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Ab in die Wanne!

Auf der Suche nach Wohlgefühl? Verspannungen überall? Gründe, in die warme Wanne zu steigen, sind vielfältig. Zwei Ärztinnen klären die wichtigsten Fragen zum Wellness-Ritual.

Ab in die Wanne!

Die Badewanne winkt? Ein paar Dinge sollte man beim Wellness-Ritual beachten. Foto: dpa

Gefühlt gibt es zwei Arten von Menschen: die, die das Baden lieben, und diejenigen, die dem Abtauchen im Schaum nichts abgewinnen können. Letztere können jetzt mit dem Lesen aufhören. Für alle anderen klären eine Hautärztin und eine Kardiologin die wichtigsten Fragen rund um das Wellness-Ritual, damit es noch ein wenig gesünder und entspannender wird.

Ist Baden gesund?

„Eindeutig ja“, sagt Prof. Christiane Tiefenbacher, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. „Baden entspannt, reduziert Stress und lässt einen zur Ruhe kommen.“ Das gilt aber nur für Bade-Enthusiasten. Baden fällt in die Kategorie „Seelenmedizin“: Wer ihm nichts abgewinnen kann, wird keinen positiven Effekt spüren. Nebenaspekt: Da Baden das Herz-Kreislauf-System beansprucht, werden je nach Temperatur und Dauer ein paar Extrakalorien verbrannt. „Als Diätmaßnahme eignet sich die Methode allerdings nicht“, sagt Tiefenbacher. Viele steigen nur in die Wanne, wenn sie erkältet sind: Das Baden an sich lässt den Infekt zwar nicht schneller verschwinden. Es kann aber Symptome lindern, etwa durch ätherische Öle in Badezusätzen, die besser durchatmen lassen.

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Wer sollte besser aufs Baden verzichten?

Gesunde Menschen können so heiß, oft und lange baden, wie sie es als angenehm empfinden, sagt Kardiologin Tiefenbacher. Grundsätzlich spricht wenig gegen ein Wannenvergnügen. „Anders als vor Jahren empfohlen eignen sich Bäder auch für Menschen  mit schwacher Herzleistung oder sehr niedrigem Blutdruck. Bei 37 Grad und 10 Minuten passiert in der Regel nichts.“ Bei Herz-Kreislauf-Problemen oder Hauterkrankungen sei aber ratsam, Badepläne vorab ärztlich abzuklären. Bei Neurodermitis und Co. können bestimmte Zusätze sogar nachweislich Linderung verschaffen, erklärt Dermatologin Marion Moers-Carpi.

Worauf sollten Schwangere achten?

Baden kann vor allem in den letzten Wochen der Schwangerschaft entlastend sein und ist damit laut Tiefenbacher ratsam. Wichtigste Regel: Besser nur dann in die Wanne, wenn ein weiterer Erwachsener in der Nähe ist. „Baden senkt den Blutdruck und erhöht die Herzfrequenz. Das kann zu Schwindel und im unglücklichsten Fall zu Ohnmacht führen.“ Daher gibt sie den Tipp, sich vorsichtshalber heraushelfen zu lassen. Ein Blick auf den Badezusatz ist ebenfalls ratsam. „Bestimmte ätherische Öle wie Kampfer oder Lavendel stehen im Verdacht, wehenfördernd zu wirken.“ Besser mit einem neutralen Mittel auf Nummer sicher gehen.

Welcher Badezusatz ist gut für die Haut?

Lustige Schaumbäder, die viele aus der Kindheit kennen, sind für die Haut alles andere als spaßig. „Die darin enthaltenen Tenside trocknen aus“, sagt Hautärztin Moers-Carpi. Rückfettende Zusätze auf Basis von Mandel- oder Jojobaöl sind meist die richtige Wahl. Es darf neben pflegenden Eigenschaften auch angenehm duften – etwa mit pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Kamille, Ringelblume oder Baldrian. Bei Neurodermitis oder Schuppenflechte setzt die Hautärztin auf medizinische Zusätze mit Eichenrinde oder Salz vom Toten Meer. „Sie lindern Juckreiz und machen die Haut geschmeidig.“

Warum werden Hände und Füße im Wasser schrumpelig?

Nicht schön, aber sinnvoll: Durch ausgiebiges Baden quellen die oberen Hornschichten der Haut auf und werden faltig. In freier Wildbahn würde diese körperliche Reaktion helfen, sich beim Aus-dem-Wasser-Ziehen besser festhalten zu können, so Marion Moers-Carpi. Zu Hause ist es das Signal: „Das Bad dauert zu lange. Jetzt aber raus.“

Spricht etwas gegen Essen und Trinken in der Wanne?

Wenn zum perfekten Badefest ein Schluck Wein und ein paar Naschereien gehören, gibt es aus Sicht der Kardiologin Christiane Tiefenbacher keinen Grund, darauf zu verzichten. Eine Sache sollte man aber nicht unterschätzen: Die berauschende Wirkung des Alkohols fällt im warmen Wasser stärker aus, sodass alles, was über ein Gläschen hinausgeht, schnell unangenehm werden kann.

Wie sieht das perfekte Baderitual aus medizinischer Sicht aus?

Die Expertinnen raten: Geben Sie in den frühen Abendstunden ein Badeöl aus natürlichen Zutaten in 36 bis 38 Grad warmes Wasser. Versinken Sie mit einem tiefen Seufzer darin, schließen Sie die Augen und denken Sie möglichst an gar nichts. Erheben Sie sich nach 10, allerhöchstens 20 Minuten langsam und tupfen Sie die Haut mit einem weichen Handtuch ab. Nach einer kurzen Ruhezeit den Körper mit einer Bodylotion auf Aloe-Vera- oder Urea-Basis eincremen, kuschelige Socken anziehen und ab unter die Decke. Ganz wichtig: Trinken nicht vergessen. Was Mahlzeiten oder Unterhaltung angeht, sollten Sie leichte Kost bevorzugen.

Von Friederike Ostermeyer