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Stuttgart lokal

Bunte Streetart für graue Betonklötze

Das neue Graffiti bei der Haltestelle Römerkastell im Hallschlag bringt Farbe, Energie und eine Botschaft in den Cannstatter Stadtteil.

Bunte Streetart für graue Betonklötze

Bunt und wild haben die Künstler das Streetart-Werkam Trafohäuschen im Hallschlag gestaltet. Fotos: Eva Herschmann

Selbstbewusst blickt der Tiger mit der Baseballkappe von der Wand des „Trafohäuschens“ bei der Haltestelle Römerkastell im Hallschlag. Auf der gegenüberliegenden Gebäudeseite flitzt ein Skater auf seinem Board einen Hang hinunter - und an der Wand dazwischen steht „Zukunft Hallschlag“. Das bunte großflächige Graffiti, das seit kurzem die Umspannstation in der Straße Hallschlag 35/1 ziert, bringt Farbe, Energie und eine Botschaft in den Cannstatter Stadtteil.

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Mehr als 1000 Umspannstationen des Energieversorgers Stuttgart Netze transformieren in der Landeshauptstadt den Strom von 10000 auf 400 Volt und liefern Elektrizität für Bürgerinnen und Bürger, Gewerbe und Industrie. Die vielen „Trafohäuschen“ prägen das Stadtbild mit. Um die meist wenig ansehnlichen Betonklötze schöner zu gestalten, hat sich die Stuttgart Netze 2017 Florian Schupp ins Boot geholt.

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Dank der Zusammenarbeit mit dem Graffitibeauftragten der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft und der Kooperation mit der Landeshauptstadt Stuttgart, die im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt - Zukunft Hallschlag“ Mittel zur Verfügung stellt - haben sich seitdem zahlreiche graue Umspannstationen in bunte Hingucker verwandelt. So erreicht die Stuttgart Netze, ein Unternehmen der Stadtwerke Stuttgart, mehrere Ziele: Die schön gestalteten Trafohäuschen verschönern das Stadtbild, machen auf die wichtige Arbeit der Stromversorgung aufmerksam und schaffen legale Flächen für Graffitikünstler in der Stadt.

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Auch für das jüngste Streetart-Wandbild im Hallschlag hat Streetart-Fachmann Florian Schupp seine Kontakte zur regionalen Graffiti-Szene spielen lassen. Das Werk stammt vom Künstlerduo Jan Haas und Bernard Sakic, zwei profilierte Graffiti-Künstler aus Stuttgart. Beide haben bereits mehrfach mit der Stuttgart Netze zusammengearbeitet und Trafostationen im gesamten Stadtgebiet gestaltet.

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„Der Hallschlag ist ein vielschichtiger Stadtteil mit junger Energie“, so die Künstler. „Uns war wichtig, diese Kraft künstlerisch auf die Wand zu bringen - klar, bunt, direkt.“ Und das Motiv basiert auf inhaltlichen Vorgaben rund um das neue Jugendhaus „,376“, das Anfang des Jahres im Sigmund-Lindauer-Weg 9 im Hallschlag eröffnet wurde. Ziel war es, ein künstlerisches Zeichen zu setzen, das die Themen Jugend, Zusammenhalt und Aufbruch sichtbar macht.

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Das Graffiti bei der Haltestelle Römerkastell ist das 27. Projekt, bei dem die Stuttgart Netze ihre Gebäude als öffentliche Kunstfläche bereitstellt. Für Marlies Hummel-Dietz, die Geschäftsführerin von Stuttgart Netze, verbinden sich so Technik, Gestaltung und Haltung.

„Unsere Trafostationen werden zu Orten, die Identifikation stiften weit über ihren technischen Zweck hinaus.“ Gritta Rotter vom Amt für Stadtplanung und Wohnen unterstreicht ebenfalls die Bedeutung der Streetart auf den Stuttgarter Trafohäuschen: „Es ist schön zu sehen, wie aus einem Förderprogramm etwas entsteht, das bleibt - sichtbar, bunt und mitten im Leben der Menschen.“

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Bunt und Jung im Hallschlag, rot und weiß bei der MHP-Arena

Das bunte Trafohäuschen mit Tiger und Skater im Hallschlag ist bereits das zweite seiner Art im Stadtbezirk Bad Cannstatt. Die Umspannstation Mercedesstraße 87/1 in unmittelbarer Nähe der MHP-Arena strahlt schon von weitem in Weiß und Rot. Sie wurde 2022 von Graffitikünstlern aus der aktiven Fanszene des VfB Stuttgart gestaltet. In den Vereinsfarben gehalten und mit schwarzen Akzenten versehen, fügt sich das Umspannhäuschen perfekt in die Umgebung des Stadions ein.

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Für die Sprayer stand von Anfang an fest, ein Motiv mit Bezug zum VfB Stuttgart zu gestalten, das die Fans bereits vor dem Spiel auf die Stadionatmosphäre einstimmt. Auf der Fassade der Umspannstation sind die Cannstatter Kanne, der Schriftzug „Cannstatt am Neckar“, Meister-Schale und Pokale sowie jubelnde Fans zu sehen.

Von Eva Herschmann