Möhringen zählt zu den größten Außenstadtbezirken von Stuttgart. Hier finden dörfliches Idyll und geschäftiges Treiben zueinander. Idyllische Ecken im Flecken, grüne Oasen wie der Riedsee oder Probstsee und historische Bauten wie der Spitalhof, in dem das Heimatmuseum und die Stadtteilbibliothek untergebracht sind, haben ihren Platz neben modernem Wohnen und Gewerbe.
Vor allem aber machen die Menschen den Stadtbezirk aus. Die Engagierten der ILM, der Initiative Lebensraum Möhringen-Fasanenhof-Sonnenberg, sowie der Bürgervereine, die es in allen drei Stadtteilen gibt, bereichern das soziale und kulturelle Leben.
Im Jahr 1942 wurde Möhringen, das eines der größten Dörfer auf der fruchtbaren Filderhochfläche war, nach Stuttgart eingemeindet. Doch bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts expandierte Möhringen, zunächst in nördlicher Richtung, wo der Sonnenberg um das Jahr 1900 mit seinen weiten Obst- und Weingärten ein beliebtes Ausflugsziel der Stuttgarter war.
Gefragter Wohnort: Hier entsteht viel Neues
Dank seiner hervorragenden Lage und seiner Nähe zur Innenstadt ist der Stadtteil nach wie vor einer der attraktivsten und beliebtesten Wohnorte der Landeshauptstadt. Der Fasanenhof wurde in den 60er-Jahren für 10 000 Einwohner gebaut. Der Stadtteil wurde mit dem Bund-Länder-Programm „Die soziale Stadt“ von 2003 bis 2017 städtebaulich weiterentwickelt und das soziale Miteinander durch eine Vielzahl von Maßnahmen positiv gefördert.
Möhringen ist wegen seiner guten Infrastruktur, des hohen Freizeitwerts sowie der günstigen Verkehrsanbindung zur Innenstadt, zum Flughafen, zur B27 und zur Autobahn A8 und A81 als Wohnort gefragt und so entsteht viel Neues: der Europaplatz, der Bahnhof Möhringen, die neue Feuer- und Rettungswache 5 oder das Stadtquartier „Bei den Öläckern“, eine Nachverdichtung auf dem ehemaligen Hansa-Areal.
Auch mehrere Gewerbegebiete sind in den vergangenen Jahrzehnten hinzugekommen. Verwaltungszentralen und Dienstleistungsunternehmen haben ihren Sitz oder wichtige Dependenzen in Möhringen und tragen den Namen des Bezirkes in die Welt hinaus. Mitte der 90er-Jahre wurde des SI-Zentrum in Möhringen eröffnet mit zwei Musicaltheatern, Hotel, der Spielbank Stuttgart, Gastronomiebetriebe, kleine Ladengeschäfte des gehobenen Bedarfs, ein Kinopalast sowie eine große Sauna- und Fitnesslandschaft. 2008 bekam der Stadtbezirk Möhringen sein Bürgerhaus am Bahnhof Möhringen. Zentral und sehr gut an den ÖPNV angebunden ist es eine Stätte für Konzerte, Vorträge, Ausstellungen, kulturelle Begegnungen sowie den laufenden Übungsbetrieb für Vereine und Organisationen. In Möhringen wird jedoch nicht nur neu gebaut, sondern wurde auch mit der Sanierung des alten Ortskerns der bestehende dörfliche Charakter gepflegt.


Lebenswerter Stadtbezirk mit Flair zum Verweilen
Evelyn Weis, die Bezirksvorsteherin, weiß, was das Leben in Möhringen so lebenswert macht: Hier finde man Lebensmittelläden, Discounter, Spezial- oder Feinkostläden, eine Metzgerei, aber auch Bäckereien, die einen sehr gutes und breit gefächertes Angebot vorwiesen. „An einigen Bäckereien sind kleine Cafés angegliedert, die zum Verweilen einladen.“ Auch Apotheken, ein Schreibwarenhandel, einen Eisenwarenladen und Haushaltswarenladen, sowie kleinere Geschäfte gebe es. „Und mit dem neugestalteten Filderbahnplatz am Bahnhof Möhringen verfügen wir nun auch über ein wunderschönes Eingangstor zur Filderbahnstraße, unserer Einkaufsstraße von Möhringen.“
Die Nahversorgung dauerhaft sicherzustellen, sei ein großes Anliegen, erklärt Evelyn Weis. „Im Stadtteil Sonnenberg, in dem es keine Lebensmittelladen mehr gegeben hat, wird Ende 2023 ein BONUS-Markt in den ehemaligen Räumen der BW-Bank an der Laustraße 10 eröffnet.“ Gut versorgt sei der Stadtteil Fasanenhof mit Lebensmittelmarkt, Bäcker mit Café und einer Drogerie sowie einer weiteren Ladenzeile mit dem CAP-Markt, einer Apotheke und einen Bäcker.
„Jede Geschäftsaufgabe bedauern wir zutiefst, gerade auch von traditionsreichen Unternehmen“, sagt die Bezirksvorsteherin. Oft sei die Altersstruktur Grund für die Aufgabe, und das Fehlen potentieller Nachfolger für das Geschäft. „Bei einer Nachnutzung der Flächen muss auf einen guten Branchenmix im Quartier geachtet werden, dass der Standort nicht an Attraktivität verliert.“ Hier seien auch die Eigentümer der Immobilien gefordert. Die Verwaltung sei deshalb in einem engen Austausch mit den GHV Möhringen und mit der Wirtschaftsförderung Stuttgart. Es gebe auch ganz pragmatische Unterstützung durch die Wirtschaftsförderung, erklärt Evelyn Weis und weist auf „roomstr“ hin, das Portal für freie Businessräume in Stuttgart, das Eigentümer und Menschen, die nach freien Räumlichkeiten suchen, zusammenbringt. „Es ist eine Möglichkeit, gegen Leerstände in der Innenstadt und in den Stadtteilzentren vorzugehen.“
Von Eva Herschmann