Die Bundesregierung will die Rente reformieren. Dafür hat die Rentenkommission 33 Empfehlungen erarbeitet, wie das Rentenniveau stabilisiert werden soll. „Die Menschen machen sich zunehmend Gedanken darüber, wie sie fürs Alter vorsorgen können“, berichtet Viktor Schmidt (SpardaBank). Besonders bei Menschen ab 40 Jahren sei das Thema präsent. Viele fragten sich, „wo sie noch etwas zurücklegen können, um Versorgungslücken im Alter zu schließen“. Gleichzeitig gebe es auch Kunden, die aufgrund guter Einkommen oder bereits aufgebauter Vermögenswerte entspannter in die Zukunft blickten. Dennoch sei die Rentenreform derzeit „in aller Munde“.
Auch Jannis Sakellariu (Bernhauser Bank) beobachtet eine große Verunsicherung. „Geopolitische und wirtschaftliche Entwicklungen beschäftigen die Menschen stark“, sagt er. Viele Kunden wollten wissen, ob ihre Rente künftig noch ausreiche und wie sie ein Vermögen aufbauen könnten, das langfristig Sicherheit bietet. Dabei spiele die breite Streuung der Geldanlage eine wichtige Rolle. „Die selbst genutzte Immobilie ist dabei nach wie vor ein wichtiger Baustein.“ Für Matthias Binder (BW-Bank) beginnt die Herausforderung jedoch deutlich früher. Er sieht vor allem bei jungen Menschen eine Veränderung. „Über Schule und soziale Medien beschäftigen sich viele deutlich früher mit Geldanlage als noch vor einigen Jahren“, sagt er. Gleichzeitig werde die Versorgungslücke im Alter von vielen Menschen unterschätzt.
Zwischen Sicherheit und Rendite
„Sehr viele überschätzen ihre finanzielle Situation im Ruhestand und unterschätzen, wie groß die tatsächliche Lücke sein wird.“ Deshalb seien Banken, Politik und Gesellschaft gleichermaßen gefordert, für mehr Aufklärung zu sorgen.
Auch Johannes Ehmann (Commerzbank) sieht einen steigenden Beratungsbedarf. „Finanzberatung war aus meiner Sicht noch nie so wichtig wie heute“, sagt er. Die vergangenen Jahre seien geprägt gewesen von Negativzinsen, hoher Inflation und geopolitischen Krisen. Hinzu komme die enorme Geschwindigkeit, mit der sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen veränderten. „Dadurch wächst der Bedarf an Orientierung und Einordnung deutlich.“
Viele Anlegerinnen und Anleger stehen vor einem Dilemma: Einerseits wünschen sie sich Sicherheit, andererseits reichen klassische Sparformen häufig nicht aus, um langfristig Vermögen aufzubauen. Chris Fleischhauer bringt diese Unsicherheit auf den Punkt: Viele Menschen fragten sich, ob Tagesgeld und Sparbuch noch zeitgemäß seien oder ob Anlagen am Kapitalmarkt die bessere Alternative darstellen.
Johannes Ehmann verweist darauf, dass die vergangenen Jahre trotz aller Krisen für Anleger erfolgreich gewesen seien. „Kapitalanlagen haben sich sehr positiv entwickelt“, sagt er. Die Rückkehr moderater Zinsen auf Tagesgeldkonten sei zwar erfreulich, könne aber langfristig nicht mit den Renditechancen breit gestreuter Kapitalmarktanlagen mithalten. Matthias Binder plädiert deshalb für einen rationalen Blick auf das Thema Risiko. Hinter Aktien stünden reale Unternehmen mit realen Geschäftsmodellen. Anleger müssten lernen, Unsicherheit auszuhalten und langfristig zu denken. „Wer die vergangenen fünf Jahre dran geblieben ist, hat sein Vermögen deutlich steigern können.“ Jannis Sakellariu betont dabei die Bedeutung eines langfristigen Anlageplans. „Wir laufen keinen Sprint, sondern einen Marathon“, sagt er. Entscheidend sei, eine Strategie konsequent umzusetzen und nicht bei jeder Marktschwankung nervös zu werden. Gleichzeitig müssten moderne Anlageformen ausreichend flexibel sein, um sich an veränderte Lebenssituationen anpassen zu können. Dass die Bereitschaft zum Sparen grundsätzlich vorhanden ist, zeigen aktuelle Zahlen. Johannes Ehmann verweist auf eine Anlagestudie in Baden-Württemberg. „Der Anteil der Menschen, die regelmäßig sparen, ist von 37 auf über 44 Prozent gestiegen.“ Drei Viertel der regelmäßigen Sparer legten sogar mehr als 100 Euro monatlich zurück. Das eigentliche Problem liege jedoch woanders: „Zwei Drittel sparen hauptsächlich auf Tagesgeldkonten.“ Nach Einschätzung von Matthias Binder ist das typisch für Deutschland. „Die Deutschen sparen traditionell viel und in Krisenzeiten sogar noch mehr“, sagt er. Allerdings fließe ein großer Teil des Geldes in vermeintlich sichere Anlagen, die langfristig kaum Vermögen aufbauen. Dabei könnten selbst kleine Beträge wie 50 Euro auf Dauer erhebliche Wirkung erzielen.


