Wer heute eine Immobilie kaufen will, steht nicht nur vor der Frage nach Zins und Eigenkapital. Energieeffizienz und mögliche Sanierungspflichten gehören inzwischen ebenso zu den Unsicherheitsfaktoren für Kaufinteressentinnen und Interessenten. In der zweiten Runde des Round Table Baufinanzierung diskutieren die Experten, wie sehr diese Themen den Markt verändern – und wie die Banken damit umgehen.

Zu Beginn verdeutlicht Johannes P. Koch, wie stark das Thema energetische Sanierung bei den Kunden an Bedeutung verloren hat: „Vor drei, vier Jahren war die energetische Sanierung beim Immobilienkauf selbstverständlich Teil der Beratung. Heute fragen Kunden zuerst: Wie hoch darf meine Rate sein?“ Dennoch seien ökologische Maßnahmen unverändert relevant. Koch rät dazu, frühzeitig Beratung zu suchen – sei es bei Banken oder kommunalen Energiezentren.
Auch Axel Kamilli registriert eine deutliche Verschiebung: „Vor einem Jahr hatten wir eine ganz andere Dynamik. Damals sprach jeder von A-plus-Standards und maximaler CO₂-Einsparung. Heute müssen wir den Anspruch wieder überdenken.“ Eine Studie der Technischen Universität München habe gezeigt, dass theoretisch geplante Einsparungen oft nicht der Realität entsprächen.„Ideal ist häufig die Mitte – Energieklasse C oder D. Das ist ökologisch sinnvoll und ökonomisch tragfähig.“

Steffen Sammet sieht das ähnlich: „Es geht um Wirtschaftlichkeit. Und die rechnet sich nicht, wenn man in die höchsten Effizienzstufen geht.“ Gleichzeitig betont er, wie wichtig klare Rechenmodelle bei schwachen Energiewerten seien. Bei Gebäuden der Klassen G oder H würden bereits künftig notwendige Investitionen in die Kreditentscheidung einbezogen.
Heizungswechsel und Sanierungspflichten – Risiko für Käufer?
Moderator Heimo Fischer bringt das Thema Heizung in die Diskussion. Kamilli differenziert: „Bei Eigentumswohnungen sehe ich das entspannt. Da verteilen sich die Kosten für eine neue Heizung über Rücklagen auf die Hausgemeinschaft.“ Kritischer sei es bei Einfamilienhäusern, wo Einzelpersonen Investitionen alleine stemmen müssen. Sammet ergänzt: „Bei der Hausgemeinschaft ist es wichtig zu wissen, für welche Investitionen die Rücklagen eingeplant sind. Sonst kann man sich schnell verkalkulieren.“ Koch verweist auf die Praxis: „Die Lebenszeit von Gasheizungen kann sehr lange verlängert werden. Nicht jedes Szenario trifft sofort ein. Aber es wird Fälle geben, in denen Maßnahmen finanziell schmerzen. Das haben wir als Banken aber nur bedingt in der Hand.“Die Realität schaffe die Politik.
Kamilli berichtet, wie schwer es ist, Eigentümer für Sanierungsthemen zu motivieren: „Wir haben 70.000 Objekte analysiert und die Zielgruppe mit Energieklasse G oder H angeschrieben. Nur 60 bis 80 der angeschriebenen Kunden haben die Chance genutzt und investiert.“ Viele hätten Angst vor Baustellen, Handwerkermangel oder politischen Kurswechseln. Sammet bestätigt: „Viele fragen sich: Was ich heute saniere – ist das in zwei Jahren wieder überholt?“
Am Ende geht es noch um die Digitalisierung. Kamilli beschreibt die Fortschritte: „Unterlagen hochladen, Verträge digital einsehen, Beratung per Video – das ist inzwischen Standard. Etwa zehn Prozent unserer Fälle laufen komplett digital.“ Sammet sieht den größten Nutzen in effizienteren Abläufen: „Früher brauchte es drei Vorort-Termine, heute kann das Analysegespräch per Video stattfinden und die Unterschrift digital erfolgen.“ Vollautomatisierte Prozesse seien aber vor allem etwas für erfahrene Investoren.
Kann KI Kredite prüfen?
