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Stuttgart lokal

Kinder zeigen ihre Lieblingsplätze

Wo ist es im Stadtteil am schönsten? Wo kann man sich aufhalten? In Münster gibt es seit kurzem einen Stadtplan, den Kinder für andere Kinder entwickelt und gestaltet haben.

Kinder der Elise-von-König-Schule und des Kindertreffs haben einen Stadtplan entwickelt, auf dem viel Interessantes zu entdecken ist. Fotos: Martina Fürstenberger
Kinder der Elise-von-König-Schule und des Kindertreffs haben einen Stadtplan entwickelt, auf dem viel Interessantes zu entdecken ist. Fotos: Martina Fürstenberger

Im Kindertreff in der Moselstraße beugen sich mehrere Kinder über den auf dem Boden ausgebreiteten Stadtplan. „Hier wohne ich!“ ruft ein Junge begeistert. „Und hier ist unser Kindertreff“, freut sich ein Mädchen. Auf dem Plan gibt es allerhand zu entdecken. Denn im letzten Jahr haben Kinder der Elise-von-König-Schule und des Kindertreffs einen Stadtplan entwickelt, der zeigt, was für die jüngeren Bewohner des Stadtteils besonders interessant ist. 

20 Lieblingsplätze sind eingezeichnet und in kindgerechten Texten erklärt, außerdem Schulen, Kitas und wichtige Einrichtungen wie Bäcker oder Stadtbahnhaltestelle. Auf dem Plan tummeln sich aber auch allerhand Tiere: Fische im Neckar, Enten an der Brücke, Papageien im Grünstreifen, Hasen, Schafe und immer wieder Katzen.

Spannende Geheimorte

Kinderstadtpläne gibt es bereits ein paar in Stuttgart. Dieser hier ist allerdings der erste, der komplett von Kindern entwickelt und auch gestaltet wurde. „Alle Zeichnungen sind aus Kinderhand“, erklärt Stefanie Feil, die das Projekt als Leiterin des Kinder- und Jugendtreffs betreut hat. Bevor es ans Zeichnen ging, wurden aber erst Ideen gesammelt: Was gibt es an deinem Wohnort? Wie ist dein Schulweg? Welche Orte sind dir besonders wichtig? Auf einen großen Plan wurden Zettel geklebt. 

Die markierten Orte wurden anschließend mit den Kindern abgelaufen. Dabei stellte sich heraus, dass viele zum Beispiel den Bahnhof gar nicht kannten. Auch der Barfußpfad im Innenhof des Pflegestifts war für die meisten neu. „Die Kinder haben sich gegenseitig ihre Geheimorte gezeigt“, so Feil. Vor Ort fertigten die Kinder dann mit Hilfe von Klemmbrettern die ersten Zeichnungen an. Manches wurde auch abfotografiert und dann in der Schule oder im Kindertreff weiter verfeinert. Eine professionelle Grafikerin scannte die Zeichnungen ein und kümmerte sich um das Layout.

Unternehmen aus der Region

Doch was sind denn nun die Lieblingsplätze der Kinder? „Der Spielplatz an der Enzstraße“, verrät die zehnjährige Linn. Das neu gestaltete Gelände mit Rutschenturm und Wiese auf dem Alten Friedhof hat auf dem Plan die Nummer 1 bekommen. Noch einige weitere Spielplätze und natürlich auch der Kindertreff sind auf dem Plan eingezeichnet. Toll finden die Kinder auch das Feuerwehrmuseum, die Stadtteilbibliothek, die Sporthalle und das Bädle. Schön finden sie das Lokomobil bei der ehemaligen Firma Assmann und Stockder und den Mönch mit Stein im ehemaligen Pfarrgarten. Gleich daneben befindet sich übrigens der mit 26 Metern tiefste Brunnen in Stuttgart. 

