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Von Notrufsystemen bis Senioren-WGs

Viele Menschen möchten auch im fortgeschrittenen Alter in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Damit das gelingt, muss die Wohnung oft umgebaut oder angepasst werden.

Von Notrufsystemen bis Senioren-WGs

Eine erhöhte Toilette und Haltegriffe sorgen in einem altersgerechten Badezimmer für Sicherheit. Fotos: stock.adobe

Schwellenlose Zugänge, breitere Türen oder rutschhemmende Bodenbeläge gehören zu den wichtigsten Maßnahmen, um Stürze zu vermeiden und Mobilität zu sichern. Wo Treppen zum Hindernis werden, schaffen Liftsysteme Abhilfe, die sich heute deutlich eleganter und unauffälliger in den Wohnraum integrieren lassen als früher. Besonders im Badezimmer zeigt sich, wie viel Lebensqualität eine gute Planung bringt: Bodengleiche Duschen erleichtern den Einstieg, bieten Platz für Haltegriffe und lassen sich auch mit einem Hocker nutzen. Unterfahrbare Waschtische, gut erreichbare Armaturen oder eine erhöhte Toilette sorgen dafür, dass der Raum sicher bleibt und trotzdem wohnlich wirkt. Immer häufiger kommen auch digitale Helfer zum Einsatz, die den Alltag spürbar erleichtern. Viele dieser smarten Lösungen übernehmen Aufgaben, die im Alter schnell anstrengend werden können: Das Licht schaltet sich automatisch ein, wenn jemand nachts aufsteht, die Heizung regelt sich selbst, und Rollläden lassen sich bequem per Sprachbefehl öffnen oder schließen. Sensoren registrieren ungewöhnliche Situationen, etwa wenn jemand länger als üblich im Bad bleibt, und moderne Notrufsysteme informieren im Ernstfall automatisch Angehörige oder Pflegedienste. So entsteht ein Gefühl von Sicherheit, ohne dass die Privatsphäre verloren geht.

Ergänzt wird all das durch ergonomische Möbel und eine altersgerechte Gestaltung mit höhenverstellbaren Arbeitsflächen, gut erreichbaren Schränken oder kontrastreichen Farben.

Pflegedienste, Quartiersmanager, Gemeinschaftsräume

Während bestehende Wohnungen oftmals aufwändig umgebaut werden müssen, setzen Neubauprojekte direkt auf barrierefreie Grundrisse, breite Flure, Aufzüge und flexible Wohnmodule, die sich an unterschiedliche Lebensphasen anpassen lassen. Einige Konzepte integrieren Serviceangebote wie mobile Pflegedienste, Quartiersmanager oder Gemeinschaftsräume, die soziale Aktivitäten fördern. Diese neuen Wohnformen schaffen ein Umfeld, das Sicherheit bietet und gleichzeitig Raum für Begegnungen lässt. Besonders in urbanen Regionen entstehen derzeit zahlreiche innovative Projekte, die Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft miteinander verbinden.

Gleichzeitig wächst das Interesse an alternativen Wohnformen, die über das klassische Zuhause hinausgehen. Betreutes Wohnen und Service-Wohnen kombinieren private Apartments mit optionalen Dienstleistungen. Das Angebot ist ideal für Menschen, die Unterstützung wünschen, aber ihre Unabhängigkeit bewahren möchten. Mehrgenerationenhäuser und gemeinschaftliche Wohnprojekte setzen dagegen auf ein Miteinander von Jung und Alt, das Einsamkeit vorbeugt und gegenseitige Hilfe fördert. 

Immer beliebter werden auch Senioren-WGs und Co-Housing-Modelle, in denen mehrere ältere Menschen zusammenleben, Kosten teilen und Gemeinschaft aktiv gestalten. Für Menschen mit höherem Pflegebedarf bieten spezialisierte Wohnanlagen und Pflegeimmobilien professionelle Betreuung in einem wohnlichen Umfeld, das sich bewusst vom klassischen Pflegeheim abgrenzt.

Von Brigitte Bonder