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Suchtpräventionstage in Mühlhausen: Fachleute klären über Gefahren auf

Bei den Suchtpräventionstagen in Mühlhausen werden Siebtklässler an zwei Tagen von Fachleuten der Jugendarbeit, der Drogenberatung und der Polizei über Sucht informiert.

Suchtpräventionstage in Mühlhausen: Fachleute klären über Gefahren auf

Die Suchtpräventionstage finden auch im Jugendhaus Freiberg/Mönchfeld statt Fotos: Eva Herschmann

In Mühlhausen setzt man schon lange auf Vorbeugung in Sachen Drogen. Ins Leben gerufen wurden die Suchtpräventionstage bereits 2008 im Rahmen der Stadtbezirkskonferenz „Umgang von Jugendlichen mit Alkohol- und Rauscherfahrungen und die Vorbildfunktion von Erwachsenen“.

Nachdem Corona dem aufklärerischen Angebot im Stadtbezirk eine kurze unfreiwillige Auszeit beschert hatte, gab es im vergangenen Jahr einen erfolgreichen Restart. Und auch in diesem Herbst werden wieder Siebtklässler von Fachleuten der Jugendarbeit, Drogenberatung und der Polizei an zwei Tagen über Süchte aufgeklärt.

Die Suchtpräventionstage, erläutert Andreas Schröder, der stellvertretende Bezirksvorsteher, richteten sich an die siebten Klassen der Schulen in Mühlhausen. „Im vergangenen Jahr haben wir auch Achtklässler eingeladen, um nach der Corona-Pause möglichst viele mitzunehmen. Aber das war eine Ausnahme.“ Da man aber aus den Erfahrungen und dem Feedback des letzten Jahres gelernt habe, seien einige Anpassungen vorgenommen worden, so der stellvertretende Bezirksvorsteher. „Wir wollen den Schülerinnen und Schülern auf jeden Fall mehr Zeit für ihre Fragen einräumen.“

Suchtgefahr: Medien, Alkohol und Drogen

Zwar ist der Konsum von Cannabis teillegalisiert, aber über die Gefahren müssen die Jugendlichen aufgeklärt werden.
Zwar ist der Konsum von Cannabis teillegalisiert, aber über die Gefahren müssen die Jugendlichen aufgeklärt werden.

Die Suchtpräventionstage werden von den Jugendhäusern, der mobilen Jugendarbeit, der Polizei, dem Verein release und dem Bezirksamt Mühlhausen angeboten. Im Rahmen von circa 120 Minuten werden die Schüler in fünf Stationen zu den Suchtthemen Tabak, Alkohol, Drogen und Medien aufgeklärt, in deren Konsum ebenfalls großes Suchtpotenzial steckt. Auch das Thema Alkohol wird ausführlich behandelt, und das nicht nur theoretisch. Denn die Polizei bringt eine sogenannte Rauschbrille mit, die die Wirksamkeit von Aufklärungs- und Schulungsprogrammen im Bereich Alkohol- und Drogenmissbrauch anschaulich macht.

Die Drunk Busters-Rauschbrille simuliert mithilfe einer verzerrenden Linse die beeinträchtigende Wirkung von Alkoholgenuss auf den Körper. Die Schülerinnen und Schüler erleben die Auswirkungen in Form von herabgesetzter Aufmerksamkeit, verzögerter Reaktionszeit, Verwirrung, optischer Verzerrung, veränderter Tiefen- und Entfernungswahrnehmung, Beeinträchtigung des peripheren Sehens, Doppelbildern und Problemen bei der Muskelkoordination. Da das Tragen der Rauschbrille mit einem Parcours mit eigentlich einfachen Aufgaben kombiniert wird, wie beispielsweise das Gehen auf einer geraden Linie, Aufheben von Münzen oder Abstellen von Objekten auf einem Tisch, werden die Beeinträchtigungen hautnah und wirksam demonstriert. Ein Erlebnis, das die Mädchen und Jungen wohl nicht so schnell vergessen werden.

Nun kommen junge Menschen in Deutschland aber nicht nur an die legale Droge Alkohol heran, sondern auch an Cannabis. Seit April ist der Konsum von Cannabis teillegalisiert, und seit 1. Juli dürfen nicht mehr nur Privatleute bis zu drei Pflanzen, sondern private Anbauvereinigungen Cannabis im größeren Stil anbauen. Die Vereinigungen brauchen allerdings eine behördliche Erlaubnis, das Cannabis darf ausschließlich an Mitglieder für den Eigenkonsum abgegeben werden und Mitglied können nur Erwachsene werden. Minderjährigen ist der Zutritt zu den Clubs untersagt, und selbst Mitglieder unter 21 Jahren sollen nur Cannabis mit einem geringen THC-Gehalt von unter zehn Prozent erhalten, also mit weniger berauschender Wirkung. Die Abgabemenge wird außerdem begrenzt: 30 Gramm pro Monat bei unter 21-Jährigen, 50 Gramm für die Älteren.

Laut dem Epidemiologischen Suchtsurvey des Bundesgesundheitsministeriums war Cannabis 2021 mit 8,8 Prozent die in Deutschland am häufigsten konsumierte illegale Droge. Hochgerechnet rund 4,5 Millionen Menschen nehmen regelmäßig Cannabis zu sich. Bei der bevölkerungsrepräsentativen Erhebung räumten etwa 2,5 Prozent der Befragten einen „problematischen Konsum“ ein. Und laut einer AOK-Studie entwickeln neun Prozent aller Cannabiskonsumenten und 17 Prozent der Betroffenen mit Beginn des Konsums im Jugendalter eine Abhängigkeit.

Um dem vorzubeugen, finden die Suchtpräventionstage am 15. Oktober im Jugendhaus Freiberg/Mönchfeld und am 16. Oktober im Jugendhaus Neugereut statt. Jeweils von 10 bis 12.30 Uhr und von 13.30 bis 16 Uhr klären die Fachleute den Nachwuchs auf. Pro Termin werden rund 50 Mädchen und Jungen, also etwa zwei Schulklassen, teilnehmen. „Insgesamt haben wir rund 250 Anmeldungen, das ist eine Menge“, sagt Schröder. In Neugereut nutzten alle Schulen das Angebot. „Insgesamt beteiligen sich 95 Prozent aller siebten Klassen im Stadtbezirk, das ist eine gute Quote“, so der stellvertretende Bezirksvorsteher. Eva Herschmann

VERANSTALTUNGEN

Freiberg

9. August, 9 bis 15.30 Uhr, „Starke Zukunftsmacher und Zunkunftsmacherinnen – Gestaltet eure Toy Storys der Zukunft“, Workshop, Stadtteilbibliothek

Mönchfeld

Caritasverband Stuttgart

8. August, 14.30 Uhr, „Musik am Donnerstag“ mit Uli Krack, Haus St. Ulrich 19. September, 14.30 Uhr, „Elsass – von Seltz bis zur Burg Hohbarr“, Diavortrag mit Bernd Mantwil, Haus St. Ulrich

Mühlhausen

Weinbauern

3. August, ab 14 Uhr, Steillagentage, Festgelände am Neckar, am 4. August, ab 10.30 Uhr mit Steillagengottesdienst der evangelischen Kirchengemeinde, Weinberg Arnoldstraße

Verein für Schutz- und Wachhunde Stuttgart

10. und 11. August, 10 Uhr, 111-Jahr-Feier, Weidenbrunnen 139

Ökumenischer Seniorenkreis Mönchfeld

10. September, 15 Uhr, Führung in der Veitskapelle, Anmeldung per Mail an: hubaur@gmx.de