nationaltheaters im Rosengarten in Mannheim. Loriot las seinen Text selbst, die ausgewählten Stücke aus den Opern erklangen konzertant - und das Ganze begeisterte Wagnerianer ebenso wie Menschen, die sonst mit dessen Werken eher nicht so viel am Hut haben.
Wenn am 11. Februar 2026 "Der Ring an 1 Abend“ nach Stuttgart kommt, dann sind namhaften Solistinnen und Solisten mit von der Partie, Heiko Mathias Förster leitet die Staatskapelle Weimar, und Loriots Texte liest kein Geringerer als Jan Josef Liefers (Foto oben). Keine Frage, dass er dafür die Idealbesetzung ist. Denn wie herrlich er trockenen Humor mit Leben füllt, weiß jeder, der ihn schon einmal als Gerichtsmediziner Dr. Boerne im "Münster-Tatort“ erlebt hat. Übrigens ist Boerne ein leidenschaftlicher Verehrer von Wagners Werk!
Loriot selbst war ebenfalls ein OpernFan: die beste Gewähr dafür, dass das eigenwillige Konzentrat mit Respekt, Zuneigung und Kenntnis erstellt wurde. An vielen Stellen darf geschmunzelt werden, während die Zusammenfassung Licht in die komplizierte Handlung bringt. Ungerührt wird konstatiert, dass man sich drei weitere Opern hätte sparen können, hätten sich die drei Rheintöchter zu Beginn Alberich gegenüber einfach etwas entgegenkommender gezeigt. Überhaupt bricht Loriot das Heldenepos sprachlich auf die nüchternen Bilder und Redewendungen des Alltags im Hier und Heute herunter - das macht den unwiderstehlichen Sprachwitz und Humor von Loriot aus.
So bewachen, die Rheintöchter, die alle Künstlernamen tragen, ein hochbrisantes Wertobjekt, wofür sie nicht im Mindesten geeignet sind. Wotan wird zum Unternehmer, dem die Kosten für seinen überdimensionierten Familiensitz Walhal über den Kopf wachsen, was ihn ordentlich in die Bredouille bringt. Die beiden Riesen Fafner und Fasolt, Bauunternehmer mit Schuhgröße 58, setzen ihn ziemlich unter Druck. Und dann sind da noch Wotans eheliche Außereinandersetzungen mit Fricka, die zu jenen gehören, die dem Ehemann keine Chance bieten". Natürlich sei die Ehefrau im Recht, aber das mache sie nicht sympathischer...
Die Uraufführung der Tetralogie jährt sich 2026 zum 150. Mal. Wie schön, dass nun am 11. Februar ab 19 Uhr die großen Szenen aus „Das Rheingold“, "Die Walküre“, "Siegfried“ und "Götterdämmerung“ in gut drei Stunden genossen werden können. Das gilt für alle Wagner-Fans - und solche die es noch werden könnten. Tickets gibt es unter 07 11/52 43 00 oder stuttgartkonzert.de .
Von Gabriele Metsker