Was ziehe ich eigentlich an, am allerersten Tag im Unternehmen? Eine Frage, die sich wohl viele künftige Auszubildende stellen. Ein Tipp, damit man sich am Schluss nicht overoder unterdessen und unwohl fühlt: Gleich im Vorstellungsgespräch fragen, welche Kleidung von Azubis erwartet wird oder zumindest vor Ort darauf achten, wie die Outfitordnung im Unternehmen aussieht. Aufschluss können auch die Firmenwebsite oder ein gesonderter Besuch im Ausbildungsbetrieb geben, rät die Stilberaterin Dunja Heß. Oder man wirft einen Blick auf den ein oder andere Social-Media-Post des Unternehmens: Anhand der geteilten Fotos kann man sich womöglich ein Bild über den Style der dort gezeigten Kolleginnen und Kollegen machen.
Layering: Einfach etwas ausziehen
Das alles hilft nicht weiter? Dann lässt sich ganz generell sagen: „Vom Gefühl her ist das Outfit nicht mehr der lockere Tag in der Schule“, so Dunja Heß. Damit wäre man in den meisten Firmen doch eher unterdessen. Aber man muss sich in der Regel auch nicht am Dresscode einer Hochzeit oder der eigenen Konfirmation orientieren. „Es ist eher der festliche 80. Geburtstag deines Opas, für den du deine guten Sachen trägst“, so Heß, die „Corporate Dresscode“-Beratung anbietet und entsprechende Konzepte mit Unternehmen entwickelt. Ihr Tipp, der nicht nur bei wechselhaftem Wetter, sondern auch bei Jobanlässen gut funktioniert: „einen Zwischenweg“ wählen und ein wenig Layering betreiben. Statt Anzug und Hemd trägt man also etwa eine Jeans zum Hemd oder zur Bluse - und einen Blazer darüber. „Sollte es zu schick sein, kann man den Blazer immer noch ausziehen“, so Heß.
Schlappen und Flipflops bleiben daheim
Gut zu wissen für alle, denen ein klassischer Büro-Look ein Graus ist: „Es muss nicht immer zurückhaltend oder neutral sein“, so Heß. Gerade wenn man neu im Unternehmen ist, kann es ihr zufolge für den eigenen Wiedererkennungswert sogar sinnvoll sein, den persönlichen Stil in die Garderobe einfließen zu lassen. Ein paar Dinge sollten Auszubildende im Ausbildungsalltag aber dennoch im Kleidungsschrank lassen: bauchfreie Tops, zerrissene Hosen, Jogginghosen, Flipflops oder Schlappen. Und auch abgenutzte Kleidung oder Schuhe bleiben Heß zufolge besser daheim. Es gibt einfach gar nichts Passendes im eigenen Kleiderschrank? Wenige Basics wie etwa zwei Hemden für die ersten Tage anzuschaffen, kann nicht schaden. Aber: „Kauft nicht gleich alles neu“, rät Heß. Denn wer mit der Shoppingtour oder der Großbestellung ein bisschen wartet, hat bald bessere Einblicke in den Ausbildungsalltag und kann nach und nach entscheiden, welche Stücke wirklich fehlen. dpa
So helfen Praktika beim Job-Einstieg
Mit Motivation und Zuverlässigkeit einen fehlenden Schulabschluss ausgleichen
Wer die Schule ohne einen Abschluss verlässt, stößt bei der Jobsuche oftmals auf Schwierigkeiten - vor allem dann, wenn es im Lebenslauf Lücken gibt. Aber was können junge Leute tun, um potenzielle Arbeitgeber dazu zu bringen, sie dennoch einzustellen?
Experten raten, dass Schulabbrecherinnen und Schulabbrecher bei Unternehmen nach einem Praktikum oder der Möglichkeit zu einem Probearbeiten fragen. „Praktika und Probearbeit sind eine gute Möglichkeit, Betriebe von den eigenen Fähigkeiten zu überzeugen“, sagt Irmgard Pirkl von der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Wer Motivation, Zuverlässigkeit und Interesse zeigt, könne damit in manchen Fällen einen fehlenden Schulabschluss ausgleichen und den Einstieg in eine Ausbildung schaffen.
