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Weit mehr als einfach nur ein Job

Der Beruf des Bestatters ist vielfältig, anspruchsvoll und stets emotional. Empathie, Belastbarkeit, Dienstleistungsorientierung und Professionalität gehören dazu.

Weit mehr als einfach nur ein Job

Geschäftsführer Manuel Dorn sagt: „Wir sind nicht einfach nur Kollegen, sondern auch im Team wie eine Familie.“ Fotos: Roberto Bulgrin

Das Esslinger Bestattungsinstitut Arthur Dorn, gegründet von dem Schreiner Arthur Dorn im Jahr 1968 in einer Garage in Aichschief, wird mittlerweile von dessen Sohn Rudolf sowie in dritter Generation von Manuel Dorn und seiner Schwester Rebecca Kröß geführt. Aufgewachsen im Familienbetrieb war es für Manuel Dorn zunächst nicht selbstverständlich, in die Fußstapfen des Vaters zu treten. So absolvierte er zunächst eine kaufmännische Ausbildung und kehrte erst als Erwachsener mit Berufserfahrung in den Familienbetrieb zurück.

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In der Rückschau stellt sich dieser Werdegang für ihn durchaus als vorteilhaft heraus, konnte er doch, ausgestattet mit etwas Lebenserfahrung, in den Beruf des Bestatters einsteigen. Dorn hält es für wichtig, wenn Interessenten für eine Ausbildung, aber auch Quereinsteiger mit handwerklicher Vorbildung, eine gewisse persönliche Reife mitbringen, um den Anforderungen des Berufs gewachsen zu sein und Freude an der Vielfalt der Aufgaben zu finden.

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Bewerber sollten körperlich und seelisch gefestigt sein – und auch Teamarbeit mögen.
Bewerber sollten körperlich und seelisch gefestigt sein – und auch Teamarbeit mögen.

Für Manuel Dorn ist der Beruf des Bestatters weit mehr als nur ein Job. Vielmehr sieht er eine Berufung darin. „Ich brenne für diesen Beruf“, sagt Dorn. Bestatter zu sein bedeutet, eine Dienstleistung zu bieten, die ebenso emotional anspruchsvoll wie von hoher Verantwortung getragen ist. Diskretion und Zugewandtheit, die Fähigkeit zur Empathie für die Angehörigen und ebenso ein sachlich-distanzierter Umgang mit dem Unvermeidlichen sowie die Fähigkeit, professionell zu beraten, gehörten dazu.

Für Angehörige da sein, sie zu unterstützen und ihnen als Dienstleister wie auch persönlicher Berater in oft schwieriger Situation zur Seite zu stehen, verlange einen ganzheitlichen Einsatz. Jeder Trauerfall ist einzigartig. Beratung und Unterstützung können daher ausschließlich entsprechend individuell gestaltet werden. Es sei ein anstrengender Beruf, der im Einzelfall belasten, oft aber für ihn selbst sehr bereichernd sein kann, erklärt Dorn. „Man bekommt so viel zurück.“

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"Menschen sterben, das gehört zum Leben, es ist der natürliche Ablauf““
Manuel Dorn, Bestatter

Die überwiegende Mehrzahl der Sterbefälle trete erwartbar ein, etwa aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Person, und sei damit für die Angehörigen auch vergleichsweise gut zu verarbeiten. „Menschen sterben, das gehört zum Leben, es ist der natürliche Ablauf“, sagt Dorn.

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Doch es gebe auch die hoch belastenden Fälle, wenn die erwartete Reihe der Generationen, die natürliche Abfolge der Lebensabschnitte durch einen Todesfall durchbrochen werde, etwa durch einen Suizid oder den plötzlichen Unfalltod eines jungen Menschen, gar den tragischen Tod eines Kindes. „Da müssen wir Bestatter manchmal sehr stark darauf achten, dass wir einen kühlen Kopf bewahren und den Ausgleich zwischen emotionaler Nähe und professioneller Distanz wahren können“, sagt Dorn.

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Nicht zuletzt für solche Fälle bietet das Bestattungsinstitut Dorn auch einen nicht alltäglichen Service an. Auch an Wochenenden oder nachts ist das Team telefonisch erreichbar und etwa bei Unfällen mit Todesfolge auch persönlich im Einsatz.

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Eine große Hilfe sowohl im beruflichen Alltag wie auch in belastenden Ausnahmesituationen ist der starke Zusammenhalt im Team des Bestattungsinstituts. Der enge tägliche Austausch fülle somit auch den Begriff des Familienunternehmens mit einem weiteren Aspekt. „Wir schaffen es damit ohne Supervision. Wir sind nicht einfach nur Kollegen, sondern auch im Team wie eine Familie“, erklärt Dorn.

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Betrachte man die Vielfalt und die Anforderungen, die der Beruf des Bestatters bereithalte, die Bereitschaft zur diskreten Dienstleistung und die notwendige Entwicklung emotionaler Nähe zu Angehörigen bei gleichzeitig sachlicher Beratungskompetenz, könne festgehalten werden, dass Bestatter „ein anspruchsvoller, moderner und zeitgemäßer Beruf“ sei, erklärt Dorn. Hinzu komme ein in jüngerer Zeit nicht unwesentlicher Aspekt: „Der Beruf ist krisensicher.“ Insofern sei es auch erfreulich, dass sich immer wieder Interessenten im Bestattungsinstitut melden. „Bestatter ist ein anerkannter Ausbildungsberuf“, betont der Geschäftsführer. Allerdings sollten einige Voraussetzungen mitgebracht werden, sagt Dorn. Namentlich sollten Bewerberinnen oder Bewerber volljährig sowie körperlich und seelisch gefestigt und belastbar sein, um die Anforderungen zu meistern – und Freude am Beruf zu finden.

Von Barbara Scherer

Ein anerkannter Ausbildungsberuf

Bestattungsfachkräfte absolvieren eine duale Ausbildung im Fachbetrieb und der Berufsschule, geregelt durch eine Ausbildungsverordnung. Neben der Betreuung der Hinterbliebenen und der Versorgung der Verstorbenen lernen die Fachkräfte den Umgang mit Särgen und Urnen, die Gestaltung der Trauerfeierlichkeiten und auch die bürokratischen und die kaufmännischen Aufgaben rund um eine Bestattung. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Als Ausbildungsvergütungen pro Monat gibt die Bundesanstalt für Arbeit jeweils für gewerbliche Betriebe im ersten Ausbildungsjahr 750 Euro, im zweiten 950 Euro und im dritten Ausbildungsjahr 1021 Euro an.
bs