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Studium finanzieren - diese Möglichkeiten gibt es

Die Lebenshaltungskosten steigen immer weiter an. Zum Glück gibt es für Studierende Unterstützung - doch eine Geldquelle reicht oft nicht mehr aus. Welche es gibt und wie sie sich kombinieren lassen.

Studium finanzieren - diese Möglichkeiten gibt es

Wer sich im Studium auf Inhalte fokussieren möchte, sollte auf eine gesicherte Finanzierung des Studiums achten. Foto: dpa-tmn/Zacharie Scheurer

Endlich studieren, das bedeutet für viele: endlich raus, neue Stadt, neue Wohnung. Aber auch: eigene laufende Kosten. Nicht immer können oder wollen die Eltern die tragen. Zum Glück gibt es auch staatliche Unterstützung. Wie die aussieht und wo sich Studierende sonst noch umsehen können.

Bafög

Bafög, davon haben viele schon gehört. Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) beinhaltet ein Studiendarlehen des Staates – zu sehr günstigen Konditionen. Allerdings haben nicht alle Studierenden Anspruch darauf. „Die Höhe des Bafög-Satzes ist abhängig vom Einkommen der Eltern oder bei älteren Studenten des Ehepartners. Für ältere Studenten gibt es auch ein elternunabhängiges Bafög“, sagt Sylvia Schönke von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Auch eigenes Vermögen wie eine Erbschaft kann sich darauf auswirken, ob und wie viel Bafög man bekommt. Aktuell können Studierende bis zu 934 Euro monatlich bekommen. Nach dem Studium müssen sie nur die Hälfte des Darlehens oder maximal 10 000 Euro zurückzahlen. Ein Problem gibt es allerdings: Das Geld reicht oft nicht. „Der Bafög-Satz ist vor allem in den Ballungszentren aktuell zu niedrig angesetzt für den freien Wohnungsmarkt, sodass die Kosten für das WG-Zimmer oft den Etat für den restlichen Lebensunterhalt aufzehren“, so Katrin Steffen, Sozialberaterin beim Studentenwerk Potsdam.

Wohngeld

Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zur Miete für Menschen mit geringem Einkommen. Wichtig: Das Wohngeld kann nicht mit dem Bafög kombiniert werden.

Um als Studierender Wohngeld beantragen zu können, braucht man einen Bafög-Ablehnungsbescheid. „Wir empfehlen daher in den meisten Fällen, Bafög und Wohngeld gleichzeitig zu beantragen, das spart Zeit“, rät Katrin Steffen vom Studentenwerk Potsdam. Das Wohngeld muss nicht zurückgezahlt werden.

Stipendien

Grundsätzlich muss man zwischen Voll- und Teilstipendien unterscheiden. In Deutschland gibt es 13 große Stiftungen, die Vollstipendien vergeben, darunter neben kirchlichen Stiftungen insbesondere die Stiftungen der Parteien sowie die Studienstiftung des deutschen Volkes. Daneben gibt es zahlreiche kleinere Stiftungen, die Teilstipendien etwa in Form von Büchergeld oder anderen Zuschüssen anbieten. Das Deutschland-Stipendium ist hier vermutlich das bekannteste. Bei allen Stipendien zählt insbesondere gesellschaftliches Engagement. Wer in der Freizeit ehrenamtlich tätig ist, hat also gute Chancen, einen Stipendienträger von sich zu überzeugen, auch ohne Einser-Abi.

Wer mehr über Stipendien wissen will, kann die Beratung des Studentenwerks oder der Initiative www.arbeiterkind.de in Anspruch nehmen. „Viele junge Menschen denken immer noch, sie müssen von einer Lehrkraft für ein Stipendium gewissermaßen entdeckt werden“, sagt Steffen. In der Realität sei es aber so, dass Abiturienten oder Studierende auf Lehrer oder Dozenten zugehen und um die entsprechenden Empfehlungsschreiben bitten sollten. Da dürfe man keine falsche Scheu haben.

Nebenjobs

Abgesehen von den Klassikern wie Kellnern, Nachhilfe oder einer Stelle als studentische Hilfskraft bieten viele Unternehmen auch Werkstudentenstellen an. Diese sind oft eine tolle Möglichkeit, erste Berufserfahrungen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen. Doch Vorsicht: „Studenten dürfen in der Regel bis zu 20 Stunden in der Woche arbeiten, bevor sie aus der studentischen Krankenversicherung fallen. Überschreitet ihr Monatsverdienst 520 Euro, führt dies zu einer Absenkung des Bafög-Satzes“, so Katrin Steffen.

Studienkredite

Studienkredite werden von verschiedenen Banken angeboten, am gängigsten ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Mit dem KfW-Studienkredit kann man monatlich bis zu 650 Euro bekommen. Dieses Geld ist kompatibel mit dem Bafög und wird unabhängig von eigenem Vermögen oder dem der Eltern ausgezahlt. Die Schattenseite: die Zinsen sind inzwischen hoch. dpa