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Liederhalle in Stuttgart: Unvorstellbare Kraft

Beim Musizieren der japanischen Trommel-Formation Kodo ist bei mächtigen Rhythmen der Taikos der gesamte Körper im Einsatz

Liederhalle in Stuttgart: Unvorstellbare Kraft

Das Trommelspiel ist eine besondere Kunst, die von Kodo-Mitgliedern über viele Jahre erlernt wird. Foto: Veranstalter

Kodo ist japanisch und bedeutet so viel wie „Kinder der Trommeln“. spielt es auf das japanische Zugleich Wort für „Herzschlag“ an. Wer sich beim Zuhören auf die mächtigen Rhythmen der Taikos einlässt, der versteht, warum. Gelegenheit dazu gibt es am 25. Februar 2024 in der Liederhalle, wenn Kodo im Rahmen ihrer „One Earth Tour“ ihr Programm „Warabe“ präsentieren.

Das japanische Trommel-Ensemble, das unter diesem Namen seit mehr als 40 Jahren auftritt, ist eine Art Familie. Gemeinsam leben die Künstlerinnen und Künstler auf der japanischen Insel Sado - mit ihrer zweiten Familie: Das ist die der Taikos, was so viel bedeutet wie „dicke Trommel“. Korpulent sind die Mitglieder dieser Familie von Röhrentrommeln auf jeden Fall, die kleinen wie die großen. Manche sind sogar so riesig, dass sie nur mithilfe von Rollen auf die Bühne gefahren werden können. Dafür lassen sich mit diesen riesigen O-Daikos Klänge erzeugen, deren Vibrationen mit dem gesamten Körper zu spüren sind.

Kodo kann man nicht beschreiben - Kodo muss man hören, fühlen, erleben. Sirrend und flirrend erklingen ihre kleinen Instrumente, so leicht liegen die Sticks in den Händen der Musiker. Groß und durchdringend erklingt die gewaltige Taiko - unvorstellbar die Kraft und die Technik, mit der sie geschlagen wird. Die Schlägel, mit denen die Klänge erzeugt werden, sind unterschiedlich groß. Die Mächtigsten erinnern an Baseball-Schläger.

Um den Taikos Klänge zu entlocken, bedarf es indes nicht nur absoluter Präzision, auch der Körper muss für diese Aufgabe ausgebildet sein. Aufführungen von Kodo sind daher nicht einfach nur Konzerte. Es sind tänzerische Choreografien, die Geschmeidigkeit und Kraft von den Spielern erfordern. Viele Auftritte erfolgen mit nacktem Oberkörper: Da wird sichtbar, dass hier der ganze Mensch im Einsatz ist, dass man zum Musikmachen mitunter auch die Muskeln spielen lassen muss. Kodo ist Trommelkunst in höchster Vollendung, mitreißend, in wahnwitzigen Tempi, die die Füße kribbeln und den Körper im ewigen Puls der Klänge vibrieren lassen. Ausgebildet werden die Künstler übrigens über Jahre an einem einsamen Ort, ohne Internet; und es ist keineswegs gesagt, dass alle, die diese Ausbildung machen, am Ende auch ins Ensemble übernommen werden.

Tickets für die Veranstaltung gibt es unter 07 11/52 43 00, stuttgartkonzert.de.