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Ludwigsburg

Barrierefrei Wohnen - Anregungen fürs eigene Heim

Möglichst lange selbstbestimmt Wohnen und in den eigenen vier Wänden alt werden - das wünschen sich viele Menschen. Tipps, worauf es ankommt, damit der Wunsch auch wahr werden kann.

Barrierefrei Wohnen - Anregungen fürs eigene Heim

Praktisch, wenn die Küchenzeile teilweise höhenverstellbar ist. Foto: dpa/tmn

Im eigenen Bett aufwachen, den erster Kaffee am heimischen Küchentisch trinken und dann ohne Hindernisse duschen - viele Menschen möchten ihren Lebensabend zu Hause verbringen. Doch Wohnungen und Häuser sind oft nicht altersgerecht. Wie gelingt selbstbestimmtes Wohnen im Alter dennoch? Welche Maßnahmen kann man vorbeugend ergreifen? Hier Anregungen, wie man seine Wohnung vorausschauend gestaltet.

Wenn die Sehkraft nachlässt, die Muskeln schwächer werden und der Gang wackeliger wird, ist eines besonders entscheidend: „Platz schaffen“. Denn das schafft Sicherheit, so die Devise von Yvonne Jahn, die als Wohnungsberaterin bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e.V. arbeitet.

Das Wichtigste ist dann: Stolperfallen vermeiden. So lieb einem der Teppichläufer auch sein mag, im Alter kann er zur Sturzgefahr werden. Auch Türschwellen, Kabel oder herumstehende Einrichtungsgegenstände können dann gefährlich werden - also besser rechtzeitig entfernen, rät Jahn.

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Lassen sich Barrieren nicht eliminieren, sollte man diese in jedem Fall deutlich sichtbar machen und eventuell farblich markieren. „Auch das Kontrastsehen lässt im Alter nach, weshalb es gut sein kann, stärker mit Kontrasten zu arbeiten“, rät Felizitas Bellendorf von der Verbraucherzentrale NRW. Zudem sollten alle Wohnbereiche ausreichend beleuchtet sein.

Bei der Suche nach neuen Sitzgelegenheiten sollte man auf Komfort und Sicherheit achten. Haben sie feste Lehnen, die das Abstützen möglich machen?„Ein Sessel kann zur Falle werden, wenn man selbst nicht mehr herauskommt“, warnt Simon Eggert, Geschäftsleiter vom Zentrum für Qualität in der Pflege.

Sämtliche Gegenstände des täglichen Bedarfs sollten gut erreichbar sein. Das gilt auch für die Toilette - auch hier ist Eggert zufolge die passende Höhe wichtig, um das Setzen und Aufstehen zu erleichtern.

„Idealerweise hat man im Badezimmer eine gut begehbare Dusche, fest installierte Haltegriffe und Sitzgelegenheiten, wie einen fest angebrachten, klappbaren Sitz“, sagt Eggert. Wichtig ist, dass man bei der Planung an Notfälle denkt. Im Bad ist es etwa sinnvoll, wenn die Tür nach außen aufgeht. „Sollte ich im Badezimmer stürzen und vor der Tür liegen, kann sonst niemand hereinkommen“, erklärt Bellendorf.

In manchen Haushalten gibt es noch drehbare Armaturen. „Wenn jedoch Kraft und Geschicklichkeit nachlassen, sind diese oft schwer zu bedienen“, gibt Bellendorf zu bedenken. Falls es nicht schon geschehen ist, sollte man stattdessen also Einhebelarmaturen einbauen lassen.

„Im Alter kann es problematisch sein, wenn man sich tief bücken oder hoch strecken muss“, sagt Simon Eggert. Um Töpfe und Pfanne einfacher zu erreichen, rät Eggert dazu, in den Küchenunterschränken ausfahrbare Schienen zu montieren. Außerdem ist es sinnvoll, wenn man Elektrogeräte möglichst erhöht stellt.

Um gut ins Bett und wieder herauszukommen, kommt es unter anderem auf die Höhe der Liegefläche an. Für das altersgerechte Wohnen empfiehlt Simon Eggert entsprechend höhere Betten, die das Aufstehen erleichtern. Idealerweise sind sie automatisch verstellbar.

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Zudem sollte man darauf achten, dass das Bett nicht nur von den Seiten gut zugänglich ist, sondern auch am Fußende möglichst frei steht. So bleibt bei Pflegebedürftigkeit an allen drei Seiten Platz, um die Person gut zu versorgen. Als Hilfsmittel, etwa für pflegende Angehörige von dementen Personen, rät Felizitas Bellendorf zu sogenannten „Sensortrittmatten“. Diese geben über einen Alarm, Vibration oder Lichtsignale Bescheid, wenn jemand aufstehen will.„So kann ich als pflegende Person etwas beruhigter schlafen.“

„Die Wohnung allein zu betrachten, wäre zu kurzsichtig. Man will ja weiter am Leben teilnehmen und das funktioniert nur, wenn ich gut in meine Wohnung rein rauskomme“, sagt Yvonne Jahn. Ist die Wohnung nicht ebenerdig, stellt sich die Frage, was passiert, wenn etwa ein vorhandener Aufzug kaputtgeht, so Eggert.

Wichtig kann eine gut hörbare Türklingel sein. Auch die Gegensprechanlage sollte gut bedienbar sein - etwa für Personen im Rollstuhl auf deren Nutzerhöhe angebracht sein.

Von dpa