Unsere Gesellschaft steht in diesen Zeiten vor großen Herausforderungen, ebenso das Handwerk - in welchen konkreten Bereichen können die Betriebe als Problemlöser mitanpacken?
Ob Digitalisierung, Klima- und Energiewende, Infrastruktur oder Fachkräftebedarf - es ist„Zeit, zu machen“. Daher ist dies auch das diesjährige Leitmotiv des Tags des Handwerks. Handwerkerinnen und Handwerker sind in einer besonderen Position: Anstatt zu klagen, packen sie die Herausforderungen in ihrer täglichen Arbeit engagiert an und gestalten somit die Zukunft unseres Landes. Ein Beispiel: Deutschland hat sich auf den Weg in eine klimaneutrale Zukunft gemacht, dabei spielt das Handwerk eine zentrale Rolle. Hoch qualifizierte Fachkräfte montieren Photovoltaik-Anlagen und Wärmepumpen, installieren Wallboxen und bauen Häuser aus nachhaltigen Materialien.
Hinzu kommt die Innovationskraft des Handwerks: Noch effizientere E-Ladesäulen, Solarparkplätze oder innovative XXL-Luftspulen für die Prüfung von Windkraftanlagen sind nur wenige eindrucksvolle Beispiele. Auch bei der großen Herausforderung Wohnraum kommt es auf das Handwerk an. Um die ambitionierten Ziele im Wohnungsbau zu schaffen, sind die Fähigkeiten und der große Einsatz der Fachkräfte im Bauhandwerk entscheidend.
Für all diese Aufgaben braucht es gut ausgebildete Fachkräfte. Wie steht es im Handwerk um den Nachwuchs?
Der Nachwuchs- und Fachkräftebedarf ist die zentrale Herausforderung der Handwerksbranche. Doch das Handwerk weiß sich zu helfen und bildet viele junge Menschen aus. Die Azubis von heute sind die Fachkräfte von morgen und die Unternehmenschefs von übermorgen.
Mit einem attraktiven Ausbildungsangebot stemmen sich die Betriebe gegen den Nachwuchsmangel und begeistern jedes Jahr aufs Neue junge Menschen für eine erstklassige Ausbildung in sinnstiftenden Berufen. Nach der Lehre bieten sich dann tolle Karrierewege: Qualifizierte Fachkräfte übernehmen in Betrieben verantwortungsvolle Aufgaben und auf den Meistertitel kann schnell der Schritt in die Selbstständigkeit folgen. In keiner Branche kann man so schnell und erfolgreich sein eigener Chef werden.
Welchen Beitrag leisten Aktionen, wie der Tag des Handwerks, für die Wahrnehmung des Handwerks?
Am Tag des Handwerks rückt die Branche einmal mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Wir machen darauf aufmerksam, welche wichtigen Leistungen die Handwerkerinnen und Handwerker jeden Tag auf den Baustellen und in den Betrieben vollbringen.
Ohne sie gibt es keine neue Brille beim Optiker, keine frischen Fleischwaren beim Metzger und auch keine Autoreparatur in der Kfz-Werkstatt. Auch darüber hinaus engagieren sich viele Handwerkerinnen und Handwerker ehrenamtlich für die Gesellschaft, beispielsweise im Katastrophenschutz beim Technischen Hilfswerk (THW), in der freiwilligen Feuerwehr oder in verschiedenen Ämtern in den Gemeinden.
Die Fragen stellte Corinna Pehar
INFO
Alles rund um den Tag des Handwerks
Am Tag des Handwerks zeigt die Branche mit verschiedenen öffentlichkeitswirksamen Aktionen, dass das Handwerk das Land am Laufen hält und kein Job, sondern eine Haltung ist. Der diesjährige Aktionstag stellt unter dem Motto „Zeit, zu machen“ neben dem betrieblichen auch das gesellschaftliche Engagement der Handwerkerinnen und Handwerker in den Mittelpunkt. Auf einer interaktiven Deutschlandkarte auf der Website www.handwerk.de/tdh24 zeigen Handwerksbetriebe, die ehrenamtlich aktiv sind, mit besonderen Aktionen, wie viel Herz im Handwerk steckt. „Handwerk on Tour“ lautet das Motto im Stadtkreis Stuttgart. Die Handwerkskammer besucht mit E-Bikes spannende Handwerksunternehmen, um vor Ort über aktuelle Themen zu diskutieren.