Müde, unkonzentriert, gereizt? Ein Gegenmittel: erholsamer Schlaf. Denn wer nachts gut zur Ruhe kommt, startet nicht nur wacher in den Tag, sondern tut auch langfristig etwas für seine Gesundheit. Denn erholsamer Schlaf ist kein Luxus, sondern ein Grundbedürfnis, das entscheidend zur körperlichen und seelischen Gesundheit beiträgt. Laut dem Gesundheitsmagazin „HausArzt“ (Ausgabe 2026/I) profitieren Herz, Immunsystem und Gehirn erheblich von ausreichender Nachtruhe.
Auswertungen großer Bevölkerungsstudien zeigten: Menschen, die gut schlafen, leben länger, Männer im Schnitt fast fünf Jahre, Frauen mehr als zwei Jahre. Schlaf ist keine vergeudete Zeit. In der Tiefschlafphase schüttet der Körper Wachstumshormone aus, so der Schlafmediziner Michael Feld in dem Magazin, die unter anderem für Haut, Knochen und Wundheilung wichtig sind. Auch das Immunsystem arbeitet nachts auf Hochtouren: Ausreichender Schlaf hilft dem Körper, Entzündungen zu bekämpfen und Immunreaktionen etwa nach Impfungen zu stärken. Besonders wichtig ist Schlaf auch fürs Gehirn. Nachts werden Erinnerungen sortiert, Unwichtiges gelöscht und neue Inhalte verknüpft. Zudem ist im Tiefschlaf das sogenannte glymphatische System aktiv – eine Art Müllabfuhr des Gehirns, die schädliche Stoffwechselprodukte abtransportiert. Langjähriger Schlafmangel könnte deshalb ein möglicher Risikofaktor etwa für Alzheimer sein.
Wie viel Nachtruhe ein Mensch braucht, ist individuell verschieden. Für die meisten Erwachsenen gelten laut Neurologin Birgit Högl sieben bis neun Stunden pro Nacht als optimal. Wer regelmäßig deutlich weniger schläft, riskiert Einbußen bei Konzentration, Stimmung und Entscheidungsfähigkeit. Und: Schlaf lässt sich nur begrenzt nachholen oder ansammeln – „Vorschlafen“ funktioniert nicht.
Menschen, die gut schlafen, leben länger – Männer im Schnitt fast fünf Jahre, Frauen mehr als zwei Jahre.
Von einer Schlafstörung, mit dem Fachbegriff Insomnie, sprechen Fachleute, wenn mindestens dreimal pro Woche über einen Monat hinweg schlecht geschlafen wird und tagsüber Erschöpfung entsteht. Halten die Beschwerden länger als drei Monate an, gelten sie als chronisch. Unbehandelt kann eine Insomnie das Risiko für Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen oder Parkinson erhöhen. Wer über Monate nicht ein- oder durchschläft, ständig müde ist oder laut schnarcht, sollte die Beschwerden unbedingt ärztlich abklären lassen. Medikamente kommen meist erst infrage, wenn sanftere Maßnahmen nicht helfen – denn viele Schlafmittel haben Nebenwirkungen oder können abhängig machen.
Zwölf alltagstaugliche Tipps für besseren Schlaf
Koffein ab dem Nachmittag meiden
- Tagsüber bewegen, abends kein intensiver Sport
- Abends nicht zu üppig essen
- Alkohol vermeiden
- er stört den Tiefschlaf, ebenso Zigaretten
- Feste Schlafenszeiten einhalten
- Schlafzimmer kühl halten (16 bis 18 Grad)
- Auf Matratze, Kissen und passende Bettdecke achten Handy, Laptop und Fernseher aus dem Schlafzimmer verbannen
- Das Schlafzimmer
- sollte zum Schlafen dunkel und möglichst leise sein
- persönliches Einschlafritual pflegen Entspannende körperliche Nähe, etwa auch beim Sex, kann bei manchen Menschen das Einschlafen erleichtern. Wenn man länger wach liegt: aufstehen und etwas Monotones machen, erst wieder ins Bett gehen, wenn man sich müde fühlt DPA.