Besteht ein Unternehmen seit genau einem Jahrhundert, dann ist der runde Geburtstag sicherlich Grund genug für eine Rückschau auf das in der Vergangenheit Geleistete. Nicht anders ist es auch bei dem Fellbacher Autohaus Kögel der Fall.
Mehr noch als der Vergangenheit gilt der Blick des Geschäftsführers Benjamin Kögel aber der Zukunft, zumal sich die Automobilbranche in einer Zeit gravierender Umbrüche befindet. Geänderte Käuferpräferenzen, zusätzliche Anbieter aus Fernost und die Marktreife neuer Antriebsformen von der Elektromobilität bis hin zu Wasserstoff-Hybrid-Fahrzeugen sind nur einige der Gründe.
Als ausgewiesene Automobil-Fachleute haben Rainer und Benjamin Kögel ihre unternehmerischen Hausaufgaben jedoch gemacht und sehen sich auf ihrem Weg bestätigt. „Die Nachfrage bei uns ist hoch und im Verkauf sowie im Service wollen wir weitere Kapazitäten aufbauen“, sagt Benjamin Kögel. Dabei spielt die Platzfrage eine ganz wesentliche Rolle.

Diesem Platzbedarf will Benjamin Kögel mit dem ergänzenden Anbau begegnen, bei dem der bisher ebenerdig als Parkplatz genutzte Hof erweitert wird. Dort soll ein sich an der Umgebungsbebauung orientierendes mehrstöckiges Gebäude entstehen, in dem vor allem Parkplätze vorgesehen sind. Zudem ist in dessen Erdgeschoss eine Waschanlage geplant. Eine optimierte Räderlogistik für die von den Kunden eingelagerten Rädern soll ebenfalls integriert werden um zusätzliche Freiräume Bestandsgebäude der im Werkstatt zu schaffen.
Dadurch wiederum ergäbe sich die Möglichkeit die bisherige Tiefgarage einer neuen Nutzung zuzuführen. Angedacht ist eine professionelle Dialogannahme im Trockenen und die Möglichkeit zur erlebnisorientierten Fahrzeugübergabe an Kunden, die bisher teilweise im Freien erfolgen.
Nachdem die Marken Fiat, Abarth, Jeep und Alfa Romeo, für die das Autohaus Kögel Vertragshändler oder Servicepartner ist, inzwischen zum Stellantis-Konzern gehören, ist auch eine Umgestaltung des bisherigen einstöckigen Verkaufsgebäudes angedacht. Obwohl in das Gebäude immer wieder investiert wurde, muss Benjamin Kögel hier eine Abwägung zwischen Ertüchtigung und Abriss mit anschlieẞendem Neubau vornehmen.
Die jüngsten Pläne sehen letztgenannte Möglichkeit vor, zumal dann auch die Geschosshöhe an aktuelle Wünsche zur Präsentation hochwertiger Fahrzeuge angepasst werden kann. Zudem wäre dann ein zweites Geschoss möglich und eine repräsentative Eingangspforte am Südostrand von Fellbach würde errichtet werden. Im Detail könnten zwei räumlich getrennte Verkaufsräume im Erdgeschoss entstehen. Eine Markenwelt wäre für Jeep reserviert, die andere wäre Fiat vorbehalten, in die ein separater Bereich für die sportliche Marke Abarth integriert werden könnte. Mit markentypischer Möblierung, Boden-, Decken- und Wandgestaltung entstünde für jeden Kunden je nach automobiler Präferenz ein individuelles Markenerlebnis. Das soll durch den Café-Bar-Loungecharakter des neuen Ambientes noch verstärkt werden.
Im ersten Obergeschoss wäre dann noch Platz für einen Seminarraum, der beispielsweise für Schulungen genutzt werden könnte. Zudem sollen hier mehrere separate Arbeitsplätze für die Verkäufer und eine multifunktionale Eventfläche entstehen. Das bisherige Bürogebäude, also der südlichste Gebäudetrakt, wird nach den aktuellen Überlegungen um eine Dachterrasse mit Blick zum Kappelberg aufgewertet. Weil das Dach des Werkstattgebäudes die größte zusammenhängende Fläche der drei Bestandsgebäude bietet, soll hier eine große Photovoltaikanlage umweltfreundlichen Strom erzeugen.
Die genauen Pläne muss Benjamin Kögel noch finalisieren, zumal sie von den Wünschen des Stellantis-Konzerns nicht unwesentlich beeinflusst sind. Der Fellbacher Oberbürgermeisterin Gabriele Zull und der städtischen Wirtschaftsförderin Anette Popp hat die Familie Kögel ihre ersten Überlegungen zu dem Vorhaben bereits dargelegt und ist dabei auf reges Interesse gestoßen.
Benjamin Kögel vertraut auf Unterstützung durch die Fellbacher Stadtverwaltung„Wir sind mit Fellbach sowohl als Standort für unser Unternehmen, als auch als lebenswerter Wohnort für uns und viele unserer Mitarbeiter aufs Engste verbunden. Das soll auch in Zukunft so sein. Deshalb wollen wir hier vor Ort umfangreich investieren und damit zugleich einen Beitrag zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts unserer Heimatstadt leisten“, sagt der 34-Jährige.
Familie Kögel führt nun seit 100 Jahren ein erfolgreiches Unternehmen. Sie ist dabei immer darauf bedacht, die Traditionen zu bewahren und gleichzeitig den Blick auf die Mobilität von morgen zu richten. Mit der vierten Generation unter der Leitung von Benjamin Kögel ist die Zukunft des Unternehmens gesichert und die Kunden können weiterhin auf das Autohaus Kögel als starker Partner in Mobilitätsfragen vertrauen.
Von Michael Käfer