Angst bleibt der größte Gegner
Warum bleiben dennoch viele Menschen bei klassischen Sparformen? Laut Johannes Ehmann sind die Gründe klar. „Fast die Hälfte der Befragten scheuen das Risiko, und viele fühlen sich nicht ausreichend informiert.“ Die Sorge vor Verlusten sei der wichtigste Grund, warum Vermögen nicht gewinnbringend angelegt werde.
Matthias Binder hält deshalb eine differenzierte Betrachtung für notwendig. „Risiko bedeutet für jeden Menschen etwas anderes“, erklärt er. Für manche sei es die Angst vor Kursverlusten, für andere die Sorge, nicht jederzeit auf ihr Geld zugreifen zu können. Gleichzeitig sei die Geldentwertung selbst ein erhebliches Risiko. „Wer sein Geld dauerhaft auf niedrig verzinsten Konten liegen lässt, verliert real Kaufkraft.“ Jannis Sakellariu sieht darin einen zentralen Beratungsauftrag. Anleger müssten verstehen, wie unterschiedliche Anlageformen funktionieren und wie Risiken gesteuert werden können. „Man kann Risiken im Laufe der Jahre gezielt reduzieren und die Anlagestrategie an den Ruhestand anpassen“, sagt er.
Immobilien als wichtiger Baustein
Trotz der großen Aufmerksamkeit für ETFs und Fonds sehen die Experten Immobilien weiterhin als wichtigen Bestandteil der Altersvorsorge. Viktor Schmidt betont: „Mietfreies Wohnen im Alter ist ein enorm wichtiger Faktor.“ Selbst eine hohe Rente verliere an Wert, wenn im Ruhestand weiterhin hohe Mietkosten anfielen. Allerdings sei die Immobilie nur ein Baustein innerhalb einer umfassenden Vorsorgestrategie. „Ich bin ein klarer Befürworter von Mischplänen.“
Auch Jannis Sakellariu empfiehlt individuelle Konzepte statt pauschaler Lösungen. „Jeder Kunde hat andere Voraussetzungen, Vermögenswerte und Ziele.“ Deshalb müsse zunächst die persönliche Situation analysiert werden, bevor eine geeignete Strategie entwickelt werde.
Ein weiteres großes Thema der Diskussion war die finanzielle Bildung junger Menschen. Viktor Schmidt plädiert dafür, bereits früh ein Grundverständnis für Finanzen zu schaffen. „Junge Menschen müssen besser auf ihre finanzielle Zukunft vorbereitet werden.“ Matthias Binder sieht dabei nicht nur Schulen in der Verantwortung. „Auch Eltern, Medien und die Wirtschaft müssen ihren Beitrag leisten.“ Gleichzeitig beobachtet er bei jungen Menschen ein wachsendes Interesse an Finanzthemen. „So präsent wie heute war das Thema Vermögensaufbau für viele junge Menschen noch nie.“ Johannes Ehmann verweist darauf, dass Informationen heute zwar leichter verfügbar seien, Orientierung aber nicht ersetzen könnten. „Je größer die Informationsflut wird, desto wertvoller wird vertrauenswürdige Beratung.”


Früh anfangen bleibt der wichtigste Rat
Am Ende der Diskussion bittet Moderator Chris Fleischhauer die Experten um ihre wichtigste Empfehlung. Die Antworten beruhen alle auf demselben Konsens. „Heute anfangen“, sagt Johannes Ehmann. Zudem sollten Anleger stärker kapitalmarktorientiert denken und frühzeitig mit dem Vermögensaufbau beginnen. Matthias Binder ergänzt: „Auch etwas Großes beginnt mit einem kleinen Schritt.“ Die Möglichkeiten seien heute größer denn je, entscheidend sei jedoch die Umsetzung. Jannis Sakellariu empfiehlt zunächst einen ehrlichen Blick auf die eigenen Finanzen. „Ein Finanzplan schafft Transparenz über Ziele und Möglichkeiten.“ Für Viktor Schmidt steht dagegen die persönliche Beratung am Anfang: „Kommen Sie ins Gespräch und lassen Sie sich die Möglichkeiten erklären.“ Auf dieser Grundlage lasse sich ein individueller Plan entwickeln, der zu den eigenen Lebenszielen passe. Die zentrale Botschaft des Round Tables lautet damit: Erfolgreicher Vermögensaufbau beginnt nicht mit großen Summen, sondern mit einer klaren, agilen Strategie. Wer früh startet, langfristig denkt und sich professionell beraten lässt, schafft die besten Voraussetzungen für finanzielle Sicherheit im Alter.
