Millionen Menschen in Deutschland hören schlecht - und unternehmen häufig lange Zeit nichts dagegen. Eine Studie der Universität Mainz aus dem Jahr 2023 zeigte, dass rund die Hälfte der untersuchten Teilnehmer die Voraussetzungen für ein beidseitiges Hörgerät erfüllte, tatsächlich aber nur rund acht Prozent entsprechend versorgt waren. Viele zögern, obwohl eingeschränktes Hören den Alltag spürbar belasten kann, und warten erst einmal auf Besserung.
Hörverlust als schleichender Prozess
Hörverlust entwickelt sich meist allmählich. Experten zufolge vergehen im Durchschnitt sieben Jahre, bis Betroffene erkennen, dass sie Unterstützung benötigen. In dieser Zeit wird das nachlassende Hörvermögen häufig unbewusst kompensiert, etwa durch Lippenlesen oder indem anspruchsvolle Hörsituationen gemieden werden.
Auffällig werden die Einschränkungen oft erst in komplexeren Alltagssituationen - etwa bei Gesprächen in lauter Umgebung, beim Telefonieren oder wenn das Gegenüber schnell spricht. Dann fängt man an, von den Lippen abzulesen. Spätestens dann kann es sinnvoll sein, das Gespräch mit dem Hörakustiker zu suchen.
Große Unterschiede zwischen den Systemen
Die Anforderungen an eine Hörgeräteversorgung sind individuell unterschiedlich, eine Standardlösung reicht nicht immer aus. Moderne Versorgungskonzepte berücksichtigen daher neben dem Hörvermögen auch den persönlichen Alltag, berufliche Anforderungen und Hörgewohnheiten.
Feinarbeit beginnt beim Akustiker
Nicht selten sind Betroffene überrascht, wie groß die Unterschiede zwischen den Konzepten sein können. Ein Ansatz, der stark auf die Zusammenarbeit mit dem Fachhandel setzt, kommt vom Hersteller Hörluchs, der sich selbst „der Hörexperte“ nennt.
Das Unternehmen bietet mit dem Im-Ohr-System TiK ein individuell vorbereitetes aus Titan an. Hörsystem-Grundlage ist eine Sprachmessung beim Hörakustiker, bei der Kunden ihr persönliches Lautheits- und Klangempfinden einschätzen.
Materialwahl spielt Schlüsselrolle
„Wir wollten ein Hörsystem entwickeln, das ab dem ersten Tag funktioniert“, sagt Geschäftsführer Thomas Meyer. Die Materialwahl spiele dabei eine Schlüsselrolle: „Titan ist nicht nur leicht und stabil, sondern auch akustisch hervorragend“, so Meyer.
Hörgerät im Alltag erproben
Entscheidend ist für viele Betroffene, wie sich ein Hörsystem im täglichen Leben bewährt.
Bis man das neue Hören selbst erleben kann, dauert es oft nur wenige Minuten: Bei zertifizierten Hörakustikern kann das System bereits im ersten Termin direkt im Alltag getestet werden - etwa im Gespräch, im Café oder in typischen Hörsituationen. djd