Herr Professor Schneider, die Hohenheimer Gärten feiern das 250-Jahr-Jubiläum. Gibt es denn mehrere Gärten an der Universität?
Tatsächlich, der Name „Hohenheimer Gärten“ steht nicht für einen einzelnen Garten, sondern für ein rund 30 Hektar großes Ensemble auf unserem Campus. Dazu zählen der Botanische Garten, das Landesarboretum mit Exotischem Garten und Landschaftsgarten sowie der Schlosspark. Die einzelnen Bereiche sind zu unterschiedlichen Zeiten entstanden. Den Ursprung der heutigen Hohenheimer Gärten bildet der Exotische Garten, 1776 angelegt von Herzog Carl Eugen und Herzogin Franziska von Hohenheim.

Was gefällt Ihnen persönlich an der historischen Parkanlage?
Besonders schätze ich die Verbindung von Geschichte, Natur, Landschaft und Wissenschaft. In der denkmalgeschützten Parkanlage lässt sich unmittelbar der Geschichte Hohenheims nachspüren, wovon Sie sich am Tag der offenen Tür mit seinen besonderen Angeboten selbst überzeugen können. Natürlich stehen die Hohenheimer Gärten auch an allen anderen Tagen für diese Erfahrung offen: Die alten Baumriesen, die unglaubliche Artenvielfalt, die historischen Gebäude und beeindruckenden Sichtachsen erzeugen eine besondere Atmosphäre und machen den Park einzigartig. Gleichzeitig, und das schätze ich besonders, ist er ein Ort voller Ruhe und Inspiration.
Welche Bedeutung haben die Hohenheimer Gärten für die Universität Hohenheim?
Sie sind weit mehr als eine Parkanlage: Sie sind eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung. Mit mehr als 8.000 Pflanzenarten verbinden sie wissenschaftlichen Nutzen, Naturschutz und Wissensvermittlung in besonderer Weise. Sie dienen als „grünes Labor“ für Forschung und Lehre. In der Lehre nutzen wir die Gärten zum Beispiel für Bestimmungsübungen und praktische Übungen zur Landschaftsökologie. Forschende untersuchen dort Fragen der Artenvielfalt, des Klimawandels, der Landschaftsentwicklung, zur effizienten Wassernutzung und zu Nutz- und Heilpflanzen. Gleichzeitig sind die Gärten ein wichtiger Begegnungs- und Erholungsort auf dem Campus und ein beliebtes Stuttgarter Ausflugsziel.
Worauf kann man sich im Jubiläumsjahr freuen?
Die Besucherinnen und Besucher dürfen sich auf ein vielfältiges Programm mit Führungen, Themenwochen und Einblicken hinter die Kulissen freuen. Dazu gehören unter anderem Führungen zu Insekten, Wildbienen, Biodiversität und der Geschichte der Gärten sowie Veranstaltungen im Rahmen der „Woche der Botanischen Gärten“. Und am Tag der offenen Tür gibt es ein Highlight, bei dem ich in jungen Jahren keine Sekunde gezögert hätte mitzumachen: Beim Kinderklettern dürfen die Kids die uralten Bäume selbst in luftiger Höhe erkunden!
Weitere Infos unter https://250jahregaerten.uni-hohenheim.de/
Von Julia Alber