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Endlich Wartehäuschen für Lederberg

Vom Wunsch nach einem Dach bis zur fertigen Wartehalle: Hinter den Unterständen an Stuttgarter Haltestellen stehen Planungen, klare Anforderungen und das Zusammenspiel von SSB und Wall GmbH.

Endlich Wartehäuschen für Lederberg

Die SSB arbeitet sowohl bei Bus- als auch bei Stadtbahnhaltestellen mit der Wall GmbH zusammen. An Stadtbahnhaltestellen - wie hier in Hedelfingen – sind die Wartehallen üblicherweise mehrteilig. Fotos: Jürgen Brand

„Puh, das ging so lange mit den Wartehäuschen …“ Der Bezirksvorsteher von Hedelfingen, Kai Freier, müsste lange in den Unterlagen suchen, um genau herauszufinden, wie lange vor allem die Menschen im Stadtteil Lederberg auf Wartehäuschen an „ihren“ Bushaltestellen warten mussten.

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Seit Jahren standen die Lederberger, wenn sie hinunter nach Hedelfingen oder hinauf nach Sillenbuch wollten und auf den Bus warteten, im Regen. Oder im Schnee. Oder im Wind. Je nach Wetter. Seit einigen Wochen stehen dort endlich Wartehäuschen oder „Wartehallen“, wie sie offiziell heißen.

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Es ist die in Stuttgart und andernorts übliche einfache Stahlkonstruktion, unter der sich Fahrgäste unterstellen und hinsetzen können, schließlich braucht der Bus auf der Strecke manchmal etwas länger. Eine kleine Sitzbank mit hölzerner Auflage, durchsichtige Glaswände aus Sicherheitsglas, ein Dach drüber.

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Keine Werbung. Das sieht ordentlich aus und macht das Warten auf die Busse der Linie 65 angenehmer. Auch Wanderern oder Radfahrern, die von einem Regenguss überrascht werden, bietet der neue Unterstand Schutz. 55000 Euro haben die beiden Wartehäuschen nach Angaben der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) gekostet, ihre Nutzungsdauer ist auf bis zu 30 Jahre ausgelegt.

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Die Haltestelle Lederberg ist jetzt richtig gut ausgestattet: Fahrradbügel, Fahrgastinformation, Abfalleimer, Sitzbank und ein Dach über dem Kopf.
Die Haltestelle Lederberg ist jetzt richtig gut ausgestattet: Fahrradbügel, Fahrgastinformation, Abfalleimer, Sitzbank und ein Dach über dem Kopf.

In Stuttgart gibt es laut Nahverkehrsplan für die Landeshauptstadt 682 Bushaltestellen, außerdem 210 Haltestellen von Stadt- und S-Bahnen. Weitere 242 Bushaltestellen hat die SSB im Umland von Stuttgart.

Nicht an allen Bushaltestellen sind Wartehallen aufgestellt. Damit das überhaupt möglich ist, müssen mehrere ganz unterschiedliche Voraussetzungen erfüllt sein. So muss die Haltestelle barrierefrei und der Gehweg mindestens 2,50 Meter breit sein, damit genug Platz für ein Häuschen da ist. 40 Prozent der Bushaltestellen im Stadtgebiet sind nach SSB-Angaben mit Wartehäuschen ausgestattet.

Diese Unterstellmöglichkeiten, auch die neuen in Lederberg, hat die SSB finanziert, ihr Vertragspartner, die Wall GmbH, hat sie beschafft. Das Kerngeschäft des Unternehmens ist die sogenannte Stadtmöblierung: Fahrgastunterstände, Stadtinformationsanlagen und automatisierte Toilettenanlagen.

Unter der Vertriebsmarke WallDecaux werden so entstehende Werbeflächen vermarktet. WallDecaux ist nach Angaben der Wall GmbH der größte Anbieter für City Light Poster in Deutschland und bietet in 21 deutschen Städten mehr als 31000 dieser Werbemöglichkeiten an.

