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Pro Alt-Cannstatt: 50 Jahre Einsatz hinterlassen Spuren

Zum 50-jährigen Bestehen plant Verein Pro Alt-Cannstatt eine Sonderausstellung über die 70er-Jahre in Bad Cannstatt und blickt auf fünf Jahrzehnte Einsatz für Denkmalschutz und Stadtgeschichte zurück

Pro Alt-Cannstatt: 50 Jahre Einsatz hinterlassen Spuren

Zum Gedenken an den berühmten Cannstatter Dichter Thaddäus Troll ließ Pro Alt-Cannstatt eine Skulptur des „Entenklemmers“ errichten. Fotos: Eva Herschmann

Zum Jubiläum macht sich der Verein Pro Alt-Cannstatt ein Geschenk. Der Vorstand mit Stadthistoriker Olaf Schulze an der Spitze will eine Sonderausstellung im Stadtmuseum unter dem Motto „Bad Cannstatt vor 50 Jahren“ oder „Die 70er-Jahre in Bad Cannstatt“ organisieren. „Vielleicht nennen wir sie aber auch ganz anderes, Roaring Seventies oder so“, sagt Gaby Leicht, die zweite Vorsitzende des Vereins augenzwinkernd.

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Bis zum 1. März ist der rührige Verein auf Suche nach Fotos, Geschichten und Exponaten, für die große Ausstellung zu seinem 50-Jahr-Jubiläum – und der Aufruf stößt auf große Resonanz. Beim Stammtisch Ende Januar in der Zaißerei hätten viele Mitglieder Beiträge zur Ausstellung in Aussicht gestellt, erzählt Gaby Leicht. „Und es waren auch Vertreter von anderen Vereinen da, die sich für Cannstatt engagieren. Wir kriegen auf alle Fälle eine schöne Ausstellung zusammen.“ Neben vielen Exponaten und Geschichten soll auch die Geschichte des Vereins dokumentiert werden. Hans Betsch, der Vorgänger von Olaf Schulze und Ehrenvorsitzender von Pro Alt-Cannstatt, wird eine Zusammenfassung aller Projekte des Vereins erarbeiten. „Das Wissen um die Entstehung und die Tätigkeit des Vereins soll nicht verloren gehen“, sagt die zweite Vorsitzende.

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1976 wurde Pro Alt-Cannstatt als Untergruppe des Kübelesmarkts gegründet, der 2025 sein 100-Jahr-Jubiläum hatte. Während der Kübelesmarkt seinen Schwerpunkt auf dem Brauchtum, der Fasnet und der Organisation von wichtigen Veranstaltungen wie Kübelesrennen, Rathaussturm oder Fischerstechen legt, kümmern sich die mittlerweile rund 200 Mitglieder von Pro Alt-Cannstatt um den Erhalt von Denkmälern, Geschichte und Geschichten im Stadtbezirk – mit großem Engagement und sichtbaren Erfolgen.

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Die Cannstatter Brunnen gehören zum Stadtbild dazu. Der Verein hat sich als eines seiner ersten Projekte darum gekümmert, dass Ende der 70er-Jahre die Restaurierungen der Wasserspiele in Angriff genommen wurden und hat auch Vorschläge zur Sanierung gemacht. Auf Initiative von Pro AltCannstatt wurde zum Gedenken an den berühmten Cannstatter Dichter Thaddäus Troll eine Skulptur des „Entenklemmers“ auf dem Thaddäus-Troll-Platz zwischen Marktstraße und Klösterle an der Wilhelmsbrücke aufgestellt. „Und das Schöne ist, sie stammt von Elke Krämer, einer Künstlerinnen aus unseren Reihen“, sagt Gaby Leicht.

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Das wohl bekannteste und wichtigste Projekt des Vereins war die Erhaltung des Klösterles, dem ältesten Wohnhaus im Stadtgebiet Stuttgart. Das baufällige Fachwerkhaus am Thaddäus-Troll-Platz sollte einem Neubau weichen, doch Pro Alt-Cannstatt setzte sich für die Restaurierung des Klösterle ein. Ein weithin sichtbares Zeichen ist der Burgholzhof-Aussichtsturm auf den Cannstatter Weinbergen. Lange stand er nicht für Besucherinnen und Besucher offen, doch Pro Alt-Cannstatt wurde aktiv. Nun organisiert im Sommer an Wochenenden die Vereinigung Cannstatter Vereine die Öffnung und die Bewirtung des Turmes durch verschiedene Vereine.

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Bei der Restaurierung der Stadtkirche hat sich der Verein „im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten“ eingebracht, und beim Bau des neuen Mineralbades neben dem großen Kursaal die Organisation der künstlerischen Ausgestaltung des Bades in Zusammenarbeit mit dem Kur- und Bäderamt Stuttgart, den Architekten Beck-Erlang und dem Künstler Helmut Pizzinini übernommen. Um auch an Ort und Stelle über die Cannstatter Historie zu informieren, hat Pro Alt-Cannstatt den Historischen Pfad ins Leben gerufen, mit 100 Infotafeln an interessanten Orten und Gebäuden in Cannstatt.

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Seitdem die Stadtverwaltung die Zuschüsse gestrichen hat, wird das Stadtmuseum in der wieder errichteten Klösterlescheuer durch ehrenamtliche Kräfte betreut. Die wechselnden Sonderausstellungen im Erdgeschoss werden in der Zeit von Mitte Oktober bis Ende März vom Stadtpalais bestückt. Die Ausstellung in der Sommerzeit wird mit viel ehrenamtlicher Unterstützung von Pro Alt-Cannstatt organisiert und steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Vereinsjubiläums. Die Vernissage ist für Donnerstag, 16. April, geplant.

Von Eva Herschmann