Sparda-Bank Baden-Württemberg eG
130 Jahre Tradition und ein Versprechen, das seit der Gründung Bestand hat: Die Sparda-Bank BW ist eine Genossenschaftsbank aus Überzeugung – eine Bank von Menschen für Menschen. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Sparda-Banken als Selbsthilfeeinrichtung für Beamte von Eisenbahn, Post und Dampfschifffahrt gegründet. Das genossenschaftliche Prinzip der Mitgliederförderung gehört zu den Grundprinzipien – damals wie heute. Gemeinsam mit ihren Mitgliedern bringt die Genossenschaftsbank das Ländle voran – nicht zuletzt dank des sozialen, kulturellen und nachhaltigen Engagements ihrer fünf Stiftungen. Dieses Engagement in Kombination mit standardisierten Finanzprodukten macht die Genossenschaftsbank für ihre Kunden attraktiv. Der Fokus liegt dabei auf dem Ermöglichen von Wohneigentum. Die Sparda-Bank BW ist der Baufinanzierer Nummer eins in Baden-Württemberg. Als Direktbank mit 34 Filialen und 9 SB-Zonen in ganz Baden-Württemberg ist sie für ihre Kunden da. Sie ist mit 15,5 Milliarden Euro Bilanzsumme und mehr als 450.000 Mitgliedern die mitgliederstärkste Genossenschaftsbank in Baden-Württemberg und die größte Sparda-Bank Deutschlands.
Commerzbank
Mit ihren beiden Geschäftssegmenten – Firmenkunden sowie Privat- und Unternehmerkunden – bietet die Commerzbank als Universalbank ein umfassendes Portfolio an Finanzdienstleistungen. Die Commerzbank ist die führende Bank im Firmenkundengeschäft in Deutschland und für den deutschen Mittelstand sowie starke Partnerin von rund 24.000 Firmenkundenverbünden. Mit einem angelegten Vermögen von mehr als 400 Milliarden Euro ist die Commerzbank zugleich eine der führenden Banken für Privat- und Unternehmerkunden in Deutschland. Die Commerzbank bietet mit ihrem Omnikanalansatz ein umfangreiches Leistungs- und Serviceangebot: online und mobil, telefonisch und per Video im Beratungscenter sowie persönlich an ihren rund 400 Standorten bundesweit. Die Bereiche Private Kunden und Private Banking der Commerzbank Stuttgart bieten eine umfassende, qualifizierte Beratung zu allen wichtigen Finanzthemen: von Anlage und Vorsorge über Kredite inklusive Baufinanzierungen bis hin zu Konten. Beraterinnen und Berater sind in der Filiale wie auch digital an der Seite unserer Kundschaft und setzen ihre Expertise ein, um die Vermögensziele ihrer Kundinnen und Kunden zu erreichen.
BW-Bank
Die BW-Bank ist die regionale Kundenbank der Landesbank Baden-Württemberg und fest in Baden-Württemberg verwurzelt. Sie begleitet Privatkundinnen und Privatkunden mit einem breiten Angebot an Finanzdienstleistungen – von Girokonto, Finanzierung und Geldanlage bis hin zu Vermögensmanagement, Immobilienfinanzierung und Vorsorge. Dabei verbindet die BW-Bank persönliche Beratung vor Ort mit modernen digitalen Services.
Als Teil der LBBW gehört sie zu einer der größten Banken Deutschlands und profitiert von hoher Fachkompetenz, Stabilität und einem starken Netzwerk. Kundinnen und Kunden schätzen insbesondere die Nähe zur Region, die persönliche Beratung auf Augenhöhe und Lösungen, die auf individuelle Lebenssituationen zugeschnitten sind. Ob beim Vermögensaufbau, beim Kauf der eigenen Immobilie, bei der Altersvorsorge oder bei Fragen rund um Geldanlage: Die BW-Bank versteht sich als verlässliche Partnerin für Menschen im Südwesten. Mit ihrer Erfahrung, regionalen Verantwortung und zukunftsorientierten Ausrichtung steht die BW-Bank für Banking, das Nähe, Kompetenz und Vertrauen verbindet.
www.bw-bank.de
Bernhauser Bank eG
Die Bernhauser Bank eG ist eine traditionsreiche Genossenschaftsbank mit Sitz in Filderstadt-Bernhausen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1908 hat sie sich zu einer modernen Bank mit starker regionaler Verwurzelung entwickelt. Heute zählt sie über 6.000 Mitglieder, die als Eigentümer am Erfolg und an wichtigen Entscheidungen beteiligt sind.
Mit rund 65 Mitarbeitenden sowie mehreren Auszubildenden und Studierenden betreibt die Bank die Hauptstelle Filderstadt-Bernhausen und eine Zweigniederlassung in Ostfildern-Scharnhausen.
Die Bilanzsumme beläuft sich auf rund 620 Millionen Euro, während das Kunden- und Geschäftsvolumen 1,2 Milliarden Euro erreicht. Das Angebot umfasst Privat- und Geschäftskonten, Kredite, Immobilienfinanzierungen sowie verschiedene Versicherungsprodukte.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Privatkundenberatung. Begegnungen auf Augenhöhe mit Wertschätzung und Empathie prägen das Handeln der Bernhauser Bank eG seit über einem Jahrhundert.
Von Bianca Menzel