Als Vertragspartner der SSB kauft die Wall GmbH nach Angaben eines Unternehmenssprechers die Wartehäuschen, stellt sie auf, pflegt sie und hat dafür das Nutzungsrecht, also das Recht, Werbeflächen zu vermarkten. In Stuttgart hat das Unternehmen aktuell 436 Wartehallen. Bedarf, Umfang und Ausstattung werden von der SSB festgelegt, es gibt ein- bis dreiteilige Wartehallen, je nach Größe und Kundenfrequenz der Haltestellen.

Die Wartehäuschen werden laut Wall GmbH mindestens einmal pro Woche von Mitarbeitern besucht, zumindest die, die über Werbeflächen verfügen. Die Mitarbeiter der Stuttgarter Niederlassung wechseln dann nicht nur die Werbeplakate, sondern machen auch sauber und schauen, ob alles in Ordnung ist. Die Wartehallen in Lederberg haben allerdings keine Werbeflächen, für Werbekunden sind die Haltestellen zu wenig frequentiert, nach ihnen geschaut wird trotzdem.

Nachhaltig sind die neuen Wartehäuschen insofern, als sie auf eine „Lebenszeit“ von 30 Jahren ausgelegt sind. Häuschen beispielsweise mit einer Holzkonstruktion würden nicht so lange halten. Wartehallen mit begrüntem Dach gibt es in Stuttgart bisher nur eine in der Ohmstraße, dafür schon seit 2021 eine Pilot-Wartehalle mit begrünter Rückwand, sie steht am Rotebühlplatz. Dort wurde eine bereits bestehende Wartehalle mit einer neuen, bepflanzten Rückwand ausgestattet.

Das notwendige Wasser dafür fließt von der Dachfläche in eine Zisterne, die unter der Sitzbank der Wartehalle eingebaut wurde. Stuttgarts Baubürgermeister Peter Pätzold sagte damals: „Die neuen Bushaltestellen sind ein wichtiger Beitrag, um die Stadt an den Klimawandel anzupassen. Mehr Grün statt Grau ist wichtig, gerade im Talkessel, um dem Temperaturanstieg auf Grund des Klimawandels entgegenzutreten.“ Pilotprojekte mit begrünten Dächern von Wartehäuschen gibt es nach Angaben eines Wall GmbH-Sprechers unter anderem auch in Hamburg und Berlin. Die Stadt Dresden hat demnach vor Kurzem 200 begrünte Wartehallen bestellt. Und noch eine Nachhaltigkeitsvariante gibt es: In der Geibelstraße und in der Wollinstraße beispielsweise gibt es Wartehäuschen mit Photovoltaikanlage.

Von Jürgen Brand


Ortsgruppe des Albvereins vor der Auflösung

Altershalber hört der Vorstand auf. Bisher haben sich keine Nachfolger fürs Ehrenamt gefunden.

Die Ortsgruppe Hedelfingen des Schwäbischen Albvereins steht vor ihrer Auflösung – falls sich nicht doch noch Kandidatinnen und Kandidaten für den Vorstand finden. Für den 25. September ist eine außerordentliche Hauptversammlung der Ortsgruppe geplant, Tagesordnungspunkt 6 ist die „Auflösung der Ortsgruppe, wenn sich niemand zur Wahl stellt“. In der Einladung heißt es, dass die Versammlung einberufen werden muss, „weil Vorstand und Ausschuss altershalber nicht mehr zur Wahl stehen“. Das ist seit Längerem bekannt.

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„Wir haben Sie bereits im Januar 2025 und im Januar 2026 darüber informiert“, heißt es weiter. „Leider hat sich bisher niemand gemeldet, der sich für ein Amt zur Verfügung stellen würde, der unsere Ortsgruppe weiterführen will. Das ist sehr schade. 135 Jahre Schwäbischer Albverein Hedelfingen gehen zu Ende“ – falls sich bis 25. September nicht doch noch jemand findet.
jb