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Neues Jugendhaus im Hallschlag: Viel Platz zum Gestalten und Entfalten

Anfang Februar hat das neue Kinder- und Jugendhaus im Hallschlag geöffnet, das die größte Einrichtung ihrer Art in der ganzen Stadt ist.

Neues Jugendhaus im Hallschlag: Viel Platz zum Gestalten und Entfalten

Hier gibt es jede Menge Möglichkeiten, um gemeinsam zu toben und Kind zu sein. Fotos: Eva Herschmann

Beim Anschauen der Fotos vom alten Jugendhaus Hallschlag macht sich bei Kilian Wörz noch immer ein wenig Wehmut breit. Doch der Blick des Leiters des Kinder- und Jugendhauses geht nach vorne: Die Übergangszeit in der Interimslösung in einer alten Kita ist vorbei, das neue Gebäude am altem Platz hat seit wenigen Tagen geöffnet. „Das Haus hat im Moment noch ein bisschen Schulcharakter, aber wir machen es uns schon noch schön“, sagt Kilian Wörz mit einem Lächeln.

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Der Name „376“ prangt in leuchtend roter Schrift auf der Holzfassade des Neubaus. Er ist von der Postleitzahl des Hallschlags 70376 abgeleitet, und in dem Stadtteil des Cannstatter Bezirks steht jetzt das größte Jugendhaus Stuttgarts.

Allein schon die riesige Eingangshalle, die sogenannte Aula, mit einer Cafeteria, in der noch die meisten Tische und Stühle fehlen, mit Billardtisch und Tischtennisplatte und der Möglichkeit, Filme zu gucken, ist beeindruckend. Mitten drin steht die imposante Kletterwand, die sich mehr als neun Meter nach oben bis fast unter die Decke erstreckt und nur unter Aufsicht erklettert werden darf.

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Nicht nur in den riesigen Fluren im KJH 376 ist jede Menge Platz zum Spielen, Toben oder Basteln. Es gibt zwei Bandräume und ein Tonstudio, ein Film- und Fotostudio, einen Fitnessbereich, einen Mädchenraum, einen Raum für digitale Medien und einen Tanz- und Partyraum. Die komplett eingerichtete Gastro-Küche im Erdgeschoss wird bei Veranstaltungen im 300 Quadratmeter großen und bis zu 600 Personen fassenden Veranstaltungssaal benötigt.

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Der Saal ist das einzige, was außer den Grundmauern vom alten Jugendhaus übrig geblieben ist. Hier sollen schon bald wieder Konzerte stattfinden. Eine mobile Bühne ist vorhanden, ebenso wie Traversen an der Decke für die Scheinwerfer. Fußball, wie früher, kann in der Veranstaltungshalle allerdings eher nicht gespielt werden. „Das wollten wir eigentlich anders haben“, sagt Kilian Wörz, der weiß, dass vor allem die Jungs darüber sehr unglücklich sind. Zumal der alte Bolzplatz mit dem heruntergekommenen Kunstrasen direkt neben der Einrichtung auch nicht gerade zum gepflegten Passspiel einlädt.„Der sollte dringend saniert werden“, sagt Kilian Wörz, der seit 2019 das Jugendhaus im Hallschlag leitet.

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Mit Kita unter einem Dach

Eine Kindertagesstätte namens Zaunkönige, in der bis zu 60 Mädchen und Jungen betreut werden können, ist ebenfalls im KJH 376 untergebracht.„Dass wir jetzt die Kita unter unserem Dach haben, ist für den Ruf des Hauses sicher förderlich“, sagt Kilian Wörz, der sich auf viele Begegnungen mit den Kids und deren Eltern freut. Denn das Kinder- und Jugendhaus im Hallschlag ist ein offenes Haus.„Wir haben Angebote und Kurse, aber die Kinder und Jugendliche können sich hier auch ganz frei nach ihren persönlichen Vorlieben beschäftigen“, so Kilian Wörz, der ein siebenköpfiges Team an Erzieherinnen, Erziehern, Sozialpädagoginnen und -pädagogen an seiner Seite hat.

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Der Außenbereich wirkt noch ein wenig kahl, doch das wird sich schon bald ändern. Und auch drinnen werden sich die Besucherinnen und Besuchern das Haus bald erobern und zu eigen machen. „Ich fände es klasse, wenn es eine Kochgruppe gibt. Im alten Jugendhaus haben wir fast jeden Tag gekocht“, sagt die zwölfjährige Burcu. „Das werden wir hier bald auch machen“, verspricht Kilian Wörz.

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Zwischen Nostalgie und Neustart

Im Mädchenzimmer sitzen Lara und Leonore an einem Tisch und basteln Armkettchen. „Ich finde es hier cool“, sagt Leonore, zwölf Jahre. „Das alte Jugendhaus hat mir nicht so gefallen, da bin ich auch gar nicht hingegangen.“ Der 16-jährige Ahmet hingegen war oft und gerne dort. „Es war gemütlicher, hier sieht es im Moment noch eher aus wie in einem Jugendamt und nicht wie in einem Jugendhaus“, sagt er und deutet auf den kahlen Flur.

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Kilian Wörz kann beide Meinungen verstehen. Das alte Jugendhaus habe viel Charme gehabt, auch dank der bunten Graffiti an den Wänden, aber es sei schon ein wenig heruntergerockt gewesen, sagt er. „Vor allem die sanitären Einrichtungen.“ Dass einige Kids und Jugendliche schon mit ihren Eltern vorbeigekommen sind, zeige, dass sie stolz auf ihr neues Haus sind. „Und darauf, dass es für sie gebaut wurde.“

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Das KJH 376 biete viel Raum für Aktivitäten und Begegnungen, und das bunte Treiben und Leben im Haus werde den derzeit noch recht nüchterne Eindruck bald vertreiben, davon ist der Leiter überzeugt.

Von Eva Herschmann


EIN GROBES HAUS FÜR DEN NACHWUCHS

Zweieinhalb Jahre dauerte der Bau des neuen Kinder- und Jugendhauses 376 - das letzte große Projekt der Sozialen Stadt Hallschlag. Im Innern des holzverkleideten Flachdachbaus wechseln sich unverputzte und rot gestrichene Betonwände ab. Anders als das alte Jugendhaus, das 1976 an gleicher Stelle im Sigmund-Lindauer-Weg eröffnet worden war, besitzt die neue Einrichtung neben einem Keller- und Erdgeschoss eine weitere Ebene auf der ersten Etage. Insgesamt umfasst das KJH 376 rund 3100 Quadratmeter Geschossfläche, wovon etwa 690 Quadratmeter der Kita Zaunkönige zur Verfügung stehen.

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Die Stadt hat in den Neubau und die Teilsanierung des Jugendhauses insgesamt 10,9 Millionen Euro investiert. Weitere 5,5 Millionen Euro kamen von Bund und Land. Geöffnet hat das Jugend- und Kinderhaus 376 dienstags bis donnerstags von 15 bis 21 Uhr, freitags von 15 bis 22 Uhr, samstags von 14 bis 20 Uhr. eha