„Beim Tag der Wissenschaft wollen wir Forschung für die Stadtgesellschaft verständlich machen“, erklärt Prof. Peter Middendorf, Rektor der Universität Stuttgart. „Forschende und Studierende zeigen gemeinsam, an welchen starken Technologien sie arbeiten, wie neue Ideen entstehen und welchen Beitrag Wissenschaft für eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft leisten kann. Forschung, Lehre und Wissenstransfer gehören für uns untrennbar zusammen - genau das möchten wir erlebbar machen.“
Das vielfältige Programm richtet sich an Groß und Klein. Für Studieninteressierte besonders interessant: der Bachelor-Infotag. Er lädt dazu ein, das breite Studienangebot der Universität Stuttgart kennenzulernen von den Ingenieur- und Naturwissenschaften über die Sprach-, Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften bis hin zu den Lehramtsstudiengängen. Die Universität ist eine der großen Arbeitgeberinnen der Landeshauptstadt und präsentiert auch ihre Ausbildungsberufe.
Nie zu jung für Wissenschaft
Auf den wissenschaftlichen Nachwuchs warten Bastel- und Experimentierstationen, Kinderführungen und eine Vorlesung. Claas Olthoff, Professor für Astronautik und Exploration, erklärt, was der Weltraum eigentlich ist, und warum er für unser tägliches Leben eine wichtige Rolle spielt. Süße Verbundwerkstoffe zum Naschen gibt es speziell an diesem Tag am Institut für Flugzeugbau. Fans des Programmierens sollten die Programmierwerkstatt des transregionalen Sonderforschungsbereichs Quantitative Methoden für Visual Computing aufsuchen. Dort wird Technik mittels einfacher Befehle lebendig. Aufgeballte Energie aus dem Himmel - Blitze - treffen die Besucherinnen und Besucher des Hochspannungslabors. Die Kinderführung bei der Fahrzeugtechnik geht unter anderem der Frage nach, wie Autos in der Zukunft fahren werden.
Studium-Praxis inklusive
Wer an der Universität Stuttgart studiert, wird früh in Forschungsprojekte eingebunden und sammelt praktische Erfahrungen. Einige Projekte präsentieren sich am Tag der Wissenschaft, etwa der spannende Konstruktionswettbewerb „Tor, Ball und Maschine - 33“ für Studierende des Maschinenbaus und der Fahrzeugtechnik. Oder das Projekt „brobiotica“. Es tritt beim internationalen Studierendenwettbewerb iGEM 2026 an und untersucht, ob Bakterien immer schlecht sind. Im Makerspace kann man in Workshops 3D-Drucker, Lasercutter, Stickmaschine oder Schneideplotter ausprobieren.
Simulationen und VR hautnah erleben
VR-Brillen und Augmented Reality (AR) bringen Zukunft und Vergangenheit zusammen. Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt aus den romanischen Literaturen macht mit VR-Brillen die Welt des Sonnenkönigs lebendig. Das Visualisierungsinstitut lädt zum Einkauf im Supermarkt der Zukunft mittels AR ein. Und der Exzellenzcluster SimTech zeigt, dass Simulationen an viel mehr Orten stecken, als man denkt - vom Online-Escape-Room bis zu einer Pinguin-Rettung.
Hightech-Forschung für KI und Robotik

Wie verändern Künstliche Intelligenz und Robotik Medizin, Bauwesen oder auch Luft- und Raumfahrt? Beim Tag der Wissenschaft lädt die Universität Stuttgart in der Universitätsstraße 32 bis 34 zu einem Blick hinter die Kulissen ihrer KI- und Robotik-Forschung ein. „Robotik und Künstliche Intelligenz denken wir an unserer Universität disziplinübergreifend“, betont Prof. Peter Middendorf, Rektor der Universität Stuttgart. „Unser Ziel ist es, exzellente Forschung in anwendungstaugliche Innovationen zu überführen und so einen echten Beitrag zur Lösung drängender Herausforderungen unserer Zeit zu leisten.“ Interdisziplinäre Teams arbeiten zum Beispiel an KI-gestützten und robotischen Systemen für ressourcenschonendes Bauen, an Nanorobotern für gezielte medizinische Therapien oder an Flugrobotern für den Artenschutz. Am Institut für Künstliche Intelligenz lernt der vierbeinige Laufroboter „Spot“, Menschen zu unterstützen. Am Institut für Adaptive Mechanische Systeme (IAMS) machen die Forschenden Laufroboter fit - etwa für ihren Einsatz in der Industrie. Dort entwickeln Forschende auch weiche Materialien - zum Beispiel für Prothesen, die in Zukunft nach einem Schlaganfall oder bei Parkinson Therapien verbessern sollen.
Das Zentrum Bionic Intelligence Tübingen Stuttgart (BITS) bringt Chemie, Ingenieurwissenschaften und Medizin zusammen. Hier erforschen und entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Beispiel künstliche Muskeln, die bei der Behandlung eines Tremors unterstützen sollen, intelligente Pflaster und Nanoroboter, die Medikamente gezielt im Körper transportieren. Spannend ist auch ein Blick in den Exzellenzcluster IntCDC, wo Architekten und Architektinnen zeigen, wie sie das Bauwesen mithilfe von KI und natürlichen, nachwachsenden Materialien fit für die Zukunft machen. In der Luftund Raumfahrt demonstrieren die Forschenden unter anderem, wie autonome Flugroboterteams Tiere in freier Wildbahn stressfrei beobachten. Unterstützung beim verantwortungsvollen Umgang mit KI-gestützten Technologien bietet übrigens IRIS, das Interchange Forum for Reflecting on Intelligent Systems.
Das komplette Programm finden Interessierte im Internet: uni-stuttgart.de/tdw-programm
Von Julia Alber