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Vaihingen: Ländlicher Charme und internationales Flair

Stuttgarts größter Stadtbezirk mit hoher Lebensqualität - vielseitiger Ort für Bildung, Naturerlebnis, lebendige Festkultur und spannende Geschichte

Vaihingen: Ländlicher Charme und internationales Flair

Idylle und Enten am Feuersee. Foto: Eva Herschmann

Die vierte Auflage des noch jungen Vaihinger Stadtfests wird vom 4. bis zum 6. Juli gefeiert, und nicht nur Bezirksvorsteher Marcel Wolf freut sich schon jetzt auf das bunte Fest im Stadtpark, zu dem wieder viele Vereine beitragen werden. Das neue Stadtfest, die vielen anderen traditionsreichen Veranstaltungen wie die Rohrer Waldfeste im Sommer, der Vaihinger Herbst im September oder der Weihnachtsmarkt am ersten Dezemberwochenende, dazu eine ausgezeichnete Infrastruktur sowie viel Natur rundherum machen das Leben in dem Stadtbezirk auf den Fildern angenehm.

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Erst 1942 nach Stuttgart eingemeindet

Zum ersten Mal erwähnt wurde Vaihingen um das Jahr 1100, als der Ort am Rand der fruchtbaren Filderebene und umgeben von ausgedehnten Wäldern im Besitz der Grafen von Calw war. Anfang des 19. Jahrhunderts kam der Ort unter die Herrschaft des Königreichs Württemberg. Die 1879 fertiggestellte Eisenbahnlinie Richtung Horb und die Filderbahn machten Vaihingen schnell zum Verkehrsknotenpunkt auf den Fildern. Immer mehr Gewerbe siedelte sich auf der Hochebene an, und auch die Bevölkerungszahl wuchs stetig.

Der Mutter-Kind-Brunnen im Stadtgarten. Foto: Eva Herschmann
Der Mutter-Kind-Brunnen im Stadtgarten. Foto: Eva Herschmann

Am 1. Oktober 1936 schlossen sich die Gemeinden Vaihingen und Rohr zusammen. Nur wenige Jahre später, am 1. April 1942, wurden sie nach Stuttgart eingemeindet. Der Stadtteil Büsnau erlebte einen Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich Flüchtlinge aus Bukowina eine neue Heimat schufen. Um in der Nachkriegszeit weiteren Wohnraum zu schaffen, wurde Ende der 1950er-Jahre der Stadtteil Dürrlewang angesiedelt. Mit mehr als 45 000 Einwohnerinnen und Einwohner ist Vaihingen nach Bad Cannstatt, wo knapp 70 000 Menschen leben - heute der zweitgrößte Stuttgarter Stadtbezirk und mit mehr als 2000 Hektar der flächenmäßig größte.

Durch den Campus Pfaffenwald der Universität Stuttgart ist Vaihingen außerdem der Bildungsbezirk der Landeshauptstadt geworden und hat sich auch deshalb vom Gewerbe- und Industriestandort zum Dienstleistungsstandort gewandelt. Institute der Fraunhofer Gesellschaft, der Max-Planck-Gesellschaft, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, die Hochschule der Medien und das Bildungszentrum des Vereins Deutscher Ingenieure haben sich mittlerweile in Vaihingen angesiedelt.

Vaihingen sei ein Bezirk „mit ländlicher Prägung und dennoch urban“, so beschreibt Marcel Wolf den Stadtbezirk, dem er seit nunmehr fast genau einem Jahr vorsteht. Durch die Universität und die Patch Barracks besitze es eine „gewisse Internationalität“, und es sei auch ein starker Wirtschaftsstandort. Dass in Vaihingen einiger Wohlstand herrscht, demonstrieren die vielen schmucken Einfamilienhäuschen mit Garten, die fast 60 Prozent des gesamten Wohnangebots in Vaihingen ausmachen.

Vaihingen hat eine hohe Lebensqualität

Überhaupt bietet der Stadtbezirk eine hohe Lebensqualität: Es dauert nur wenige Minuten mit der S-Bahn in die Stuttgarter Innenstadt, und es sind nur wenige Schritte in die Natur der Filderebene. Es gibt zahlreiche Freizeitmöglichkeiten, Sportflächen, Spielplätze sowie eine gut ausgebaute Kinderbetreuung, ein Hallenbad - und das Freibad Rosental. Es ist mit 7,5 Ar flächenmäßig das größte Freibad in Stuttgart und wurde 2022 zur „Top 1“ in der Landeshauptstadt gewählt. Eine große Stadtbezirksbibliothek, lebendiger Einzelhandel und eine vorzügliche Gastronomie rund um den Vaihinger Markt, daneben das Einkaufscenter Schwabengalerie und der zweimal wöchentlich stattfindende Wochenmarkt machen das Zentrum des Bezirks besonders attraktiv. Im Rudi-Häussler-Bürgerforum und in der Alten Kelter laden zahlreiche Veranstaltungen zu einem Besuch ein.

Technik und Natur: Hier gibt es in Vaihingen noch viel zu entecken

Das Vaihinger Rathaus, im Hintergrund die Stadtkirche. „Wir haben das schönste Bezirksamt in ganz Stuttgart“, ist sich Vaihingens Bezirksvorsteher Marcel Wolf sicher. Foto: Eva Herschmann
Das Vaihinger Rathaus, im Hintergrund die Stadtkirche. „Wir haben das schönste Bezirksamt in ganz Stuttgart“, ist sich Vaihingens Bezirksvorsteher Marcel Wolf sicher. Foto: Eva Herschmann

Für an Technik interessierte Gäste und Einheimische lohnt sich ein Abstecher in das Computermuseum der Informatik, ein Technikmuseum an der Universität Stuttgart, das in der Fakultät für Informatik, Elektrotechnik und Informationstechnik auf dem Campus Pfaffenwald eingerichtet und im Februar 1997 eröffnet wurde. 

Die Besonderheit der Sammlung besteht darin, dass großteils funktionsfähige oder wieder funktionsfähig gemachte historische Rechenanlagen und Komponenten ausgestellt sind, darunter Analogrechner und Magnettrommelrechner, sowie eine Auswahl der ersten Tisch- und Taschenrechner und verschiedene Computerterminals wie auch Grafikterminals mit Bildspeicherröhren, aber auch historische elektronische Messgeräte wie beispielsweise analoge Speicheroszilloskope.

Auch Ausflüge in die Natur lohnen sich. Vaihingen liegt nicht nur im hochgelegenen Südwestens Stuttgarts, es besitzt vom Fernsehturm mal abgesehen auch die höchsten Erhebung in der Landeshauptstadt. Die knapp 500 Meter hohe Bernhartshöhe ist zugleich das größte zusammenhängende Waldgebiet Stuttgarts - und einen Ausflug wert, etwa mit einer Wanderung über das Naturschutzgebiet „Büsnauer Wiesental“ zur Bernhartshöhe und zurück durch die extensiv bewirtschafteten Wiesenauen im Vaihinger Rosental. Und wer eine schnelle Erholung am Wasser sucht, der setzt sich ans Ufer des Feuersees und beobachtet die Wasservögel oder macht einen Ausflug in den schön gestalteten Stadtpark.

In Vaihingen verbinden sich ländlicher Charme und Weltoffenheit, alte Häuser und idyllische Ecken finden sich neben modernen Gebäuden. „Und wir haben außerdem das schönste Bezirksamt von ganz Stuttgart“, sagt Marcel Wolf.

Von Eva Herschmann