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Harald Lesch: Vivaldi und das Klima

Der Astrophysiker reist durch die Erdgeschichte, und das Ensemble Merlin spielt dazu Antonio Vivaldis "Die vier Jahreszeiten".

Harald Lesch: Vivaldi und das Klima

Harald Lesch     Foto: Tobias Melle

Das hätte sich der „Prete Rosso“ sicherlich vor dreihundert Jahren nicht träumen lassen: Seine Komposition „Die vier Jahreszeiten“ moderiert von einem Astrophysiker mit Bezügen zum Klimawandel! Antonio Vivaldi, der wegen seiner Haarfarbe und seines Kirchenamtes den Beinamen "der rote Priester" trug, wusste sicherlich nichts vom Klimawandel, als er mit "Die vier Jahreszeiten“ (op. 8) eines der am meisten gespielten Werke der Musikgeschichte schrieb.

Doch nun kommen Vivaldis Musik und die Lebenswirklichkeit des 21. Jahrhunderts zusammen - in einer Veranstaltung, gestaltet von keinem Geringeren als dem durch seine Fernsehsendungen bekannten Astrophysiker Harald Lesch - zu erleben am Sonntag, 1. Februar 2026 um 19.30 Uhr in der Liederhalle. 

Außerdem mit dabei: das Merlin Ensemble Wien mit seinem Leiter Martin Walch. Sie nehmen das Publikum mit auf eine musikalische und wissenschaftliche Zeitreise, beginnend mit der Entstehung der Erde und ihrer Jahreszeiten bis hin zum gegenwärtigen Klimawandel. Auch die aktuelle Tagespolitik bleibt nicht verschont.

Für Harald Lesch sind Musik und Wissenschaft eine gute Kombination, wie er in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk gesagt hat. Musik sei der ideale Begleiter: "Nicht nur, um zu entspannen, sondern auch, um dem Gehirn die Gelegenheit zu geben, sich mit dem positiv auseinanderzusetzen, was da gerade gehört worden ist. Auch dann, wenn es sich gar nicht um so positive Nachrichten handelt." Denn bei dem, was er zu sagen habe, geht es ja natürlich nicht nur darum, wie die Erde zu ihren vier Jahreszeiten gekommen ist, sondern auch, wie diese sich durch den Klimawandel verändern. "Und das sind dann nicht so schöne Nachrichten", sagt Lesch. "Dafür ist die Musik aber der ideale Kontrapunkt."

Ob Mathematik für die Verbindung von Kunst und Wissenschaft hilfreich ist? Natürlich habe Musik wie auch die Mathematik eine klare Struktur. Insofern werde immer wieder gerne diese Parallelität von Musik und Mathematik hergenommen. "Aber ich glaube, in Wirklichkeit geht es einfach darum: Wenn Musik schön ist, dann ist sie schön. Und die Frage, welche Musik einem gefällt, ist keine mathematische, sondern eine, die etwas mit der eigenen Geschichte zu tun hat, mit den eigenen Erlebnissen und so weiter." Lesch weiß, von was er spricht: Mit 35 hat er angefangen, Klavier zu lernen. "Ich spiele immer noch und zwar leidenschaftlich und voller Inbrunst, im wahrsten Sinne des Wortes." Tickets unter 07 11/ 52 4300, stuttgartkonzert.de