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Zurück zur Natur: Ein Hauch von Luxus

„The One“ ist das teuerste Haus der Welt. Es muss nicht immer die Millionenvilla sein. Vielmehr geht es heute um Themen wie Ökologie und Nachhaltigkeit. Luxus ist auch Individualität.

Zurück zur Natur: Ein Hauch von Luxus

Luxus ist auch Individualität Foto: Baufritz/BHW Bausparkasse

Über 20 Schlafzimmer, 49 Badezimmer, fünf Außen- und Innenpools, Nachtclub, Schönheitssalon, Wellness-Spa, Fitnessstudio, Bowlingbahn, Tennisplatz, Weinkeller, Zigarrenlounge, riesiges „Skydeck“, Theater mit über 40 Sitzplätzen, zweistöckige Bibliothek, Tiefgarage für mehr als 30 Autos und zwei Drehscheiben ... Fast geht einem der Atem aus, wenn man aufzählt, was „The One“ alles zu bieten hat. „Das Einzigartige“, so muss man es wohl übersetzen, gilt als eines der teuersten Häuser der Welt. Für über 300 Millionen Dollar stand die Villa mit 9700 Quadratmetern Wohnfläche – sie ist fast doppelt so groß wie das Weiße Haus – vor einiger Zeit zum Verkauf. 

Die Frage stellt sich indes, was Mensch zum Leben und Wohnen nötig hat. In der Tat ist das rhetorische Ansinnen, wie viel Luxus man baucht, kein Neues. Kritisierte doch bereits im ersten Jahrhundert nach Christus Seneca, seine Mitmenschen schwelgten im Konsum und gierten nach ausgefallenen Gütern. Vehement schreibt der Stoiker und Dichterphilosoph in seinen „Epistulae morales ad Lucilium“ gegen Prunk, Glanz und Überfluss an, propagiert ein nachhaltiges, der „Natur gemäßes“ Leben. Kleine Randnotiz: Seneca selbst war nicht arm. Laut dem Dichter Tacitus soll er dank Zuwendungen von Kaiser Nero zu einem der reichsten Männer des Imperium Romanum geworden, zwischen 54 und 58 nach Christus sein Vermögen um 300 Millionen Sesterzen gewachsen sein. 

Zurück zur Natur: Luxus und Ökologie lassen sich verbinden; Stichwort Mehrfachverglasung, Wärmepumpe, Fotovoltaik, Geothermie undsofort. Wer das ganze Programm auffährt, braucht freilich zunächst mehr als Kleingeld – aber spart am Schluss damit Kosten, etwa für Energie. Bekannte Ingenieure und Architekten zeigen in der Baumeisterhauptstadt Stuttgart – zumindest was die Dichte der Profession angeht –, dass lichte, formschöne, zeitlose Häuser mit Aussicht, fast nur aus Glas keine Energieschleudern sein müssen. Aber Luxus beim Wohnen können auch die kleineren Dinge sein, das exquisite Sofa, das seidene Kissen, der belebende Bürostuhl, die gute Küche, die besten Lebensmittel, Omas einzigartige Sammeltasse ... es kommt auf den Blickwinkel an: Luxus ist auch Individualität.