In Wangen soll in den kommenden Jahren wirklich Großes geschehen. 13.000 Quadratmeter Fläche werden neu geplant und neu gestaltet, mit „Wangen macht Welle“ ist ambitionierte das überschrieben. Projekt Baubeginn könnte 2026 sein, wenn vorher alles nach dem jetzigen Zeitplan funktioniert. „Mit der Neuplanung im Sinne der urbanen Bewegungsräume soll ein Bewegungsraum entstehen, der auch außerhalb Stuttgarts bekannt werden soll“, beschreibt die Stadt den Anspruch an die aktuell laufenden Planungen und deren spätere Umsetzung. „Die Förderung von Bewegung durch Einbau von entsprechenden Spiel- und Sportmodulen soll maßgeblich dazu beitragen.“
Grundlage für die Wangener Welle ist der „Masterplan für Urbane Bewegungsräume”, der vor einigen Jahren für das ganze Gebiet der Landeshauptstadt aufgestellt wurde. Ziel des Plans ist, „planerische Rahmenbedingungen für attraktiv gestaltete öffentliche Räume zu schaffen, welche die regelmäßige Bewegung, soziale Begegnungen und das Miteinander fördern und damit die Lebensqualität in der Landeshauptstadt steigern”, heißt es zu den Grundsätzen des insgesamt 56 Seiten umfassenden fächerübergreifenden Planungsinstruments.


Im Jahr 2021 hatten sich 73 Studierende aus acht Universitäten und Hochschulen im Auftrag der Stadt unter anderem mit dem langgezogenen Areal am westlichen Rand der Bundesstraße 10 im Stadtbezirk Wangen beschäftigt. Der Siegerentwurf trug den Titel „Wangen macht Welle” und stellte so auch den Bezug zum nahen, aber doch nur schwer erreichbaren Neckar her. Das war die Grundlage für das weitere Vorgehen unter Leitung des Garten- und des Sportamtes und in enger Zusammenarbeit mit dem Wangener Bezirksrathaus.
Im November 2022 konnten zunächst Kinder ihre Ideen und Wünsche für das Areal einbringen, dann wurden Jugendliche befragt. Mitte 2023 war dann eine Bürgerwerkstatt in der Wangener Kelter gut besucht. Alle Beiträge leitete die Stadt an das von ihr beauftragte Planungsbüro weiter, das einen Vorentwurf ausarbeiten sollte. G2-Landschaftsarchitekten entwickelten daraus ein blaues Band von Spiel- und Sportflächen, das sich vom Ende der Weißensteiner Straße bis zum Jugendhaus B10 Wangen und zum Vorplatz der Flatow-Sporthalle zieht.
Spielinseln und Eventplatz
Es ist nach Altersgruppen geordnet, vom heutigen Kleinkind-Spielplatz zur Halle hin ansteigend. In dieser Reihenfolge sind bis jetzt vorgesehen: eine Spielinsel für Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren mit Sandbereich und Wasserspielmöglichkeit. Ein Kidstreff mit Wellenbahn für Kinder mit Laufrädern, Skater oder auch Läufer, dazu Spielgeräte aller Art und Trainingsangebote. Ein Insel-Treff für alle Altersgruppen mit Container oder Pavillon, in dem Spielgeräte gelagert werden können, außerdem Sitzmöglichkeiten und beispielsweise Boule oder Tischtennis. Eine Sportinsel mit Ballspielfeldern sowie Parkour- oder Calisthenics-Geräten. Abschließend ist schließlich ein Eventplatz vor der Flatowhalle vorgesehen. Ein Fußweg wird durch das gesamte Areal führen, auch vorbei an Flächen für Eidechsen, Vogelnist- und Fledermauskästen.
Dieser Vorentwurfsplan soll nach Angaben der Stadt bis Ende 2024 noch einmal überarbeitet werden. Bis dahin soll auch eine erste Kostenrechnung für das Projekt stehen. Im kommenden Jahr soll „Wangen macht Welle” dann zur Genehmigung fertig geplant werden, auch die Pläne für die Ausführung und die Ausschreibung sind Ziel für 2025. Im Jahr 2026 könnte dann mit dem Bau begonnen werden.
Wangens Bezirksvorsteher Jakob Bubenheimer und der Bezirksbeirat begrüßen das Projekt als echte Weiterentwicklung für den Stadtbezirk. „Der Vorentwurf deckt aus meiner Sicht die meisten Bedürfnisse ab, die von den Einwohnern im Beteiligungsprozess genannt wurden und die auf dieser Fläche möglich sind“, sagt der Bezirksvorsteher. „Der Beteiligungsprozess war aus meiner Sicht sehr umfassend und kann beispielhaft für kommende Projekte sein.“
Wunsch nach Hundeplatz und öffentlichen Toiletten
Zwei Dinge fehlen dem Bezirksbeirat in den Plänen aber noch: Aus Sicht des Bezirksbeirats muss zwingend ein Hundeplatz vorgesehen werden, weil nur so eine Verschmutzung der Spiel-, Bewegungs- und Erholungsflächen durch Hundekot verhindert werden könne.
Außerdem fordert der Bezirksbeirat, dass auf dem Areal öffentliche Toiletten aufgestellt werden.