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In der Corona-Pandemie enger zusammengewachsen, so Augenoptikerin Uta Smolik aus Untertürkheim

Interview mit Augenoptikerin Uta Smolik über die Lage des Handels

In der Corona-Pandemie enger zusammengewachsen, so Augenoptikerin Uta Smolik aus Untertürkheim

Uta Smolik. Foto: Jürgen Brand

Nachgefragt bei Uta SmolikFrau Smolik, wie geht es dem Einzelhandel in Untertürkheim?Wir haben einen hohen Leerstand, darüber kann man leider nicht hinwegsehen. Es gibt nur ein knappes Dutzend inhabergeführte Traditionsgeschäfte, die Vielfalt hat abgenommen...Woran liegt das?Das hat viele Gründe. Durch den Generationenwechsel wurden viele Häuser verkauft, da der Nachwuchs für den inhabergeführten Handel fehlt. Das Einkaufsverhalten hin zu Einkaufsmalls und Internet hat sich verändert. Fehlende Aufenthaltsorte für Kinder und Jugendliche sind ein großes Problem.

Was kann man dagegen tun?

Es gibt ja viele Ansätze. Da gab es das „Gesetz zur Stärkung der Quartiersentwicklung durch Privatinitiative” (GQP) und wir haben einen Verein dafür gegründet. Wir haben uns da wirklich reingehängt. Leider mussten wir den Verein wieder auflösen, weil wir uns durch die Stadt in diesem Projekt zu wenig unterstützt sahen. Die Neugestaltung des Neckarufers im Lindenschulviertel könnte ein toller Aufenthaltsort für alle sein. Es ist fertig geplant und finanziert, aber es wird seit Jahren nicht umgesetzt. Die Initiative Neckarwelle kommt nicht voran, weil angeblich die Wasserqualität zu schlecht ist. Aber die Stand-up-Paddler kommen aus Esslingen hergepaddelt…

Das klingt alles sehr pessimistisch …

Na ja, auf der anderen Seite muss ich sagen, dass die Wirtschaftsförderung der Stadt gerade sehr viele Fördermittel auch für uns Einzelhändler bereitstellt. So viele Zuschüsse und staatliche Hilfen gab es noch nie. Das Stadtteilmanagement macht viele schöne Projekte, egal ob man seine Fassade verschönern oder seine Beleuchtung energetisch anpassen will.

Was braucht Untertürkheim konkret?

Wir brauchen nicht noch einmal eine Studie. Es gibt genug Analysen und Lösungsansätze gegen den Trading-Down-Effekt im Stadtteil. Schon vor 20 Jahren haben wir Vorschläge gemacht, um den Tourismus zu fördern. Die Bedingungen wären ideal: ein Mix aus Neckar, Weinbau und Handel. Wir brauchen schnell sichtbare Ergebnisse auch von kleineren Maßnahmen und keine jahrelangen Planungen von Großprojekten.

Und was macht der Handel?

Wir machen jetzt zum Beispiel wieder unseren Flegga-Treff. Damit möchten wir ein Gemeinschaftsgefühl ausdrücken und zeigen, dass wir ein lebenswerter Stadtteil sind. Das Schöne ist, dass wir an einem Strang ziehen und viele Dinge zusammen auf die Beine stellen. Es ist ein schönes Miteinander.

Und vor Corona, Preissteigerung, Energiekrise haben Sie keine Angst?

Viele von uns sind durch die Pandemie-Zeit noch enger zusammengewachsen. Für viele Einzelhändler und Handwerker gestaltet sich die Situation sehr unterschiedlich, daher ist es sehr schwer, eine pauschale Aussage zu treffen. Natürlich sind es schwierige Zeiten, aber wir suchen alle einen Weg aus der Krise und hoffen, dass wir die Situation mit Mut und Zuversicht meistern werden.

Das Gespräch führte Jürgen Brand