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Weinstock-Kirchengemeinde Münster-Mühlhausen: Miteinander auf dem Weg

Anfang des Jahres haben die evangelischen Kirchengemeinden Stuttgart-Münster und Stuttgart-Mühlhausen fusioniert. Das Zusammenwachsen braucht Zeit.

Weinstock-Kirchengemeinde Münster-Mühlhausen: Miteinander auf dem Weg

Beim Abendspaziergang im Oktober mit Bezirksvorsteherin Renate Polinski erkundeten rund 20 Interessierte das Gotteshaus in der Elbestraße. Fotos: Martina Fürstenberger

Große Diskussionen gab es nicht, als es damals um die Frage ging, ob man sich zusammenschließt oder nicht. „Die Notwendigkeit dazu war einfach da“, sagt Manfred Engelmann, Vorsitzender des Kirchengemeinderats. Denn wie überall gingen und gehen die Mitgliederzahlen zurück. Auch die sonntäglichen Gottesdienste sind nur mittelmäßig besucht. „In der Regel kommen 25 bis 40 Leute in die Dreifaltigkeitskirche“, sagt Engelmann.

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Wenn die Einnahmen durch Kirchensteuern fehlen, muss gespart werden. „In Münster wurde die Stelle nach dem Weggang des alten Pfarrers auf 50 Prozent reduziert“, erklärt Pfarrer Tilman Alius. Zusammen mit Britta Feuersinger, die vor allem in Mühlhausen tätig und aktuell in Elternzeit ist, sind es nun 1,5 Pfarrstellen für die neue „Evangelische Weinstock-Kirchengemeinde Münster-Mühlhausen“, kurz Weinstock-Gemeinde. „Der neue Name passt wunderbar“, findet Alius. Schließlich seien die Weinberge ein verbindendes Glied zwischen Münster und Mühlhausen. Auch in der Bibel spielt der Weinstock eine Rolle. Das Logo der neuen Gemeinde besteht aus zwei „m“ für Münster und Mühlhausen, dem verbindenden Kreuz in der Mitte und einer stilisierten Weintraube. Insgesamt hat die Gemeinde rund 2000 Mitglieder, davon rund 800 aus Mühlhausen.

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Einmal im Monat wird gemeinsam Gottesdienst gefeiert

An den meisten Sonntagen ist in beiden Gemeinden Gottesdienst: in Münster um 9.30 Uhr, in Mühlhausen um 10.30 Uhr. „Einmal im Monat feiern wir gemeinsam“, so Pfarrer Alius. „Das wird meistens mit etwas Besonderem verbunden.“ Das Erntedankfest wurde zum Beispiel gemeinsam in der Veitskapelle gefeiert. Bereits im Juni gab es einen Erntebittgottesdienst unter freiem Himmel. Trotzdem ist es für manche ein großer Schritt, in ein anderes Gotteshaus zu gehen. „Viele Menschen haben sich ihr ganzes Leben mit einer bestimmten Kirche identifiziert. Das Gebäude ist für sie Heimat“, sagt Alius. „Wir müssen nach und nach im Kleinen zusammenfinden.“

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Manfred Engelmann, Vorsitzender des Kirchengemeinderats, vor der Dreifaltigkeitskirche in Stuttgart-Münster.
Manfred Engelmann, Vorsitzender des Kirchengemeinderats, vor der Dreifaltigkeitskirche in Stuttgart-Münster.

Konkret wird dies bei den in den Stadtteilen aktiven Gruppen: Einmal im Monat ist in Münster Kinderkirche für alle Kinder der beiden Stadtteile. In Münster trifft sich außerdem ein Bibel- und ein Frauenkreis. In Mühlhausen hat das Caféle im Turm eine lange Tradition: Immer am ersten Sonntag im Monat gibt es im Walpurgis-Gemeindehaus Kaffee und Kuchen für die etwas älteren Gemeindemitglieder. Ein Pop-Chor singt bei besonderen Veranstaltungen.

Bei den Advents- und Weihnachtsmärkten werden die Jugendlichen wieder Orangen für einen guten Zweck verkaufen. Das „Team-Jugend“ wird außerdem ein Adventsfenster in Mühlhausen gestalten. Die Senioren-Adventsfeier wird dieses Jahr zentral für alle in Münster stattfinden. „Vor allem die Jugend lässt uns zusammenwachsen“, so Alius. Die jungen Leute seien mobil und hätten kein Problem, sich einmal in Münster, ein anderes Mal in Mühlhausen zu treffen. Der Konfirmandenunterricht wird gemeinsam organisiert. Ein gutes Dutzend Jugendliche bereitet sich aktuell auf ihre Konfirmation im nächsten Jahr vor.

Ende November wird ein gemeinsamer Kirchenrat gewählt

Einige Baustellen gibt es noch: Die Pfarrbüros sollen zusammengelegt und anders organisiert werden. Auch der Internet-Auftritt der Gemeinde wird noch vereinheitlicht – wobei die Veitskapelle als besonderes Bauwerk ihre Website behalten wird. Die Kirchengemeinderäte tagen seit der Fusion gemeinsam. Am ersten Adventswochenende sind in ganz Württemberg Wahlen. In der Weinstock-Gemeinde wird dann erstmals ein gemeinsamer Kirchenrat für die kommenden sechs Jahre gewählt. Aus den bisher 16 Mitgliedern im Gremium sollen zwölf werden – wobei es aktuell gar nicht so viele Kandidaten gibt. „Einige hören aus Altersgründen auf, andere sind weggezogen oder haben sich beruflich verändert“, zählt Engelmann einige Beispiele auf. „Und neue Leute kommen leider kaum nach.“ Mit dem Verlauf der Fusion sind aber sowohl Engelmann als auch Alius zufrieden. „Es ist alles gut gelaufen.“ So macht man sich in den nächsten Jahren gemeinsam auf den Weg.

Von Martina Fürstenberger