Anzeige

Stuttgart lokal

Umbau am Hedelfinger Platz: Neuer Platz, neue Leitungen - und viele Umleitungen 

Neugestaltung des Platzes vor der Volksbank, Leitungsarbeiten und Infrastrukturmaßnahmen, geplante Umleitungen sowie Alternativvorschläge des Bezirksbeirats während der Bauzeit bis November Platz

Umbau am Hedelfinger Platz: Neuer Platz, neue Leitungen - und viele Umleitungen 

Noch sieht es am Platz vor der Volksbank mit Blick auf das Bezirksrathaus und das Alte Haus schön bunt nach Frühling aus. Nach Ostern kommen aber die Bauarbeiter. Fotos: Jürgen Brand

Am 7. April, also direkt nach Ostermontag, sollen die Bauarbeiter mitten in Hedelfingen, gleich gegenüber vom Bezirksrathaus und vom Alten Haus, loslegen. Der Platz vor der Volksbank wird wie schon länger geplant umgestaltet, außerdem werden im Bereich vom Hedelfinger Platz bis zur Ruiter Straße in größerem Ausmaß Gas-, Wasser-, Strom- und Straßenbeleuchtungsleitungen verlegt. Der Hedelfinger Bezirksbeirat begrüßt die„Bankbrunnen“ genannte Baumaßnahme ausdrücklich, ist aber mit den geplanten Umleitungen nicht so ganz glücklich zumal voraussichtlich bis Ende November in dem zentralen Bereich gegraben und gebaut werden soll. Deswegen hat das Gremium jetzt Alternativvorschläge für die Verkehrsführung an die Stadtverwaltung formuliert.

Unternehmen aus der Region

Der Hedelfinger Ortskern gerade in dem Quartier mit Bezirksrathaus und Altem Haus ist in den vergangenen Jahren Stück für Stück schöner geworden. Das Rathaus wurde saniert, das ebenfalls denkmalgeschützte Alte Haus ist sowieso ein beliebtes Fotomotiv und die Volksbank schräg gegenüber ist zu einem Regionalzentrum weiterentwickelt und umgestaltet worden. Und ganz in der Nähe ist auch die Pop-up-Bibliothek in der ehemaligen BW-Bank-Filiale beliebt und gern besucht.

Was bisher noch fehlte war die Umgestaltung des Platzes bei der Volksbank an der Kreuzung Amstetter Straße, Friedrichshafener Straße und Heumadener Straße. Die Blumenbeete sind zwar schön bepflanzt, aber der Platz ist sichtlich in die Jahre gekommen, die Sitzbänke müssten dringend erneuert werden, der bisherige Brunnen läuft sowieso nicht mehr. Dessen Brunnenstube war im Erdgeschoss der Bank untergebracht, keine Ideallösung für Bank- und Brunnenbetrieb. Ursprünglich war geplant, den Platz im Jahr 2024 umzugestalten. Jetzt ist es 2026 geworden, aber Hauptsache, es wird gemacht.

Unternehmen aus der Region

Nach Angaben der Stadt wird bei der Umgestaltung das Hauptaugenmerk auf die Aufenthaltsqualität dort gelegt. Die Blumenbeete werden erneuert, auch zwei Bäume werden gepflanzt. Ein neuer Trink-Brunnen soll an heißen Tagen für Erfrischung sorgen. Der Brunnen wird dann über einen Schacht auf städtischem Grund versorgt. Neue Sitzbänke sind ebenso vorgesehen wie neue Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Außerdem bekommt der Platz ein neues, sickerfähiges, also regendurchlässiges Pflaster. Dann wird Starkregengüssen nichts überschwemmt. Der Fußgängerüberweg mit Zebrastreifen zum Bezirksrathaus hinüber wird barrierefrei umgebaut, die Beleuchtung soll in dem ganzen Bereich optimiert werden. „Zudem wird die Fahrbahn im gesamten Knotenpunktbereich erneuert“, so die Stadt weiter. „Die Maßnahmen zur Leitungserneuerung und Umgestaltung werden gemeinsam durchgeführt. Hierdurch werden bauliche Synergien genutzt und die Auswirkungen auf Anwohner und Verkehr minimiert.“

