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Cannstatts Brücken – und kein Ende in Sicht

Ein Bauzaun kappt jetzt den Fußgänger- und Fahrradstrom über die Wilhelmsbrücke. Auf der maroden Brücke über die Gnesener Straße rollt der Verkehr weiter.

Cannstatts Brücken – und kein Ende in Sicht

Offen ist, wann die Brücke über die Gnesener Straße saniert wird. Fotos: Eva Herschmann

Lange hat sich die Verwaltung den Schleichverkehr über die wegen möglicher Brückenschäden gesperrte Wilhelmsbrücke in Bad Cannstatt nicht angeschaut. Jetzt ist der Zugang mit soliden Bauzäunen versperrt. Die Fußgänger und Radfahrer sind gezwungen, auf das rund 150 Meter entfernte Brückenprovisorium auszuweichen, das seit Mitte Dezember die Neckarquerung möglich macht. Derweil rollt auf dem Augsburger Platz der Verkehr munter weiter, obschon dessen Unterbau, die Brücke über die Gnesener Straße, auf Stuttgarts Todo-Liste der sanierungsbedürftigen Bauwerke ziemlich weit oben steht.

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Für Autos schon lange gesperrt

Die Wilhelmsbrücke war schon seit März 2022 für den Autoverkehr gesperrt und soll noch in der zweiten Jahreshälfte abgerissen werden. Aus rechtlichen Gründen hatte die Stadt im Dezember auch für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrende ein Betretungsverbot verhängt. Die Standfestigkeit der Wilhelmsbrücke könne nicht überprüft und die Sicherheit nicht gewährleistet werden, so die Begründung.

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Der Zugang zur Wilhelmsbrücke ist inzwischen mit soliden Bauzäunen versperrt.
Der Zugang zur Wilhelmsbrücke ist inzwischen mit soliden Bauzäunen versperrt.

Über den Augsburger Platz rollen fast ununterbrochen Pkws, Lkws sowie Stadtbahnen, und auch Scharen von zu Fuß Gehenden überquert wird. Dabei zählt die Brücke über die Gnesener Straße laut Jürgen Mutz, dem Leiter des Stuttgarter Tiefbauamts, auch zu den vielen der insgesamt 310 Brückenbauwerke in der Landeshauptstadt, die in keinem guten Zustand sind.

Zwar besteht momentan bei keiner eine „akute Einsturzgefahr“, so die Auskunft. Allerdings wurden bei insgesamt 52 ein vorrangiger Instandsetzungs- oder Erneuerungsbedarf festgestellt, und auch die Brücke über die Gnesener Straße hat keine gute Note erhalten. Mit der Sanierung soll, so zumindest lautete vor einem Jahr die Aussage aus dem Rathaus, 2027 begonnen werden. Wobei sieben Fraktionen im Gemeinderat – Die Grünen, CDU, SPD/Volt, Die Linke/SÖS Plus, Freie Wähler, FDP und Bündnis Puls – mit der Brückensanierung zugleich auch eine Umgestaltung des Platzes anstreben.

Für Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler ist die viel befahrene Überquerung am Übergang der Nürnberger Straße zur Waiblinger Straße eine der vielen Brücken, die „irgendwann angegangen werden müssen“. Dass der Sanierungsstart im kommenden Jahr eingehalten werden kann, kann sich Löffler angesichts des akuten Sparzwangs der Stadt kaum vorstellen und hat deshalb beim Tiefbauamt nachgefragt, wie der Zeitplan aussieht. Bis Redaktionsschluss hat der Bezirksvorsteher noch keine Antwort aus dem Rathaus erhalten. Die Cannstatter Brücken werden Bernd-Marcel Löffler und die Cannstatterinnen und Cannstatter noch eine Weile beschäftigen.

Von Eva Herschmann