Von Julia Alber
Stroh, der schnell wachsende ökologische Baustoff bietet gute Wärmedämmung nebst Schall- und Hitzeschutz und ist eine umweltfreundliche Alternative zu synthetischen Dämmstoffen. Noch ist die Zahl der Strohballenhäuser in Deutschland überschaubar. „Die Kombination von Lehm und Holz verbindet gesundes und energiesparendes Bauen“, weiß Timo Schmidt, Finanz- und Modernisierungsberater bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall. Der Lehm sorgt, dank seiner Fähigkeit, das Wasser aus der Luft zu speichern und wieder abzugeben, für ein gesundes Raumklima, das Holz für die Statik.
„Im Neubau ist das Interesse meiner Kundinnen und Kunden groß, nachhaltig und umweltfreundlich zu bauen“, sagt Timo Schmidt und ergänzt, dass für die Bauleute auch der finanzielle Aspekt ein Anreiz sei. Es gibt so manche Fördermittel, wenn Auflagen erfüllt werden. Und natürlich spielen bei der Planung des neuen Wohngebäudes auch reduzierte Energiekosten beim Blick in die Zukunft eine Rolle. Aus energetischer Sicht vertritt aktuell das KfW Effizienzhaus 40 EE die anspruchsvollste Stufe der Erneuerbare-Energie-Klasse beim Neubau. Über die Energieklassen hinaus geht die sogenannte Nachhaltigkeitsklasse (NH). Um die Förderung für diese Klasse zu erhalten, müssen Gebäude die Anforderungen des staatlichen „Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude“ (QNG) erfüllen.
Noch Zukunftsmusik sind Dämmmaterialien aus dem Wurzelgeflecht von Pilzen. In Ziegelform gebacken, sind die sogenannten Bio Bricks so stabil wie herkömmliche Materialien, dämmen gut und sind leicht zu transportieren. Beton gibt es als CO2 -arme Version. Beim Carbonbeton ersetzen Carbonfasern den im Beton enthaltenen Stahl. Bei so manchem Neubau kommt daher auch inzwischen recycelter Beton zum Einsatz - auch das ist eine Form des nachhaltigen Bauens. Bei dem Neubauprojekt Gämsenberg von Pflugfelder-Immobilien in Ludwigsburg wurde beispielsweise bei dem Bau der sieben Mehrfamilienhäuser auf zertifizierte klimaneutrale Protonziegel mit Perlitfüllung gesetzt.
Zum zukunftsorientierten, effizienten und nachhaltigen Bauen trägt es auch bei, wenn Gebäudeteile, wie Wände, Decken, schon in den Fabriken vorgefertigt werden und sich dann auf der Baustelle in kurzer Zeit zusammenfügen lassen. Das spart Zeit und Geld. Und tatsächlich gibt es auch schon das Haus aus dem 3-D Drucker - unvorstellbar, aber wahr. Diese Variante des Hausbaus ist top im Materialverbrauch - eingesetzt wird nur, was gebraucht wird, einen Verschnitt gibt es hier nicht.
Etwas Smarthome hält heute überall Einzug, ist keineswegs mehr etwas nur für Luxusvillen. Smarte, geregelte Belüftungssysteme sorgen etwa für eine bessere Luftqualität in den eigenen vier Wänden. SmartHome-Systeme können auch die Steuerung von Licht und Heizung übernehmen und helfen, durch „kluges Handeln“, den Energieverbrauch reduzieren. Die Wohnung denkt mit, dreht beispielsweise die Heizung runter, wenn niemand da ist oder macht das Licht in menschenleeren Zimmern aus.
Auch beim Thema Sicherheit sind neueste Techniken hilfreich. So wirbt zum Beispiel für das Neubauprojekt Weitblick in Stuttgart-Sonnenberg Durchdewald Immobilien mit Gira KNX Technik und Tablet zur Steuerung der Zutrittskontrolle via RFID oder Fingerabdruck - der Schlüssel hat ausgedient und wer rein darf, das erkennt die Technik.„Wärmepumpe und Fotovoltaikanlage - das Duo ist im Neubau so gut wie zum Standard geworden, um für Wärme und Strom zu sorgen“, erklärt Timo Schmidt. Üblicherweise haben Fotovoltaikmodule ihren Platz auf dem Dach, aber es gibt auch durchaus Lösungen, mittels derer sie sich in die Gebäudehülle integrieren lassen.
Und überaus interessant: Die Fassade wird auch zunehmend als ein Ort für die Natur entdeckt. Vertikale Gärten, diese Art der Gebäudebegrünung abseits der bekannten grünen Dächer, ist nicht nur ein schöner Hingucker, sondern steht auch im Einsatz von Klima und Umwelt. Das Grün am Haus verbessert die Luftqualität, senkt die Sommertemperaturen und wirkt als natürliche Dämmung - sorgt somit für ein rundum besseres Wohnklima, wie eigentlich all die Aktivitäten rund um das nachhaltige Bauen.