Unternehmen aus der Region

Gravierende Auswirkungen

Diese Auswirkungen werden nach den bisherigen Plänen aber für den ganzen Ortskern gravierend sein. „Während der Bauzeit sind abschnittsweise Teil- und Vollsperrungen der Amstetter Straße sowie des Knotenpunkts Amstetter-/Friedrichshafener-/Heumadener Straße notwendig.“ Entsprechende Umleitungen sollen ausgeschildert werden. Die Stadt sieht als Umleitungsstrecken bisher ortsauswärts die Ruiter Straße, Fruchtstraße und Heumadener Straße vor, ortseinwärts die Untere Heckenstraße, Fruchtstraße und Ruiter Straße. Die SVE-Buslinie soll über die Hedelfinger Brücken, Am Mittelkai und Otto-Hirsch-Brücken umgeleitet werden.

Der Brunnen läuft längst nicht mehr, die Sitzbänke sind deutlich in die Jahre gekommen.
Der Brunnen läuft längst nicht mehr, die Sitzbänke sind deutlich in die Jahre gekommen.

Der Bezirksbeirat schlägt dagegen vor, die Amstetter Straße in beiden Fahrtrichtung geöffnet zu halten, um so möglichst viel Autoverkehr aus dem Ortskern abzuleiten. Gleichzeitig schlägt das Gremium alternative Umleitungsstrecken in Verbindung mit Einbahnstraßen-Regelungen vor. Demnach soll der Verkehr in Richtung Dürrbachkreisel über die Ruiter Straße, die Lonseer Straße, die Fruchtstraße und die Heumadener Straße gelenkt werden. Gleichzeitig wird die Ausweisung der Unteren Heckenstraße als Einbahnstraße in Richtung Fruchtstraße vorgeschlagen, ebenso könnte die Fruchtstraße von der Unteren in Richtung der Oberen Heckenstraße zur Einbahnstraße werden.

Alternativvorschlag des Bezirksbeirats

Der Verkehr in Richtung Amstetter Straße könnte nach den Vorstellungen des Bezirksbeirats über die Untere Heckenstraße, die Fruchtstraße und die Ruiter Straße geleitet werden. Dabei wird angeregt, die Lonseer Straße in Richtung Fruchtstraße zur Einbahnstraße zu machen und Parkverbote einzurichten. „Falls die Lonseer Straße als nicht geeignet für eine Umleitungsstrecke erachtet wird, wäre alternativ auch eine Umleitung über die Gärtnerstraße denkbar, wenn diese dann zur Einbahnstraße in Fahrtrichtung Heumadener Straße ausgewiesen wird“, schreibt der Bezirksbeirat in seinem Antrag. Weiter soll die Fruchtstraße ab Untere Heckenstraße in Richtung Heumadener Straße während der Bauphase zur Einbahnstraße werden.

Unternehmen aus der Region

Nach Meinung des Bezirksbeirats ist die Ersatzhaltestelle Otto-Hirsch-Brücken für die Linie 103 zu weit entfernt für die ÖPNV-Nutzerinnen und -Nutzer. „Vielmehr sollte ein alternativer Fahrweg (mit Wegfall der Haltestelle Hafenbahnstraße und Bedienung der Haltestelle Hedelfingen mit Wenden über den Dürrbachkreisel) bei der SVE eingerichtet werden.“ Der Bezirksbeirat fragt auch, wie der aktuell verkehrende Schulbus von der Wangener Wilhelmsschule zur Steinenbergschule und zurück in der Bauphase fahren soll. Der Bezirksbeirat bittet um Antworten der Stadtverwaltung bis Ende März und schlägt gleichzeitig eine gemeinsame Ortsbegehung vor.

Unternehmen aus der Region

Die Anwohner in dem betroffenen Gebiet werden nach Angaben der Stadt mit Informationsschreiben über das aktuelle Baugeschehen informiert. Zufahrten und Häuser sollen soweit möglich erreichbar bleiben. Die Umgestaltung des Platzes inklusive der Straßenbeleuchtung und des neuen Fahrbahnbelags wird nach bisherigen Schätzungen ungefähr 450 000 Euro kosten. Die Leitungsarbeiten werden schließlich separat durch die jeweiligen Netzunternehmen abgerechnet. Jürgen Brand