Präsentiert von

Anzeige

Stuttgart lokal

Konzert von Teodor Currentzis und dem Orchester Utopia in Stuttgart

Auf dem Programm am 30. Oktober in der Liederhalle stehen Mahlers 5. Symphonie und das moderne Auftragswerk „Passacaglia – Music for Orchestra IX“ von Jay Schwartz.

Konzert von Teodor Currentzis und dem Orchester Utopia in Stuttgart

Musik vermag Emotionen auszudrücken, für die es manchmal keine Worte gibt. Diese Erkenntnis ist nicht neu, lässt sich aber bei unterschiedlichen Konzerten in ihrer ganzen Bandbreite erleben - von der berauschenden Klangfülle eines großen Orchesters über die spritzigen Einfälle aus der Welt des amerikanischen Broadway bis hin zum unwiderstehlichen Charme der Swing-Ära.

Man könne der verführerischen Sogkraft seiner Auftritte nur schwer entkommen, beschreibt die Neue Zürcher Zeitung das, was sie die „ungebrochen suggestive Wirkung“ des Dirigenten Teodor Currentzis nennt. Diese Intensität - man dürfe es auch Aura nennen - beruhe auf einer äußerst peniblen Probenarbeit, bei der kein noch so kleines Detail unausgeleuchtet bleibe. Dass das bei Gustav Mahlers Symphonie Nr. 5 cis-Moll ein ganz besonderes Erlebnis sein wird, steht außer Frage. Gemeinsam mit seinem Orchester Utopia kommt Currentzis am 30. Oktober in die Liederhalle. Zusammen mit Mahlers Symphonie steht die „Passacaglia Music for Orchestra IX“ von Jay Schwartz auf dem Programm, ein Auftragswerk des Orchesters Utopia und des Schubert Projekt Fonds.

Unternehmen aus der Region

Als Teodor Currentzis mit dem Klangkörper Utopia 2022 ein neues Orchester gründete, erfüllte er sich damit einen Traum. Die Mitglieder finden sich dabei jeweils projektbezogen aus verschiedenen internationalen Orchestern zusammen. Currentzis am Dirigierpult, das bedeutet ein Zusammentreffen von fulminanter Musikalität und starker Deutungskraft gepaart mit Exzentrik und provokantem Sendungsbewusstsein. Das bringt nicht immer nur positive Resonanz kaum ein anderer hat in der Musikwelt in letzter Zeit so sehr polarisiert wie er. Aber ein Merkmal wahrer Kunst ist es oft, vehementes Für und Wider hervorzurufen. Currentzis sucht die Extreme und gelangt so auf direktem Weg in die Herzen des Publikums.

Gemeinsam mit seinem Orchester Utopia ist in den kommenden Jahren das Erarbeiten aller Mahler-Symphonien geplant. Den Auftakt macht nun die 5. Sinfonie, der schon kurz nach der Uraufführung im Oktober 1904 die Neue Zeitschrift für Musik 1905 eine „überwältigenden Fülle von Schönheiten“ attestierte. Die kommen nicht von ungefähr: Bei keiner anderen Sinfonie hat der Komponist so lange mit der Instrumentierung gerungen. Noch 1911, im Jahr seines Todes, überarbeitete Mahler sie erneut.

Der aus Kalifornien stammende und nach Deutschland ausgewanderte Komponist Jay Schwartz versteht sich als Wanderer. Er thematisiert musikalisch die zeitlose Problematik der (Aus-)Wanderung, des Außenseitertums und der Identitätssuche. In seiner „Passacaglia Music for Orchestra IX“ begegnet der Wanderer dem Liebenden im Schubert-Lied„Du bist die Ruh“ (D 776, Text von Friedrich Rückert). Schwartz greift sieben Takte davon auf und lässt sie zwölfmal durch ein Geflecht von scheinbar endlosen Glissandi wandern stufenlos gleitenden Tönen, wie sie für Schwartz' Oeuvre charakteristisch sind. Im zahlensymbolisch bedeutsamen Zusammenhang der altgriechischen sieben Himmelskörper und zwölf astrologischen Zeichen wird eine irdische Wanderung zu einer außerweltlichen, die Schwartz symbolisch als Reise in die inneren geistigen Räume begreift. Tickets unter 07 11/52 43 00, stuttgartkonzert.de .