Vielen Schulabbrecherinnen und Schulabbrechern fällt es allerdings schwer, sich bei einem Unternehmen um ein Praktikum oder für ein Probearbeiten zu bewerben. Darauf weist Anke Burmeister von der Beratungsstelle für arbeitslose Jugendliche und junge Erwachsene als Teil des Jugend-Job-Centers Düsseldorf hin.
Hilfe bei der Bewerbung
Aber auch das sollte keine Hürde sein: Die Agentur für Arbeit, das Jobcenter sowie das Jugendamt helfen dabei, passende Unterstützungsangebote wie beispielsweise Coachings und Bewerbungsunterstützung zu finden. Über solche Angebote könnten Schulabbrecher ein positives Selbstbild aufbauen und ihre sozialen Kompetenzen wie etwa Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit trainieren, so Burmeister. dpa
Wer bin ich? Was kann ich?
Die Berufswahl stellt viele Jugendliche vor eine große Herausforderung.
Je näher das Schulende rückt, desto dringlicher wird für viele Jugendliche die Frage: Wie soll es weitergehen? Ausbildung oder Studium und welcher Beruf passt zu mir? Eine Entscheidung, die den weiteren Lebensweg prägen kann. Entsprechend groß sind Unsicherheit und Druck. Gerade deshalb sollte die Berufsfindung Zeit bekommen. Ken Robin Völter, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit Stuttgart, kennt die Sorgen vieler Jugendlicher. Sein Rat: Die Entscheidung nicht aufschieben und dann vorschnell einen vermeintlich sicheren oder gerade angesagten Beruf wählen. Am Anfang steht die Selbstkenntnis: Was kann ich gut, was liegt mir und was macht mir Freude? Rede ich gerne mit Menschen, packe ich praktisch mit an oder tüftele ich lieber allein? Welche Schulfächer liegen mir, welche weniger? Wer diese Fragen ehrlich beantwortet, kann die Auswahl besser eingrenzen. Bei mehr als 330 Ausbildungsberufen und rund 19 000 Studiengängen fällt die Orientierung trotzdem nicht leicht. Online-Tests wie „Check-U“ der Bundesagentur für Arbeit können erste Hinweise geben. Auch die Einschätzung von Familie und Freunden kann hilfreich sein. Am Ende sollte aber die eigene Überzeugung ausschlaggebend sein.
Wer sich einen direkten Eindruck verschaffen möchte, kann Ausbildungs- und Berufsmessen besuchen. Unternehmen stellen dort ihre Ausbildungsberufe und Einstiegsmöglichkeiten vor. Häufig sind auch Auszubildende vor Ort, die aus erster Hand vom Arbeitsalltag berichten. Dabei wird deutlich: Derselbe Ausbildungsberuf kann je nach Branche und Arbeitgeber unterschiedlich aussehen. Auch Praktika oder ein freiwilliges Jahr können helfen, den eigenen Weg zu finden. Sie bieten die Möglichkeit, Arbeitsbereiche kennenzulernen und herauszufinden, was zu den eigenen Interessen und Fähigkeiten passt. Einen praxisnahen Ansatz verfolgt das Team von „Mein mutiger Weg“. Frederic Keller und seine Kollegen bieten Workshops für Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 bis 12 an. Sie wollen Jugendlichen auf Augenhöhe Mut machen, sich mit der eigenen Zukunft auseinanderzusetzen und einen individuellen Berufsweg zu planen. Denn den einen Beruf fürs ganze Leben gibt es immer seltener. Umso wichtiger ist es, die Berufswahl nicht als endgültige Festlegung zu sehen. Wer sich informiert, sich selbst realistisch einschätzt und Möglichkeiten ausprobiert, kann den Start ins Berufsleben selbstbewusst angehen. https://www.arbeitsagentur.de/ https://www.mein-mutiger-weg.de
Von Julia Alber