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Wenn kleine Frösche durch die Waschstraße spritzen.

Menja Mandl hat 25 Jahre lang über 600 Möhringer Kindern das Schwimmen beigebracht - nun tritt sie kürzer und übergibt den Staffelstab an jüngere Trainer beim SC Möhringen.

Wenn kleine Frösche durch die Waschstraße spritzen.

Menja Mandl (links) und Gabi Hartmann haben 25 Jahre gemeinsam Möhringer Kindern beim SC Möhringen das Schwimmen beigebracht - Gabi Sölch noch länger. Nun hat Menja Mandl den Staffelstab an Jüngere weitergereicht und tritt kürzer. Foto: privat

 Seit 25 Jahren stand Menja Mandl Dienstag für Dienstag gemeinsam mit Gabi Hartmann im Badeanzug am Kinderbeckenrand des Sonnenberger Hallenbads, um schwimmlernwillige Kinder ab vier Jahren in Empfang zu nehmen, die bei den beiden Schwimmlehrerinnen des SC Möhringen zu echten Seepferdchen ausgebildet werden wollen, also endlich richtig schwimmen lernen.

In 25 Jahren mindestens 600 Möhringer Kindern das Schwimmen beigebracht

Nun hat sich Menja - zumindest als Schwimmlehrerin - in den Ruhestand verabschiedet und den Staffelstab an den jungen Konstantin abgegeben. Wie vielen Kindern sie seit 2001 im Seepferdchenkurs das Schwimmen beigebracht hat, kann sie nicht genau sagen. Jährlich wurden ca. 24 Kinder zum Seepferdchenabzeichen geführt. 

Insgesamt hat Menja Mandl in 25 Jahren also mindestens 600 Kindern das Schwimmen beigebracht und aus kleinen Kaulquappen und Fröschchen schwimmfähige Seepferdchen gemacht. 

Manche mutig und forsch, manche ängstlich, manche sportlich, manche ein bisschen unmotiviert, manche neugierig: Aber alle kleinen Frösche möchten bei Menja und Gabi nur eines: die Angst vor dem Wasser verlieren und schwimmen lernen. Der eine braucht dazu halt mehr Zeit als der andere. Dazu strampeln sie am Beckenrand kräftig mit den Beinen, werden von den anderen Fröschen in der „Waschstraße“ sauber gespritzt und pusten Tischtennisbälle über die Wasseroberfläche, um die richtige Atmung zu lernen und die Angst vor dem Wasser zu verlieren und tauchen wie die Weltmeister durch die Tauchringe.

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Kleine Frösche lernen schwimmen

Menja Mandl möchte nun, mit 58 Jahren, kürzertreten. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder, Luis (Jahrgang 1997) und Tonio (Jahrgang 2000), die beide selbst früher Wettkampfschwimmer, Wasserballer und Übungsleiter beim Schwimmclub Möhringen waren.

Wie die Mutter, so halt auch die Söhne. Überhaupt funktioniert die Vereinsarbeit in Sportvereinen vielerorts nur so auch weiterhin. Die Diplom-Verwaltungswirtin und Beamtin arbeitet als Teilhabemanagerin bei der Stadt Stuttgart im Amt für Soziales und Teilhabe.

In jungen Jahren hat Menja Mandl selbst sehr viel Sport getrieben, Ski alpin, reiten, Tennis und natürlich Schwimmen.„Ich war jahrelang beim TUS Stuttgart in Degerloch schwimmen. Meine Kinder sollten auch perfektes Schwimmen lernen und so habe ich Luis mit ca. 4 Jahren bei Gabi angemeldet und er ging in meiner Begleitung zum Schwimmkurs. Da habe ich sehr schnell gesehen, dass Trainer rar sind und habe mich angeboten. In der Sportschule Ruit die Anfängerschwimmausbildung absolviert und seitdem stehe ich mit Gabi im Becken, das muss so seit 2001 sein“, erinnert sich Menja Mandl an die Anfänge ihrer Trainerlaufbahn.

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Sicheres Schwimmen ist lebensnotwendig

Gabriele Hartmann und Menja Mandl haben nun also über zwei Jahrzehnte den Seepferdchenkurs gemeinsam abgehalten. Gabi Hartmann ist seit 50 Jahren Vereinsmitglied beim SC Möhringen und steht seit ca. 40 Jahren im Becken. 

Im Laufe der Jahre hat sich die Zusammensetzung der Kurse mehrfach geändert, seit Einführung der Schwimmschule beim SC Möhringen, die Menja Mandl ebenfalls organisatorisch geleitet hat, gibt es den Fröschekurs und darauf aufbauend den Seepferdchenkurs.

Dabei war Menja Mandlimmer bewusst, wie wichtig ihre Arbeit als Schwimmlehrerin ist, „denn Schwimmen ist elementar wichtig, da bei Nichtkönnen der Tod im Raum steht. 

Jeder Mensch sollte in der Lage sein, wenn er im Freibad geschubst wird und unter Wasser kommt, die Orientierung erlangen und an den Beckenrand schwimmen zu können.“ Sicheres Schwimmen sei lebensnotwendig. Mit dem Seepferdchen allein gelte man noch nicht als sicherer Schwimmer, sondern erst ab Bronze. „Kleine Kinder können in einer Pfütze oder einem Teich ertrinken - schwimmen ist wichtig!“, stellt sie klar.

Eltern outsourcen das Schwimmenlernen

Es hat sich durchaus einiges verändert, hat Menja Mandl im Lauf der Jahre beobachtet: „Die Eltern gehen mit ihren Kindern weniger schwimmen, sie outsourcen das Schwimmenlernen und wollen aber selber nicht üben gehen. Dies betrifft auch die Vereinsarbeit. Die Kinder sind den gesamten Tag fremd untergebracht (Kita oder Ganztagesschule) und gehen abends noch schwimmen. Da fehlt manchmal eine Pause dazwischen. Die Kinder sind aber nicht grundsätzlich unsportlicher o. Ä. Manchmal fehlt es etwas an Disziplin, aber das war bei uns doch auch so oder?“, grinst Menja Mandl.

Ihren Platz hat jetzt Konstantin eingenommen, ein junger Schwimmer aus dem Verein, noch Schüler, welcher mit großem Engagement dabei ist. Er erhält jetzt alle erforderlichen Schulungen und Menja ist froh, dass ein Nachfolger in ihre großen Fußstapfen tritt.

„Ich gönne mir jetzt etwas mehr Ruhe. Ich arbeite beruflich an vielen Schulen und Kindertagesstätten und bin froh, wenn ich als Teilhabemanagerin am Dienstag nicht immer aus dem Amt oder bei einem Termin wegrennen muss. Ich kann etwas entschleunigter arbeiten“, freut sie sich auf ihren Schwimmlehrer-Ruhestand. 

Der Schwimmclub Möhringen ist ihr zutiefst dankbar für ihren jahrzehntelangen unermüdlichen Einsatz, sagt Roman Fritzenschaft, der zweite Vorsitzende des Vereins.

Von Christian Günther