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Fellbacher Autohaus Kögel: Familienunternehmen mit Tradition und Leidenschaft

100-jähriges Jubiläum - aus kleinen Anfängen in der Burgstraße mit einem Angebot von Fahrrädern und Nähmaschinen zum Vorzeigeunternehmen mit Partnerschaften mit Fiat, Abarth, Jeep und Alfa Romeo

Fellbacher Autohaus Kögel: Familienunternehmen mit Tradition und Leidenschaft

Ein Vertreter der Kfz-Innung Stuttgart mit Robert (links) und Klara Kögel. Foto: Kögel

Es war eine mehrjährige Phase relativer politischer und wirtschaftlicher Stabilität zu deren Beginn Robert Kögel und seine Frau Klara am 23. Oktober 1924 ihr auf Nähmaschinen und Fahrräder spezialisiertes Unternehmen in der Burgstraße gründeten. Knapp ein Jahr zuvor hatte eine Währungsreform mit der Einführung der Rentenmark die Hyperinflation beendet. Kunst, Kultur und Wissenschaft blühten auf. 

Unternehmen aus der Region

1924 wurde der Flughafen Tempelhof eröffnet und ebenfalls in Berlin fand erstmals die Funkausstellung statt, auf der unter anderem ein Zugtelefon vorgestellt wurde. Und auch im Sport gab es Spitzenleistungen: Die ersten Olympischen Winterspiele fanden in Chamonix statt, der spätere Tarzan-Darsteller Johnny Weissmüller stellte einen Weltrekord im Schwimmen und Paavo Nurmi - nach ihm ist in Schmiden der beim Stadion gelegene Nurmiweg benannt - mehrere Weltrekorde im Langstreckenlauf auf.

Heinz Kögel beim Festakt zum 50. Firmengeburtstag. Foto: Kögel
Heinz Kögel beim Festakt zum 50. Firmengeburtstag. Foto: Kögel

In Fellbach gründete Johannes Pflüger 1924 eine Küferei. Im Jahr darauf siedelte sich die Kartonagenfabrik Pfäffle an und Oskar Schwenk eröffnete sein Unternehmen. 1926 wird die elektrische Straßenbeleuchtung und 1928 die Kläranlage in Fellbach gebaut.

Mit schwäbischem Fleiß und Ideenreichtum bauten Robert und Klara Kögel das in einem markanten Eckhaus gelegene Unternehmen weiter aus. Die Werkstatt wurde vergrößert, eine Tankstelle kam hinzu. Als ihr Sohn Heinz Kögel seine Ausbildung als Kfz-Meister abgeschlossen hatte, nahm er Mitte der 1950er in den elterlichen Betrieb auch motorbetriebene Zweiräder auf. Das wegen seiner Hilfestellung bei Fahrrad-Pannen auch als „Platten-Kögel“ bekannte Unternehmen integrierte schließlich neben Fahrrädern auch Motorräder, Mopeds und Roller in sein Angebot.

Ein Meilenstein in der Firmengeschichte war das Jahr 1958, als das Autohaus Kögel Fiat-Vertragshändler wurde. Bereits acht Jahre später erfolgte der Umzug an den heutigen Standort Bühlstraße 122, verkehrsgünstig an dem später im Volksmund „Fiat-Kreisel“ genannten Kreisverkehr gelegen. Ab diesem Zeitpunkt, also von 1966 an, führte Heinz Kögel zusammen mit seiner Ehefrau Irene das Autohaus Kögel fort. Wie bereits sein Vater wurde er dabei maßgeblich von Hilde und Robert Mildenberger, seiner Schwester und seinem als Prokurist eingesetzten Schwager, tatkräftig unterstützt. 

Nach mehr als 50 arbeitsreichen Jahren im Unternehmen übergab Heinz Kögel den Betrieb am 1. April 2004 an seine beiden Söhne. Der Kfz-Meister Rainer Kögel ist bis heute als Werkstatt- und Lagerleiter für den gesamten technischen Bereich des Unternehmens der verantwortliche Geschäftsführer. Sein Bruder Volker Kögel übergab seine Aufgaben als kaufmännischer Geschäftsführer 2016 an seinen Neffen Benjamin Kögel der bereits seit 2008 im Unternehmen tätig ist und schied aus dem Betrieb aus.

Rainer Kögels Ehefrau Sabine Kögel stieg im Jahr 2001 in die erweiterte Geschäftsleitung des Unternehmens mit ein. Die Familie Kögel hat in den Jahren nach der Firmenübernahme von Heinz Kögel weitreichende Portfolioergänzungen und Neuerungen vorgenommen. 2008 bauten sie die erste von inzwischen zwei Hallen zur Reparatur von Wohnmobilen und Transportern. Im gleichen Jahr wurde die Servicepartnerschaft mit der sportlichen Marke Abarth begründet, für die das Autohaus Kögel inzwischen Vertragshändler ist. 2015 kam die Servicepartnerschaft mit Alfa Romeo und 2021 mit der Marke Jeep hinzu. Seit 2024 ist das Autohaus Kögel zudem Vertragshändler für Jeep.

Bemerkenswert und speziell in den Anfangsjahren nicht unbedingt selbstverständlich ist, dass in dem Kfz-Betrieb bis zur heutigen vierten Generation Frauen an entscheidenden Positionen engagiert tätig waren und sind. Das begann bei Klara Kögel und setzte sich über Hilde Mildenberger und Irene Kögel sowie bis heute zu Sabine Kögel fort.

Ihr zur Seite steht ihre Schwiegertochter Cosima Kögel. Ausgestattet mit einem Masterabschluss in internationalem Medien- und Kommunikationsmanagement ist die Ehefrau von Benjamin Kögel seit Kurzem für das Marketing des Familienunternehmens zuständig.

Von Michael Käfer