Unternehmen aus der Region

Etwas außerhalb des Plans liegen der Max-Eyth-Steg über den Neckar und der Obst- und Gartenbauverein. Manche Kinder spielen Flöte beim Musikverein, andere machen Sport beim TSVgg. Eingezeichnet sind auch die vier Standorte, an denen es Scooter-Ständer gibt. Diese gehen auf einen Wunsch der Kinder zurück, ihre Roller sicher abstellen und anschließen zu können. „Partizipation ist wichtig“, so Feil. „Die Kinder sollen gehört werden und erfahren, dass sie etwas verändern können.“ Auch das Blumenbeet neben dem Kindertreff und mehrere Kippen-Sammler im Stadtteil gehen auf Ideen und Wünsche der Kinder und Jugendlichen zurück. „Wir nehmen regelmäßig an der Kinderversammlung der Stadt Stuttgart teil.“

Unternehmen aus der Region

Nächstes Jahr soll es eventuell bereits eine neue Auflage geben, wenn das Feuerwehrmagazin seinen neuen Standort bezieht. Auch der Kinder- und Jugendtreff der Stuttgarter Jugendhaus-Gesellschaft soll im Rahmen des IBA'27-Projekts eine neue Heimat finden. Finanziert wurde der Kinderstadtplan aus Mitteln des Gemeinderats, des Bezirksbeirats und der Sozialen Stadt. Mitgeholfen haben auch das Kinderbüro, das Deutsch-Türkische Forum und das Stadtplanungsamt. Die Projektkoordination lag beim Bezirksamt Münster.


Nachhaltige Wärme für die Moselstraße

„Zukunft Münster 2050“ nennt sich das neue Quartier, das die Baugenossenschaft Münster (BGM) gerade in der Moselstraße baut. In drei Bauabschnitten, bei dem Alt- durch Neubauten ersetzt werden, entstehen bis 2050 rund 230 Wohnungen. Neben Wohnraum wird auch Platz sein für öffentliche und gemeinschaftliche Nutzungen, wie beispielsweise eine Kita. Das Quartier ist Teil der Internationalen Bauausstellung IBA`27.

Um die Wärmeversorgung werden sich die Stadtwerke Stuttgart (SWS) kümmern. Ende Februar wurde dafür der Vertrag unterzeichnet. „Wir wollen die Bürgerinnen und Bürger auf ihrem Weg in eine klimaneutrale Zukunft aktiv begleiten. Deshalb freue ich mich sehr über die Kooperation mit der Baugenossenschaft Münster“, sagt Peter Drausnigg, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart. „Mit dem Ausbau des Wärmenetzes in der Moselstraße schaffen wir die Grundlage für eine langfristig sichere und CO₂-freie Wärmeversorgung.“

Michael Rosenberg-Pohl, geschäftsführender Vorstand der BGM, betont: „Eine klimafreundliche Wärmeversorgung ist für die BGM ein wesentlicher Bestandteil ihres Nachhaltigkeitskonzepts. Der Wärmeliefervertrag mit den Stadtwerken unterstreicht unser Engagement für die Energiewende.“ Manfred Kanzleiter, stellvertretender Vorstand der BGM, ergänzt: „Als Baugenossenschaft stehen wir für bezahlbaren Wohnraum und zukunftsweisende Projekte in Münster. Wir freuen uns, gemeinsam den ersten Bauabschnitt bis 2027 umzusetzen und bis 2050 ein Vorbild für die StadtRegion zu werden.“

Wärmepumpen sind zentral

Herzstück der klimafreundlichen Energieversorgung werden Wärmepumpen sein, die mit Strom aus neu installierten Photovoltaikanlagen betrieben werden. Die Stadtwerke Stuttgart investieren ungefähr 2,7 Millionen Euro. Im Jahr 2019 wurde die Baugenossenschaft Münster a. N. eG als „Partner der Energiewende“ ausgezeichnet. Mit der Auszeichnung würdigt die SWS das besondere Engagement der Wohnbaugenossenschaft für den Ausbau erneuerbarer Energien und klimafreundlicher Wärmeversorgung in der Landeshauptstadt. fb