Es ist Donnerstagabend, und einige Fußballjugendmannschaften trainieren zeitgleich auf den zwei nebeneinanderliegenden Kunstrasenplätzen auf dem Vereinsgelände am Eschbachwald. Es ist eine kunterbunte Gemeinschaft, die hier den Bällen hinterherjagt. Im Turn- und Sportverein Stuttgart-Mühlhausen zählt das Miteinander, alle sind willkommen, ungeachtet der Herkunft und irgendwelcher Handicaps.

Im Antrag auf eine Mitgliedschaft im Verein werde nicht nach der Nationalität gefragt, erzählt Peter Peringer vom dreiköpfigen Vorstandsteam des TSV Mühlhausen, dem noch Michael Alferi und Daniel Schmalzriedt angehören, der auch Leiter der Fußballabteilung ist. Der TSV sei außerdem nicht nur Mitglied im Netzwerk Inklusion Stuttgart, sondern habe seit Anfang 2023 mit Dennis Schmitt einen Inklusionsbeauftragten, der sich um die Belange von kleinen und großen Mitgliedern mit Behinderung, egal welcher Art, kümmert. Gegründet wurde der TSV am 18. Juli 1898 im Gasthaus Löwen, als Patenverein stand der TSV Münster den 19 Gründungsmitgliedern zur Seite. Mittlerweile zählt der TSV Mühlhausen zu den großen Sportvereinen im Stuttgarter Norden. Rund 860 Mitglieder, gut ein Drittel davon, fast 300, sind Kinder und Jugendliche, und die meisten davon, mehr als 200, sind in der Fußballabteilung aktiv.
Und für die war der 26. Mai dieses Jahres, es war ein Sonntag, ein Freudentag. Am vorletzten Spieltag in der Kreisliga A gelang der abstiegsbedrohten ersten Mannschaft ein 5:1-Heimsieg gegen den damaligen Tabellendritten TV 89 Zuffenhausen.
Damit sorgte die erste Formation der Männer nicht nur für eine faustdicke Überraschung, sondern machte auch den Klassenverbleib fix. In dieser Saison läuft es bislang ganz gut. Mit zwei Siegen und einer Niederlage steht die Mannschaft um Trainer Armend Mehmeti aktuell auf dem fünften Tabellenplatz. Im Spielbetrieb hat der TSV Mühlhausen außerdem die Herren II in der Kreisliga B, eine Frauenmannschaft in der Bezirksliga und zahlreiche Nachwuchsteams - angefangen bei den Bambinis bis zu den C-Junioren, und auch einige Mädchenteams sind in der E-bis C-Jugend des TSV am Ball.
Doch nicht nur Fußball gehört zum sportlichen Portfolio des Traditionsvereins, der im vergangenen Jahr seinen 125. Geburtstag feierte. „Wir haben eine Tennis- und eine Tischtennisabteilung, bei uns wird Basketball und auch Faustball gespielt, und es gibt Angebote im Breitensport“, sagt Vorstandsmitglied Michael Alferi.
Länger als die Kicker, die sich anno 1919 zu einer Abteilung zusammenfanden, gibt es die Faustballer. Die Mühlhäuser haben eine Mannschaft in der Seniorenklassen M 60 im Spielbetrieb, die sowohl im Winter in der Halle des Eschbach-Gymnasium als auch im Sommer auf dem vereinseigenen Feld des TSV Mühlhausen in der Gauliga des Turngaus Stuttgart-Gäu-Schönbuch antritt.
Während die Faustballer eine kleine Abteilung sind, wächst bei den Fußballern der Bedarf an Trainingsmöglichkeiten. Schon bald soll deshalb am Eschbachwald, wo zwei Kunstrasenplätze, die Tennisplätze, das Rasenspielfeld der Faustballer und das Vereinsheim angesiedelt sind, ein dritter Kunstrasenplatz gebaut werden, und dazu auch eine Laufbahn sowie eine Sprung- und eine Wurfanlage. Der alte und nicht mehr genutzte Rasenplatz soll dafür verschwinden.
„Die neue Sportanlage wird auch von den benachbarten Schulen, der Grundschule Mühlhausen, der Herbert-Hoover-Schule in Mönchfeld und Freiberg sowie auch von den Kindertagesstätten genutzt werden“, sagt Michael Alferi.
Der Baubeginn soll noch in diesem Jahr, im Dezember, erfolgen. Die Kosten, die von der Stadt getragen werden, sollen deutlich unter einer Million Euro liegen, die Bauzeit wird rund sechs Monate betragen. Eine neue Leichtathletikabteilung wird es beim TSV trotz der neuen Anlagen nicht geben. Die geplante Laufbahn sei nur 100 Meter lang und verlaufe an der einen Seite des Kunstrasenplatzes, erklärt Michael Alferi. „Das reicht nicht, aber die Schulen können ihre Bundesjugendspiele abhalten.“
Der Wunsch des Vereins, den neuen Kunstrasenplatz mit einer Flutlichtanlage auszustatten wird derweil unerfüllt bleiben. Der alte Rasenplatz liege direkt an einem Naturschutzgebiet, so Alferi. „Mit Flutlicht hätten wir im Herbst und Winter länger trainieren können, aber der Schutz der Insekten und Fledermäuse hat Vorrang.“
VERANSTALTUNGEN
Freiberg
20. September, 12 bis 15 Uhr, evangelische Kirchengemeinde, supp..optimal Sommerfest, 12 bis 15 Uhr, evangelisches Michaelshaus
Stadtteilbibliothek
20. September, 15.30 Uhr „Recycling-Basteln: Aus Müll mach Neu!“, Workshop
27. September, 19 bis 21 Uhr, „Tief unter der Alb“ und „Ha Ja oder Ha Noi“, Lesung mit Linda Graze alias Lili Lemberg
Kulturkreis Freiberg/Mönchfeld
22. September, 18 Uhr „Christof Altmann“, schwäbisch-amerikanischer Blues und Kabarett, Bürgerhaus Freiberg/ Mönchfeld
Ökumenischer Seniorenkreis
15. Oktober, 14.30 Uhr, „Herbstfest“ mit neuem Wein und Zwiebelkuchen und zum Wein gehört auch immer froher Gesang, Anmeldung bei Helmut Baur per Mail an hubaur@gmx.de, evangelisches Gemeindehaus
Evangelische Kirchengemeinde
27. Oktober, 17 Uhr „Ein die Herzen erwärmender musikalischer Herbstabend“, gemütliches Kammerkonzert, evangelische Kirche
Der Baubeginn soll noch in diesem Jahr, im Dezember, erfolgen. Die Kosten, die von der Stadt getragen werden, sollen deutlich unter einer Million Euro liegen, die Bauzeit wird rund sechs Monate betragen. Eine neue Leichtathletikabteilung wird es beim TSV trotz der neuen Anlagen nicht geben. Die geplante Laufbahn sei nur 100 Meter lang und verlaufe an der einen Seite des Kunstrasenplatzes, erklärt Michael Alferi. „Das reicht nicht, aber die Schulen können ihre Bundesjugendspiele abhalten.“
Der Wunsch des Vereins, den neuen Kunstrasenplatz mit einer Flutlichtanlage auszustatten, wird derweil unerfüllt bleiben. Der alte Rasenplatz liege direkt an einem Naturschutzgebiet, so Alferi. „Mit Flutlicht hätten wir im Herbst und Winter länger trainieren können, aber der Schutz der Insekten und Fledermäuse hat Vorrang.“
Von Eva Herschmann