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Gemeinschaft als Motto und Auftrag

ES-Innenstadt Der Förderverein der Gemeinschaftsschule Innenstadt Esslingen unterstützt Schüler, Eltern und Lehrer, sorgt für die Teilhabe von Kindern aus ärmeren Familien und fördert eine partnerschaftliche Schulgemeinschaft.

Gemeinschaft als Motto und Auftrag

Aphiwan Plathanom (links) und Anika Haferkorn, Vorstandsfrauen des Fördervereins der Innenstadtschule, auf dem Schulhof. Fotos: Peter Stotz

Die Gemeinschaftsschule Innenstadt Esslingen ist ab dem Jahr 2003 durch die Fusion zunächst der Schiller- und der Wolfstor-Realschule und in der Folge 2017 mit der zur Gemeinschaftsschule entwickelten ehemaligen Werkrealschule Katharinenschule entstanden. Neben dem reinen Unterricht spielt sich schulisches – und nach dem Selbstverständnis der Schule auch gesellschaftliches – Leben auf dem großen Campus zwischen der Blumen- und der Katharinenstraße ab. Das große, mit hohen Bäumen, Spielgeräten und Sitzgelegenheiten strukturierte Gelände ist frei zugänglich und wird von Kindern und Jugendlichen auch außerhalb des Schulbetriebs, aber auch von Erwachsenen aus dem Wohnquartier und alten Leuten aus der Senioren-Wohnanlage an der Hindenburgstraße gut genutzt. „Wir sind eine Gemeinschaftsschule, und das Gemeinschaftsgefühl ist bei uns sehr schön spürbar“, sagt Aphiwan Piathanom, die Vorsitzende des Fördervereins. Zusammen mit der Vizevorsitzenden Anika Haferkorn betrachtet sie das bunte nachmittägliche Treiben auf dem weitläufigen Schulhof: Kinder auf den Spielgeräten, Jugendliche, die ein wenig kicken, Erwachsene beim Kartenspiel. „Die Kinder begrüßen die Senioren, die hier sitzen, das ist auch Schulgemeinschaft und schön zu erleben“, freut sich Piathanom.

Für eine partnerschaftliche Gemeinschaft, die nicht nur im Namen der Schule zu finden, sondern als Auftrag aller Beteiligten zu verstehen sei, stehe der Förderverein seit einigen Jahren ein, betont Piathanom. „Wir möchten, dass die Kinder gute Erlebnisse an der Schule haben, dass sie die Schule als Gemeinschaft empfinden. „Gemeinschaftsschule heißt auch, dass alle zusammenstehen, Lehrer, Eltern und Schüler, und alle aktiv dabei sind“, sagt sie. Dazu gehöre nicht zuletzt, die Teilhabe aller Kinder an der Gesellschaft nach Kräften zu unterstützen und die Entfaltung ihrer individuellen Fähigkeiten zu fördern, sagt Anika Haferkorn. Dabei drehe es sich immer wieder um Geld. Sei es ein Satz Sportkleidung oder ein Leihinstrument für den Musikkurs – „wir fordern dazu auf, den Bedarf zu nennen, und wir schauen dann, was leistbar ist“:

Zu einem aktiven, abwechslungsreichen und für die Gemeinschaft sehr förderlichen Schulleben gehören auch Angebote und Aktivitäten wie ein Schullandheimaufenthalt, Ausflüge, Lerngruppen-Exkursionen oder der Schüleraustausch. Dies soll für alle Kinder möglich sein, unabhängig vom Familieneinkommen, betonen die Vorstandsfrauen. „Die Kinder erzählen ihren Vertrauenslehrern, wenn es finanziell knapp ist. Bei manchen Familien wissen es die Lehrer. Im Rektorat wird der Bedarf geprüft, dann geht das komplett anonym an uns weiter, und wir sorgen für die Finanzierung der Teilnahme“, beschreibt Piathanom. Nur relativ wenige Familien seien so arm, dass der Bedarf der Kinder komplett finanziert werden müsste. „Wir unterstützen aber einige Familien in der Grauzone, die zwar knapp über dem Bürgergeldbezug liegen, aber trotzdem nicht genügend Geld zur Verfügung haben.“ Für die Kinder sei das von hoher Bedeutung. „Sie sollen wissen und spüren, dass sie dazu gehören, dass sie nicht allein sind mit ihren Problemen wegen der Familienarmut“, sagt Piathanom. Der Förderverein arbeite daran, dass sich nicht zuletzt Familien mit Migrationshintergrund einbezogen fühlen, wo oft beim Thema knapper Finanzen noch mehr Scheu zu spüren sei, ergänzt Haferkorn. Das Engagement des Fördervereins geht freilich weit darüber hinaus. Die aktiven Vereinsmitglieder zeigen Präsenz bei schulischen Veranstaltungen, bestücken und betreuen Tische zur Bewirtung bei Klassenpflegschafts- und Elternabenden, bei schulischen Aufführungen und Konzertabenden, bei Informationsveranstaltungen und bei den Einschulungsfeiern. „Dabei schauen wir, dass wir ältere Schüler einbeziehen können, und wir kommen mit vielen Eltern ins Gespräch und können sie zum Engagement motivieren“, sagt Haferkorn.

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Denn der Förderverein habe wie etliche andere Vereine auch das Problem, aktiven Nachwuchs für die Übernahme von Verantwortung zu finden, erzählen die Vorstandsfrauen. Bei einzelnen Aktionen und Angeboten funktioniere es sehr gut, „aber auf die Dauer wird es schwieriger“. Allerdings seien einige im Verein aktiv dabei, deren Kinder die Schule längst verlassen haben. „Das zeigt nicht zuletzt den Kindern, dass man über den Anlass hinaus aktiv sein kann und Gemeinschaft über den Tag hinaus besteht.“


Der Verein in Zahlen

Gründungsjahr 2003
Mitglieder etwa 145
Angebote Förderung und finanzielle Unterstützung der Teilhabe aller Schüler; bei Bedarf finanzielle Beteiligung an einem Leihinstrument, Unterstützung für einen Schullandheimaufenthalt, einen Ausflug, gemeinsame Aktivitäten, Schüleraustausch; finanzielle Unterstützung der Schulabschlussfeier; Finanzierung von Vorträgen und Seminaren für Eltern und Schüler; Präsenz bei schulischen Veranstaltungen; Bewirtung bei Klassenpflegschafts- und Elternabenden, bei schulischen Musicalaufführungen und Konzertabenden, bei Informationsveranstaltungen und bei der Einschulung.
Kontakt
Förderverein der Gemeinschaftsschule Innenstadt
Blumenthalstraße 31, 73728 Esslingen
E-Mail: foerderverein-es@web.de pst