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Stuttgart lokal

Stadtteil mit grüner Grenze

Felder, Streuobstwiesen, Wälder, Seen - und mittendrin Möhringen. Am äußersten südlichen Stadtbezirk von Stuttgart - auf der Filderebene - trifft viel Natur auf ein entspanntes Stadtleben.

Stadtteil mit grüner Grenze

Der Probstsee im Herzen Möhringens eignet sich super als Start- und Landebahn. Fotos: Julia Alber

Das ganze Jahr über lohnt rund um Möhringen der Gang nach draußen. Besonders lockend tritt die Natur im Frühling auf, wenn die ersten wärmenden Sonnenstrahlen die Nase kitzeln und so manche Blüte wach küssen, der Bach munter plätschert und spannende Einblicke in die Erdgeschichte entdeckt werden wollen.

Blaue Zeit im Wald

Im Naturschutzgebiet Weidach-Zettachwald, das sich zwischen Fasanenhof und Plieningen erstreckt, sorgen im zeitigen Frühjahr immer wieder die Blausterne (Scilla) für ein einzigartiges Erlebnis. Die niedrigen, früh blühenden Zwiebelblumen rollen in dem lichten Laubwald blaue Teppiche aus und haben damit dem Körschtal auch zu seinem ganz eigenen Namen verholfen Scilla-Tal.

Beim Spaziergang entlang des Ufers der plätschernden Körsch und auf vielen Wegen unter dem noch offenen Dach des Waldes, kann man diese geschützte Pflanze in ihrer ganzen Pracht und Vielfalt zu erleben. Und wer seine Runden in dem Waldgebiet ausdehnt, Zeit und Raum vergisst, kann hier in der Abenddämmerung gar den großen Abendsegler auf seinen Jagdflügen beobachten.

Diese Fledermausart mit ihrem rostbraun glänzenden Fell hat eine Spannweite von immerhin 40 Zentimetern aufzuweisen und bewohnt in kleineren Gruppen alte Baumhöhlen.

Einmal rundherum...

Rund um Möhringen lädt der Hexenweg dazu ein, die grüne Seite dieses Stadtbezirks wandernd zu entdecken und auch so manches über dessen Geschichte zu erfahren, in der es einst viele Hexenprozesse gab. Den Weg gibt es in den Ausführungen über 17 oder fünf Kilometer Länge. Das unübersehbare Logo zeigt eine hakennasige Märchengestalt mit einem M als Körper, die auf einem Reisigbesen reitet. Die kleine Runde etwa führt vorbei am Probstsee, zu den Kleingartenanlagen im Schiessgärtle und im Kontrast dazu zu den Bauten des SI-Centrums. Auf ausgedehnte Felder folgt das Waldheim Möhringen und schließlich der Riedsee. Der sich über 17 Kilometer erstreckende große Hexenweg bezieht die Stadtteile Fasanenhof und Sonnenberg mit ein.

Entspannung am Wasser

Die Seele baumeln lassen beim Blick aufs Wasser? Riedsee und Probstsee machen es möglich. Der rund zwei Hektar große Probstsee westlich von Möhringen war einst Lehmentnahmestelle einer Ziegelei. Heute ist ein Teil der Uferzone Vogelschutzgebiet. Zahlreiche Vögel kann man hier beobachten - mit etwas Glück gar den Eisvogel fliegen sehen. Gegen Ende April findet sich der Teichrohrsänger ein, um an den Röhrichthalmen sein Nest zu bauen. Dabei klettert er geschickt von einem Halm zum anderen. Rohrkolben und Schilf am Seeufer sind nochmals so schön, wenn später dazwischen Libellen als bunte, glitzernde feengleiche Flieger auftauchen.

Nicht mehr lange bis die Bäume am Rohrer Weg blühen. Fotos: Julia Alber
Nicht mehr lange bis die Bäume am Rohrer Weg blühen. Fotos: Julia Alber

Erdgeschichte hautnah

Begleitet von dem gleichnamigen geologischen Lehrpfad führt im Wald am Sonnenberg die Schwälblesklinge weit hinein in die Erdgeschichte. Wer sich den Infotafeln entlang des Mini-Canyons bis hinab nach Heslach am Südheimer Platz widmet, erfährt viel darüber, wie dieses Kerbtal mit steilen Hängen und v-förmigem Querschnitt so beschreiben Geologen diese Klinge - während der Eiszeit entstanden ist. Informationen gibt es auf der romantischen, kleinen Wanderung auch etwa zu den Eigenschaften der Gesteine und Böden mit der darauf wachsenden Vegetation, und ganz nebenbei legt man eine Höhendifferenz von 130 Metern zurück.

Streuobstwiesen am Rohrer Weg

Früh im Jahr kann man die Blütenpracht der Bäume am südwestlichen Ortsrand von Möhringen nur erahnen. Ein Spaziergang entlang des Streuobstgebiets Rohrer Weg lohnt aber eigentlich immer. Hier treffen zahlreiche Obstbäume auf weite Wiesen und Äcker, und die Wege liegen stets im Sonnenschein, wenn sich denn diese am Firmament zeigt. Wer sich umschaut, entdeckt Tiere und Pflanzen, oder man genießt einfach die Natur und entschleunigt.