Fischer fragt nach der Rolle künstlicher Intelligenz in der Bonitätsprüfung. Kamilli erklärt: „Systeme prüfen schon jetzt Kontoauszüge und Ausgaben. Aber die BaFin verbietet, dass eine Maschine allein entscheidet.“ Koch sieht großes Potenzial: „KI wird uns helfen, Dokumente zu prüfen, Plausibilitäten zu erkennen und Prozesse zu beschleunigen. Aber niemand wird per Knopfdruck einen Kredit in Höhe von 587.000 Euro aufnehmen.“ Sammet ergänzt: „Dauerinvestoren, Immobiliensammler, die wollen und können digitale Wege gehen – aber die breite Masse braucht die persönliche Beratung.“
Zum Abschluss fragt Fischer nach den größten Fehlern, die Kreditnehmer machen können. Koch klare Aussage hierzu: „Der größte Fehler ist, zu spät mit der Bank in den Dialog zu gehen. Wer erst zur Beratung kommt, wenn die Traumimmobilie gefunden ist, wird oft enttäuscht.“ Für Kamilli liegt das Risiko in emotionalen Entscheidungen: „Wenn nur das Herz entscheidet und der Kopf ausgeschaltet wird. Das ist der größte Fehler.“ Sammet stimmt zu und blickt noch auf die wirtschaftlichen Risiken: „Viele sichern sich zu wenig ab. Arbeitslosigkeit, Krankheitsfälle – all das kann eine Finanzierung gefährden. Ohne ausreichenden Puffer wird es schnell kritisch.“
Fazit
Der Round Table zeigt: Baufinanzierung bleibt ein Balanceakt zwischen Sanierung pflichten, Fördermöglichkeiten und technologischem Wandel. Klar ist für Moderat Heimo Fischer und die Experten: Nur wer Risiken realistisch bewertet und sich frühzeitig beraten lässt, kann den Traum vom Eigenheim langfristig sichern.
Von Bianca Menzel
Sparda-Bank Baden-Württemberg eG
125 Jahre Tradition und ein Versprechen, das seit der Gründung Bestand hat: Die Sparda-Bank BW ist eine Genossenschaftsbank aus Überzeugung – eine Bank von Menschen für Menschen. Gemeinsam mit ihren Mitgliedern bringt die Genossenschaftsbank das Ländle voran – nicht zuletzt dank des sozialen, kulturellen und nachhaltigen Engagements ihrer fünf Stiftungen. Dieses Engagement in Kombination mit standardisierten Finanzprodukten macht die Genossenschaftsbank für ihre Kunden attraktiv. Der Fokus liegt dabei auf dem Ermöglichen von Wohneigentum.
Die Sparda-Bank BW ist der Baufinanzierer Nummer eins in Baden-Württemberg und wird für ihre Beratungsleistung regelmäßig ausgezeichnet. Als Direktbank mit 35 Filialen und 14 SB-Zonen in ganz Baden-Württemberg ist sie für ihre Kunden da. Sie ist mit 15 Milliarden Euro Bilanzsumme und rund 460.000 Mitgliedern die mitgliederstärkste Genossenschaftsbank in Baden-Württemberg und die größte Sparda-Bank Deutschlands.
Volksbank Stuttgart eG
Meine Heimat, meine Bank: Mit einer Bilanzsumme von rund 8,7 Milliarden Euro und etwa 270.000 Privat- und Firmenkunden ist die Volksbank Stuttgart eG eine der größten Volksbanken Baden-Württembergs.
Persönlich, lokal und digital betreut die Volksbank Stuttgart ihre Kunden an rund 100 Standorten sowie über Online-Services und das hauseigene KundenDialogCenter.
Gemessen an der Mitgliederzahl ist die Volksbank Stuttgart mit mehr als 175.000 Teilhabern die Nummer Eins unter den Volks- und Raiffeisenbanken im Südwesten. Lokal verankert, überregional vernetzt, demokratisch organisiert und an genossenschaftlichen Werten orientiert.
Der Region seit 1865 eng verbunden, ist die Volksbank Stuttgart eG Gründungsmitglied von neun Bürgerstiftungen und fördert jährlich über 1000 gemeinnützige Vereine und Institutionen.
BW-Bank
Seit über 200 Jahren steht die BW-Bank für Kundennähe, Innovation und Vertrauen. In Stuttgart zu Hause, bundesweit aktiv – mit Schwerpunkt auf Baden-Württemberg. Die BW-Bank betreut Privat- und Geschäftskunden sowie Unternehmenskunden mit besonderem Fokus auf den Mittelstand. In der Landeshauptstadt übernimmt die BW-Bank für die Landesbank die Aufgabe einer Sparkasse und bietet alle Arten von Bank- und Finanzdienstleistungen.
Als Omnikanalbank ist sie online und vor Ort in den Filialen erreichbar – mit persönlicher Beratung, digitalen Services und flexiblen Beratungszeiten. Die BW-Bank bietet Lösungen in den Bereichen Finanzen, Versicherungen und Vorsorge - alles aus einer Hand. Ob Immobilie finden und finanzieren, Vermögen aufbauen und anlegen oder fürs Alter vorsorgen: Expertinnen und Experten finden für jeden Lebensabschnitt und jede finanzielle Situation die passende Lösung. Für die Baufinanzierung verbindet die BW-Bank erstklassige Beratung mit maßgeschneiderten Lösungen, die zum Leben der Menschen passen – vom Immobilienkauf bis zur Vorsorge. Interessierte profitieren von einem Top-Zinssatz.