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125 Jahre Wengerter-Genossenschaft, Esslingen am Neckar: „Hingabe, Handwerk und Kreativität“

45 Familienbetriebe erinnern an die Geschichte des genossenschaftlichen Weinbaus und planen bis Jahresende zahlreiche Veranstaltungen rund um Wein, Genuss und Tradition

125 Jahre Wengerter-Genossenschaft, Esslingen am Neckar: „Hingabe, Handwerk und Kreativität“

Die Kelter in Mettingen heißt seit der Modernisierung „Weinsicht“ und beherbergt auch eine Vinothek. Fotos (2): Peter Stotz

Das Teamwerk Esslingen feiert in diesem Jahr das 125-jährige Bestehen eines genossenschaftlichen Zusammenschlusses der Wengerter in der Stadt Esslingen. 45 Familienbetriebe finden sich unter dem Dach von Teamwerk Esslingen. Die Rebfläche, die sie bewirtschaften, misst etwa 78 Hektar, etwa 20 Hektar davon sind terrassierte Steillagen. Auf etwa 65 Prozent der Rebfläche werden Rotweine kultiviert. Das Teamwerk selbst wurde vor vier Jahren aus der Taufe gehoben und ist damit noch sehr jung. Der Vorläufer hingegen, auf den die Genossenschaft zurückgeht, entstand im Jahr 1901 in Mettingen. Der damalige Zusammenschluss der Weingärtner zu einer Genossenschaft kann als folgerichtige Reaktion auf die schwere Krise des Esslinger Weinbaus zum Ende des 19. Jahrhunderts betrachtet werden.

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Weinbau stand fast vor dem Aus

Hatten doch ein steter Rückgang der Rebfläche, bedingt durch die Industrialisierung und damit die Abwanderung von jungen Arbeitskräften aus der Landwirtschaft in die wesentlich besser bezahlte Arbeit in den Fabriken, und nicht zuletzt ein umfassender Reblausbefall dem Esslinger Weinbau beinahe den Garaus gemacht. Einige Zeit später organisierten sich auch die Wengerter in Esslingen und jene in Sulzgries und Rüdern genossenschaftlich. Ein Umbruch und damit ein wesentlicher Schritt in die Moderne erfolgte im Jahr 1970. Dem Bau der Ringstraße wurde wie vielen anderen historischen Gebäuden auch die Esslinger Kelter beim heutigen Standort des Behördenzentrums geopfert. Um ihre Handlungsfähigkeit zu bewahren, beschlossen die Esslinger Weingärtner, sich mit Mettingen, Sulzgries und Rüdern zu einer neuen gemeinsamen Genossenschaft zusammenzutun.

„Vorausschauende Entscheidung“

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„Die Gründung der Weingärtnergenossenschaft Esslingen war eine sehr vorausschauende Entscheidung“, sagt Achim Jahn, der Vorsitzende des Teamwerk Esslingen. Schließlich konnte damit ein gemeinsames Keltergebäude in Mettingen gebaut werden. Zudem wurden so die Vorteile einer großen Organisation, die gegenseitige Hilfe und die Absicherung gegen Risiken aller Art, die Bündelung von Kompetenzen und Unterstützung bei der Verfeinerung der Anbaumethoden und der professionellen Vermarktung genutzt. „Auch wenn es damals einige Ängste bei manchen Wengertern gab, dass die Besonderheiten des eigenen Weins verloren gehen würden, hat es sich letztlich für alle bewährt. Der große Vorteil einer Genossenschaft, die gegenseitige Hilfe und der Austausch, haben überzeugt“, stellt Jahn fest. Das Genossenschaftsgebäude in Mettin-gen wurde mit den Jahren zu klein und bot insbesondere keine adäquaten Möglichkeiten für den Verkauf, für Verkostungen und Veranstaltungen. Ab 2017 wurden das Gebäude umgebaut, grundlegend modernisiert und neu gestaltet, eine Terrasse mit Blick auf die Weinberge angelegt und eine Vinothek eingerichtet. 2019 wurde die Neueröffnung unter dem Namen Weinsicht“ gefeiert. Im Jahr 2021 kam die Vinothek am Marktplatz hinzu und 2022 wurde aus der Weingärtnergenossenschaft das Teamwerk Esslingen, ein Name, der für „eine Neuinterpretation des Begriffs der Genossenschaft“ stehe, in der Experten Hand in Hand arbeiten und mit „Hingabe, Handwerk und Kreativität“ am

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Von Peter Stotz


„Echte Weine - echter Genuss“

Muttertag und Familiensonntag Die Esslinger Wengerter feiern noch bis Jahresende 125 Jahre genossenschaftliche Zusammenarbeit im Weinbau der Stadt. Neben einigen Events in Kooperation mit Gastronomen werden unter vielem anderen ein Muttertagsbrunch mit dem Musikverein Wäldenbronn am 10. Mai in der Weinsicht und der legendäre Weinwandertag in den Steillagen am 17. Mai sowie vom 11. bis 14. Juni in der Weinsicht eine Jubiläumswoche mit einer Party am Fuß der Mettinger Weinberge und einem Familiensonntag angeboten.

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Esecco-Nacht und Jubiläumsgala
Am 11. Juli wird in der Weinsicht bei einer EseccoNacht gefeiert, am 1. August gibt es dort Wein und Salsa. An zwei Terminen im September können Wengerter bei der Lese in den Steillagen begleitet werden, Verkostung inklusive. Als Höhepunkt des Jubiläumsjahrs findet am 20. November im November eine große Gala statt. pst

Werk seien, wie die Weingärtner erklären. Mit der Entwicklung der Marke Teamwerk sei auch der Generationswechsel in der Vorstandschaft der Genossenschaft sowie bei einigen Betrieben verbunden worden, doch die Grundlagen dafür reichten weiter zurück, erzählt Jahn. Schon seit geraumer Zeit sei klar gewesen, dass ein gewisser Wandel nötig ist, und die Zukunft in der Nähe zu den Kunden liege. „Als kleiner Betrieb können wir uns nur auf den regionalen Markt konzentrieren, dort aber unsere Vorteile und unsere Qualität herausheben und erfahren, was die Menschen wünschen - das ist ein großes Plus.“